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Ullmann-Hengst gewinnt den Großen Dallmayr-Preis

Guiliani triumphiert auf Gruppe I-Parkett

München 26. Juli 2015

Der von Jean-Pierre Carvalho in Bergheim bei Köln für den Stall Ullmann trainierte Hengst Guiliani gewann am Sonntag in München-Riem den mit 155.000 Euro dotierten Großen Dallmayr-Preis, Deutschlands höchstdotiertes und wichtigstes 2000 Meter-Rennen.

Unter dem tschechischen Jockey Filip Minarik (40), dem zweimaligen deutschen Jockey-Champion, setzte sich der vierjährige Tertullian-Sohn sicher, mit einer halben Länge Vorsprung gegen den einzigen Dreijährigen im Feld, Ajalo, durch, hinter dem die lange führende Stute Wunder den dritten Platz belegte. Erst als Vierter kam der Favorit und Vorjahressieger Lucky Lion über die Linie.

Den späteren Sieger, der zuvor noch nie ein Grupperennen gewonnen hatte, der aber schon lange als einer der besten deutschen Mitteldistanzler gilt, sah man unterwegs im Mittelfeld, während vorne Gestüt Görlsdorfs Wunder das Tempo machte. Hinter der Vierjährigen aus dem Championstall von Markus Klug sah man zunächst Daytona Bay, dahinter Lucky Lion, Guiliani, Magic Artist und Kerosin, während Nordico und Ajalo auf Warten geritten wurden.

In der Zielgeraden erfolgten sofort die Angriffe auf die führende Wunder, wobei zunächst sogar Daytona Bay ganz stark aussah. Diese konnte aber ihren Vorstoß nicht durchstehen, während in der Bahnmitte Guiliani, der zur Quote von 65:10 ins Rennen gegangen war, in noch viel besserer Haltung auftauchte, während sich weiter außen Lucky Lion doch sehr schwer tat.

So stand Guiliani, der für den ersten Sieg sowohl seines Jockeys, als auch seines Trainers in diesem Rennen sorgte, eigentlich schon früh als Sieger fest, auch wenn Ajalo an der Außenseite noch wie auf Rollschuhen angeflogen kam. Das reichte jedoch nur für den zweiten Platz vor Wunder, die knapp vor Lucky Lion über die Linie kam. Der höher eingeschätzte Lokalmatador Magic Artist landete auf dem fünften Rang.

„Das war ein Ritt als Exempel für die Jockeyschule, das hat er hervorragend gemacht“, lobte Trainer Jean-Pierre Carvalho nach dem Rennen Siegreiter Filip Minarik, der sich selbst ein vorgezogenes Hochzeitsgeschenk machte, denn am kommenden Freitag heiratet er seine Lebensgefährtin Katja Haupt. Nach Aussage seines Trainers könnten später im Jahr so internationale Toprennen wie die Irish Champion Stakes oder der Hong Kong Cup für Guiliani auf dem Programm stehen. 

Das Rennen wurde ohne ausländische Beteiligung gelaufen, denn der für 15.500 Euro nachgenannte englische Gast Air Pilot verletzte sich in der Startmaschine, und musste deshalb kurzfristig vor dem Rennen zurückgezogen werden.

Neben dem Großen Dallmayr-Preis gab es am Sonntag in Riem noch zwei gutbesetzte Listenrennen, die mit jeweils 25.000 Euro dotiert waren. In der Dallmayr Prodomo Trophy wurden dabei die Flieger über 1300 Meter angesprochen. Hier musst der von Andreas Wöhler für Jaber Abdullah trainierte 25:10-Favorit Shining Emerald, der am Maifeiertag in München noch die Silberne Peitsche gewonnen hatte, eine Niederlage durch den Außenseiter Fly First hinnehmen.

Der von Ferdinand Leve für das Gestüt Haus Ittlingen trainierte Wallach, ein Halbbruder des Gruppesiegers Felician, hatte an der Außenseite unter Robert Havlin im Finish die größten Reserven und auf der Linie eine halbe Länge Vorsprung vor Shining Emerald, hinter dem an der Innenseite Forgino als Dritter dichtauf war. Allerdings war Fly First, für den es der erste Black Type-Treffer war, im Finish nicht ganz gerade geblieben, was zu Lasten des Viertplatzierten Amarillo ging. Die Rennleitung überprüfte deshalb auch den Rennverlauf, beließ es aber schließlich bei der ursprünglichen Reihenfolge. 102:10 gab es auf den Sieg von Fly First, für den nun vielleicht aich bald Grupperennen auf dem Prpgramm stehen könnten.

Im zweiten Listenrennen, der Dallmayr Coupe Lukull für die Stuten, blieb die Favoritin Ajaxana sogar unplatziert. Hier ging der Sieg an die von Andreas Wöhler für das Newsells Park Stud trainierte Waldnah. Die als 97:10-Chance gestartete Dreijährige, die im vergangenen Jahr noch von John Gosden in England trainiert wurde, zeigte sich gegenüber ihrem dritten Platz aus dem Kronimus Diana-Trial in Iffezheim noch einmal verbessert. Unter Eduardo Pedroza setzte sich die New Approach-Tochter, die eine Halbschwester des Gruppe I-Siegers Masked Marvel, und der Gruppe III-Siegerin Waldlerche ist, nach einem Rennen von der Sputze aus sicher mit einer halben Länge Vorsprung auf die von Markus Klug trainierte Rosebay durch, deren Trainingsgefährtin Queenie als Dritte ebenfalls dichtauf war.

Für Ajaxana, die lange die erste Verfolgerin der Siegerin war, die aber am Ende nicht mehr zulegen konnte, blieb nur der vierte Platz, den sie knapp gegen Al Queena hielt. Die Viererwette zahlte 200.009:10.

Das gutbesetzte Altersgewichtsrennen über die Meile, mit dem der Renntag begann, sicherte sich der von Peter Schiergen trainierte Jahresdebütant Royal Fox (45:10). Leicht mit zwei Längen Vorsprung verwies der Wallach unter Andrasch Starke den lange führenden Favoriten Pain Perdu auf den zweiten Platz. Dritter wurde Ideal. Für Peter Schiergen bedeutete der Sieg den 1.400 Trainererfolg.

Peter Schiergen und Andrasch Starke sicherten sich mit der Ammerländerin Royal Solitaire (36:10) auch das Sieglosenrennen für die Dreijährigen über die Meile. Die Shamardal-Tochter siegte sicher gegen Stall Ullmanns Gouache und die Lokalmatadorin Tuscany.

Der Asterblüte-Stalljockey wurde aber noch ein drittes Mal zur Siegerehrung gebeten, denn mit der von Waldemar Hickst trainierten Ittlingerin Atiana (57:10) gewann er nach einem echten Thriller den Ausgleich II über 2200 Meter. Auf der Linie hatte die so stark verbesserte Samum-Tochter einen Kopf-Vorteil vor dem Favoriten Matchwinner, hinter dem auch Fair Trade, Sweet Thomas, und die lange führende Combination dichtauf, und quasi mit einem Handtuch zuzudecken waren. Für Atiana, die eine Halbschwester des gerade nach Hong Kong verkauften Derby-Vierten Areo ist, war es der vierte Sieg in Folge, nun dürfte sie das Handicap wohl verlassen, und auf Black Type-Niveau weitermachen. 

Der Sieg im Ausgleich II über 1300 Meter ging durch den von Yasmin Almenräder für den Stall Mandarin vorbereiteten Flavio forte (Adrie de Vries, 58:10) nach Mülheim. Mit veränderter Taktik, nämlich vom letzten Platz fing der sechsjährige Wallach die Dreijährige Phoibe, und den Lokalmatadoren Ach was, der lange wie der Sieger ausgesehen hatte, noch ab.

Das Team de Vries/Almenräder schlug dann auch noch im letzten Rennen des Tages, dem Ausgleich III über 1400 Meter zu, als sich der Soldier Hollow-Sohn Naval leicht gegen Shinko Danon und Nasijah durchsetzte.
 

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