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Überraschender Triumph für die „Neu-Australierin“

Turfdonna ist die Königin der Stuten

Düsseldorf 2. August 2015

Rekordverdächtige 20.500 Zuschauer erlebten am Sonntag bei sommerlichen Temperaturen auf der Galopprennbahn in Düsseldorf einen völlig unerwarteten „australischen“ Triumph im bedeutendsten Stutenrennen Deutschlands

: Im 157. Henkel – Preis der Diana (Gruppe I, 500.000 Euro, 2.200 m) triumphierte mit einer dreiviertel Länge Vorsprung nach einem packenden Klassiker die im Besitz von Australian Bloodstock stehende dreijährige Stute Turfdonna unter Jockey Eduardo Pedroza, der schon 2013 mit Penelopa hier erfolgreich war.

Die 167:10 am Totalisator stehende Doyen-Tochter aus der Zucht des Gestüts Auenquelle war in dieser Saison bei drei Starts nur einmal erfolgreich gewesen. Nun brachte die seit dem Frühjahr von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh trainierte (früher bei Roland Dzubasz in Hoppegarten beheimatete) Lady 300.000 Euro auf das Konto ihrer Eigner, von denem Seamus Mc Peake mit seiner Gattin vor Ort weilte. „Der Trainer hat gesagt, dass Turfdonna ein gutes Pferd ist. Wir waren gerade in Europa, beim Meeting in Galway und in Ascot, gestern sind wir schon nach Deutschland gekommen. Wir wollten unter die ersten Vier kommen. Nun sind wir überglücklich“, erklärte der Miteigner der großen Besitzergemeinschaft – in diesen Farben siegte im November auch Protectionist im Melbourne Cup für Deutschland!

Turfdonna hatte stets einen guten Platz im Vordertreffen, auf der Zielgeraden machte sie sich rechtzeitig frei, um die Konkurrenz sehr sicher in Schach zu halten. „Ich konnte mich bequem im Vordertreffen orientieren. Sie konnte gut abschalten. Dieses Rennen zu gewinnen, ist für mich wieder etwas ganz Besonderes.“

Trainer Andreas Wöhler, der auch vor einem Jahr mit Feodora hier in diesem Stuten-Klassiker erfolgreich war, fügte an: „Turfdonna mag gerne elastischen Boden. Sie hat heute noch eine Schippe draufgelegt und sich gesteigert. Was die Besitzer mit ihr vorhaben, muss man sehen.“ Ob Turfdonna ihre Karriere in Australien fortsetzt oder hier bleibt, wird die Zukunft zeigen.

Die Mitfavoritin Nighflower endete wie auf Rollschuhen und kam noch auf den Ehrenplatz. „Das war super. Hätten wir eine innere Startnummer gehabt, dann hätten wir gewonnen. Aber sie ist klasse gelaufen“, so Jockey Andrasch Starke. Auch Amona blieb als Dritte bestens dabei. „Eine hervorragende Leistung. Sie hat gezeigt, dass sie hier hingehört“, meinte ihr Trainer Andreas Löwe.

Die Riesenaußenseiterin Let´s Dance verteidigte nach langer Führung Platz vier (die Viererwette wurde nicht getroffen) vor den stärker gewetteten Desiree Clary (Züchter Bernhard Matusche: „Sie war heute nie relaxed“) und Anna Katharina, die sich ebensowenig steigern konnten wie die als Neunte doch ziemlich blass gebliebene Favoritin Lovelyn. „Sie musste immer außen herum und hatte nie eine gute Lage“, bedauerte ihr Besitzer Manfred Ostermann. In jedem Fall war es ein großer Galopptag in Düsseldorf – mit der neuen Stuten-Königin Turfdonna.

2014 gehörte die Röttgenerin Weltmacht zu den besten dreijährigen deutschen Stuten. Doch anschließend ging nicht alles glatt. „Sie hatte nach dem Derby eine Verletzung“, erklärte Trainer Markus Klug. „Ihre Leistungen in diesem Jahr in Baden-Baden und im Hansa-Preis in Hamburg waren aber nicht verkehrt, zuletzt in Köln war das Rennen sehr langsam. Heute ging sie selbst ihr Tempo, das war der Schlüssel zum Erfolg. Wir steuern nun wohl eine Gruppe III-Prüfung in Baden-Baden an“, berichtete der Champion nach dem überzeugenden Start-Ziel-Triumph im Preis der Fritz Henkel Stiftung (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.200 m).

Mehr als sicher legte die Lady gegen den Favoriten Nordic Flight, der nicht komplett durchzog, immer wieder zu. Auch Nicolosio mischte auf unpassendem Boden immer mit, während die Seriensiegerin Techno Queen nie von hinten wegkam. „Der Boden war zu fest, und auch die Kursführung nicht ideal“, so Trainer Hans-Jürgen Gröschel.

Mit einem glänzenden Debüt wartete der von Champion Markus Klug aufgebotene Youngster Strasoldo (73:10, A. Helfenbein) in einer 1.400 Meter-Prüfung auf. Denn mit mächtigem Speedwirbel trumpfte der Daylami-Sohn, den der Coach für 22.000 Euro bei der BBAG-Jährlingsauktion für den Stall Margaux ausgesucht hatte, auf und lief an der Konkurrenz vorbei. „Im Bogen hat er etwas an Boden verloren, aber dann wieder riesig angezogen. Das ist sicher ein Pferd auch für weitere Wege. Mit einem Erfolg hatte ich nicht unbedingt gleich gerechnet. Er hat Nennungen für Auktionsrennen und könnte eventuell am 12. September hier starten oder im Junioren-preis“, versicherte Klug. Dalmatian Sea hatte innen viel Pech und nie Platz, zum Schluss passierte er noch die lange besser aussehenden Neruda und Gonora.

Am Samstag durfte Klaus Allofs als Manager des VFL Wolfsburg noch den Gewinn des Supercups gegen den FC Bayern München feiern. Nun gelang ihm auch mit einem seiner Galopper ein Coup – im mit 22.500 Euro dotierten Ausgleich I über 1.700 Meter triumphierte der ihm gemeinsam mit der Stiftung Gestüt Fährhof gehörende Potemkin (19:10, J. Bojko). Von zweiter Stelle machte sich der Hoffnungsträger aus dem Stall von Andreas Wöhler auf Längen von Empire Hurricane und Belango frei. „Wir hatten eigentlich schon in Hamburg mit einem Sieg geliebäugelt. Aber dort war die Bahn sehr schnell. Heute hat er sich früh herangehalten. Im Training hatte Potemkin auch einen weiteren Sprung nach vorne gemacht. Er ist ein sehr ruhiges und gelassenes Pferd“, kommentierte Allofs den Erfolg.

Weiter mächtig verbessert präsentiert sich die von Dr. Andreas Bolte für seinen Vater Hartmut trainierte Elmarani (72:10) in einem 1.700 Meter-Ausgleich III. Von zweiter Position war die Stute bei ihrem dritten Saisonsieg früh vorne und bekam die heranstürmende Zuzu Angel, die lange führende Anatevka Sun und Shilaya sicher in den Griff. Damit siegte Jockey Filip Minarik nur zwei Tage nach seiner Hochzeit. Die Viererwette wurde nicht getroffen, die Dreierwette bezahlte 39.501:10 Euro. „Heute hatte Elmarani ein Traumrennen, kam unblutig aus Box elf ins Vorderfeld, ließ sich führen und ging dann nach vorne“. war Trainer Dr. Andreas Bolte hochzufrieden.

Nach einem grandiosen Finish von Andrasch Starke legte die Ittlingerin Alandia (29:10) aus dem Quartier von Peter Schiergen in einem 2.200 Meter-Ausgleich III einen weiteren Punkt nach, wobei die Favoritin aus schier aussichtsloser Position noch an Kashya und Alshazah vorbeistürmte.

Wie ein Pferd mit weiteren großen Reserven sicherte sich der von Hans-Jürgen Gröschel trainierte Dreijährige Iquitos (37:10, N. Richter) den 1.700 Meter-Ausgleich II trotz eines kniffligen Rennverlaufs. Ganz am Schluss entriss er noch dem von der Spitze toll laufenden Giolino den Erfolg, während die Seriensiegerin Romance Story gute Dritte wurde. „Dank der Klasse des Pferdes hat Iquitos noch gewonnen, obwohl er zweimal keine Passage hatte“, kommentierte Gröschel.

Zum dritten Saisontreffer kam der von Dr. Andreas Bolte aufgebotene Freedom Time (40:10, F. Minarik) Start-Ziel im abschließenden 2.950 Meter-Handicap vor Scataro und Maxim Gorky.

 

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