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Traumergebnis für Markus Klug im Nutan BBAG Auktionsrennen

Millowitsch ist ein „kölscher Jung“

Köln 5. August 2015

Das Lied vom „kölsche Jung“ wurde nach dem Nutan – BBAG Auktionsrennen (52.000 Euro, 1.300 m) am bestens besuchten PMU-Mittwoch in Köln gespielt, gesungen von der Domstadt-Legende Willy Millowitsch. Denn der nach dem Volksschauspieler benannte Zweijährige triumphierte - vor den Augen von dessen Sohn Peter - wenige Wochen nach seinem ersten Erfolg nun in diesem Highlight.

Und es war beeindruckend, wie der 23:10-Favorit aus dem Stall von Champion Markus Klug den auf der Geraden schon an ihrem vorbeigezogenen Trainingsgefährten Degas zum Schluss wieder auskonterte. Eigentlich hatte man sich schon kurz auf einen Erfolg des Röttgeners eingestellt, aber Andreas Helfenbein mobilisierte - nur mit den Händen – immer neue Reserven auf dem Sehrezad-Sohn.

„Es war sagenhaft, wie weit diese beiden Pferde vor dem anderen waren. Millowitsch hat ganz stark angezogen, ein tolles Pferd. Im Vorfeld war Degas für mich der Gegner, der zwei Kilo weniger trug. Wir könnten mit Millowitsch nun das Zukunftsrennen in Baden-Baden anpeilen, während Degas ein Kandidat für das Auktionsrennen in Düsseldorf ist“, ließ Trainer Markus Klug durchblicken.

Bastille führte als Dritte den deutlich distanzierten Rest an vor dem lange mitmischenden Digitalis. Junior konnte sich wie die anderen Kontrahenten bald nicht mehr steigern.

Vor dem nach ihm benannten Top-Rennen wurde Derbysieger Nutan dem Publikum präsentiert. Natürlich war der Führring dicht umlagert, als der neue Superstar des deutschen Turfs sich präsentierte. „Er hat viel Zeit gebraucht. Ich hatte schon gedacht, das Derby würde zu früh für ihn kommen. Aber er hat sich von Start zu Start gesteigert“, sagte sein Trainer Peter Schiergen. Und vor dem Auftritt am Sonntag im Großen Preis von Berlin meinte der Coach: „Er muss nun gegen die älteren Pferde heran, hat sicherlich berechtigte Chancen. Er ist die Ruhe selbst und hat einen guten Charakter.“

VFL Wolfsburg-Manager Klaus Allofs hat mit seinem Hobby Rennpferde derzeit wahrlich großen Erfolg. Nur drei Tage nach dem Düsseldorfer Erfolg des in seinem Mitbesitz (gemeinsam mit der Stiftung Gestüt Fährhof) stehenden Potemkin, trumpfte auch der Dreijährige Sottovento aus dem Stall von Peter Schiergen groß auf. Auf 15:10 wurde der zuletzt schon in Hannover erfolgreiche Hengst heruntergewettet, und er stand in diesem 2.400 Meter-Ausgleich IV unter Andrasch Starke auch über der Konkurrenz. Mitte der Zielgeraden lief er locker der von Entourage und Sword Soldier angeführten Konkurrenz davon. „Er kommt jetzt in Fahrt“, kommentierte Racing Manager Simon Stokes den Erfolg von Sottovento. „Wir steuern nun ein Handicap in Baden-Baden an. Klaus Allofs bereitet sich mit dem Team von Wolfsburg auf das Pokalspiel bei den Stuttgarter Kickers vor, aber er hat natürlich das Rennen verfolgt.“

Und auch eine halbe Stunde später stand das Team Starke/Schiergen auf dem Siegertreppchen, denn der dreijährige Ittlinger Starwood (27:10) war in einer 1.850 Meter-Prüfung nicht zu gefährden und gab nach langer Pause ein standesgemäßes Comeback. Aus dem Vordertreffen bekam der Motivator-Sohn zuletzt noch die sich wacker verteidigende Maha Kumari und Niyama zu fassen. „Er ist noch einmal ins Wachstum gekommen und war einige Wochen im Gestüt. Ich bin sehr zufrieden. Im Handicap hat er eine hohe Marke, vielleicht gehen wir mit ihm nach Frankreich“, versicherte Besitzer Manfred Ostermann.

Es hat eine Weile gedauert, bis bei Stall Antanandos Nereus (84:10, A. de Vries) der Knoten geplatzt ist, doch im Klaus Ulonska-Erinnerungsrennen der Fortuna Köln (Ausgleich IV, 2.200 m) kam der vierjährige Wallach zu einem sicheren Erfolg über den stets prominenten Sam und den Favoriten Classic Fighter. „Er hat seine Zeit gebraucht, wird aber vor allem auf weicher Bahn noch Spaß bereiten“, versicherte Trainer Mario Hofer.

Teacher vor Tech Terz – so lautete kürzlich die Zweierwette eines Handicaps in Düsseldorf. Bei veränderten Gewichten lautete die Reihenfolge in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.850 m) nun genau umgekehrt, denn der in den Niederlanden von Rene Jansen (hat nur zwei Pferde im Stall) vorbereitete Tech Terz (143:10 ging am Ende einen Tick besser als der wacker dagegenhaltende Konkurrent. „Der Ansatz zuletzt war ja schon stark, und er ist ein Speedpferd. Früher lief er immer von vorne und auf kürzeren Distanzen“, erläuterte Jockey Jozef Bojko. Dutch Master und Jarak komplettierten die Viererwette, die stolze 107.012:10 Euro zahlte. Zwei Wetter kassierten mehr als 5.000 Euro.

In Deutschland weiterhin ungeschlagen bleibt der in Newmarket von Holland-Coach Piet van Kempen erworbene Tap Your Toes (43:10, D. Porcu). Nach einer langen Kampfpartie bekam der immer gut postierte Wallach die Riesenaußenseiterin Ciel de Loire und Severus in den Griff. „Ich denke, er wird ein gutes Pferd. Als Jährling wurde er einmal für 160.000 Guineas verkauft“, signalisierte der Siegtrainer.

Auch mit einem Treffer der von Besitzertrainer Michael Alles nach Köln geschickten Lucy Bee 833:10, O. Laznovska) im Amateurreiten (Ausgleich IV, 1.600 m) kam alles andere als unerwartet. Früh setzte sich die Favoritin von Antonow und Genax ab. „Die Stute gewann unangefasst“, brachte es Alles auf den Punkt.

Zum Abschluss entschädigte sich Lyonell (19:10-Favorit für seine blasse Vorstellung in Hamburg und kam in einem 1.850 Meter-Ausgleich III noch sicher an dem bis dahin führenden Cash the Cheque vorbei, hinter dem Gabrial The Prince Dritter wurde. Damit war ein Doppel-Erfolg für das Gestüt Ittlingen, Trainer Mario Hofer und Jockey Adrie de Vries perfekt. „Lyonell scheiterte in Hamburg an der Hitze. Er hatte dort Kreislaufprobleme. Er muss noch lernen, war auch heute etwas unreif, wird sich aber weiter verbessern“, so Mario Hofer.



 

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