Login
Trainerservice
Schliessen
Login

Rafael Schistl siegt mit Wildpark

Berlin feiert „brasilianischen Skandinavier“

Berlin-Hoppegarten 8. August 2015

In Deutschland war er bislang ein noch weitgehend unbekanntes Gesicht, doch seit dem Samstagnachmittag, dem ersten Tag des neugeschaffenen Meetings rund um den Großen Preis von Berlin in Hoppegarten, ist das anders.

Denn Rafael Schistl (27), ein in Skandinavien tätiger brasilianischer Jockey, triumphierte im Sattel von Gestüt Brümmerhofs Wildpark (94:10) im Hoppegartener Sommerpreis – Deutschlands höchstdotiertes Listenrennen (45.000 Euro, 1.800 m) an einem sehr gut besuchten heißen Sommertag auf der Parkbahn.

Start-Ziel gab der von Paul Harley (beendet zum Saisonende seiner Trainerkarriere in Hannover) vorbereitete Wallach das Heft nie aus der Hand und hatte Start-Ziel schon früh alle Weichen auf Sieg gestellt.

„Der Wallach verbessert sich von Rennen zu Rennen. Ursprünglich war hier ein Top-gegner genannt, daher hatten wir diese Prüfung eigentlich schon für uns gedanklich abgeschrieben, aber nun sah die Prüfung doch wieder leichter aus, so dass wir es einfach probiert haben“, berichtete Trainer Paul Harley. „Der skandinavische Trainer Nils Petersen ist ein guter Freund von mir, und er fragte mich, ob ich nicht Rafael Schistl eine Chance geben wollte. Er ist ein Spitzenreiter. Bis Ende des Jahres wird er auch hier für mich reiten, jedoch noch pendeln, danach möchte er hier bleiben. Wildpark steuert eine Gruppe II-Prüfung in Baden-Baden an“, so Harley weiter nach dem mit 25.000 Euro honorierten Triumph.

Der Dreijährige Incantator kam immer besser ins Bild (Trainergattin Susanne Wöhler: „Wir sind überaus zufrieden und freuen uns richtig“) und schob sich gerade noch auf den Ehrenplatz vor die Favoritin Longina, die innen aus guter Lage erst spät nicht mehr weiterkam. „Sie ging ihren Strich weiter“, meinte Trainer Peter Schiergen. Der Rest, inklusive des im Mitbesitz von Fußball-Star Thomas Müller stehenden El Tren, musste am Ende passen.

Ein prächtig eingeschlagenes Pferd ist Gestüt Winterhauchs Moscatello, der für die Familie Mosca aus Eberbach am Neckar im Otto-Schmidt-Gedächtnisrennen (Ausgleich I, 2.200 m) den sechsten Karrieretreffer beim zehnten Start markierte.

Als klarer 22:10-Favorit trumpfte Moscatello hier mit großem Speedwirbel auf und wehrte auch die stark wirkende Schlussattacke des Derby-Starters Hot Beat, der sich hier nach Spurwechsel sehr gut verkaufte (Andrasch Starke: „Er ist bestens gelaufen“) und das vorne gut standhaltende Höchstgewicht Quidamo (Stephen Hellyn: „Er hat sich tapfer gehalten“) ab. „In Hamburg war Mitte der Gegenseite die Luft raus, heute ging alles besser. Wir haben mit ihm die Ruhe behalten, die er braucht. Als Fünfjähriger werden wir noch einiges von ihm zu sehen bekommen“, so Siegtrainer Andreas Löwe.

Wegen einer Fußverletzung konnte Valentina Stefutti am Samstag nicht in Hoppegarten sein und ich Pferd nicht reiten. Doch ihr Mann, Jockey Michael Cadeddu, führte ihren sechsjährigen Wallach Hachico (83:10) im einleitenden 1.800 Meter-Handicap zu einem lockeren Erfolg . Mit Garina und Alwin, der nach einem Fehlstart beim nächsten gültigen Zeichen ähnlich wie einige weitere Pferde verspätet abgekommen war, hatte er am Ende keine Probleme. „Er war immer sehr hektisch, heute hat alles gut geklappt“, freute sich Cadeddu.

Als Schwester des Gruppe-Pferdes Wild Chief gelten der Dreijährigen Wild Butterfly (36:10, A. Pietsch) seit jeher höhere Erwartungen, die sie bisher noch nicht umsetzen konnte. Doch in einer Meilen-Prüfung für Stuten präsentierte sich die Doyen-Tochter des Bad Bertricher Stalles Fürstenhof gleich siegfertig. Schon Mitte der Geraden verabschiedete sich die Co-Favoritin sicher von der Außenseiterin Wild Blossom und der stark gewetteten Vanbijou. „Wild Butterfly hatte ein paar Kleinigkeiten. Wir mussten sie wie ihren Bruder in der Distanz umstellen, da er im Training eigentlich wie ein Steher geht“, verriet Trainer Jens Hirschberger.

Sieben zwar nicht auf einen Streich, aber sieben Treffer in einem Jahr – das ist das Motto des Sprinters Gamgoom (19:10, F. Minarik), den sich der Düsseldorfer Guido Schmitt bei einer Auktion in Iffezheim selbst ausgesucht hatte. „Ich hätte erst nie gedacht, dass Gamgoom überhaupt ein Rennen gewinnen würde, denn er hatte viele Probleme. Aber unser Tierarzt Dr. Merkt hat ganze Arbeit geleistet“, berichtete Mario Hofer. Bis weit in den Einlauf hatte Elsie Partridge vor Seal Rock und Gamgoom das Sagen, ehe der Holländer Seal Rock nach vorne zog. Doch auf dem letzten Wegstück stürmte Gamgoom locker vorbei und scheint noch mehr zu können. „Es ist schon klasse, wie er sich immer weiter steigert. Beim letzten Mal war ich aber nervöser, vor dem Match Race, heute habe ich alles locker gesehen“, gab Hofer zu. Seal Rock lief auch als Zweiter stark vor der noch gut anpackenden Riesenaußenseiterin Delicate Delight.

Beim 34. Versuch endete die lange Durststrecke – in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 2.000 m) feierte der von Lutz Pyritz trainierte High Energy (64:10, Filip Minariks zweiter Treffer) seinen allerersten Erfolg. Schon früh stand der Coup des Mitfavoriten fest. „Er ist dieses Jahr ja immer gut gelaufen. Es war nur eine Frage der Zeit bis zum ersten Sieg. Ich freue mich, dass es gerade hier geklappt hat“, gab Pyritz zu. Reality, Maupiti Express und Olkaria komplettierten die Viererwette, die 16.266:10 bezahlte.

Bei ihrem 15. Ritt landete die junge Tabea Rödel ihren fünften Sieg – im abschließenden 1.400 Meter-Ausgleich IV führte die 18-jährige als Ersatzreiterin für Nicola Sechi den gerade in Bad Harzburg erfolgreichen Dark Fighter (31:10-Favorit) aus dem Stall von Jördis-Ina Meinecke zu einem leichten Speedsieg über Baba Jaga und Atlantic Isle.





 

Champions League

Weitere News

  • Kiss The Wind im Superhandicap schnell wie der Wind

    Atlantas Endspurt klärt die Fronten

    Bad Harzburg 22.07.2018

    Das erste Bad Harzburger Rennwochenende 2018 war auch seines: Dr. Andreas Bolte, Erfolgstrainer aus Lengerich, drückte einen Tag nach seinem Erfolg mit Onyxa im ersten Superhandicap auch dem Sonntag seinen Stempel auf. Mit Jakob Steckleins Stute Atlanta gewann er den Ausgleich II (12.500 Euro, 2.000 m). Da war ihm trotz heftiger Regenfälle zum Strahlen zumute.

  • Onyxa triumphiert im ersten Harzer Superhandicap

    Boltes nächster großer Coup

    Bad Harzburg 21.07.2018

    Hochspannung im Harz: Im ersten Superhandicap des Meetings 2018 in Bad Harzburg landete der Lengericher Trainer Dr. Andreas Bolte einen weiteren Top-Treffer in einer ohnehin schon spektakulären Saison. Die von ihm für Sabine Goldberg vorbereitete Onyxa (80:10) gewann am Samstagabend nach ihrem Ehrenplatz im Vorjahr den Großen Preis der öffentlichen Versicherung Braunschweig (Ausgleich III, 1.850 m), der mit 20.000 Euro fürstlich dotiert war. Allein 11.500 Euro gab es für die Siegerin.

  • Die ersten diesjährigen Bad Harzburger Punkte gehen an Smentana

    „PMU-Frühschicht“ zum Auftakt

    Bad Harzburg 20.07.2018

    Von wegen: Erst gut Mittagessen und dann auf die Rennbahn. Die heutige Eröffnung des Bad Harzburger Meetings 2018 erforderte schon eine kleine „Zeitenwende“. Die Premiere war nämlich mehr oder weniger ein „Frühstücks-Turf“, da die ersten fünf Tagesprüfungen zum morgendlichen Wettangebot der PMU in Frankreich zählten und folglich per TV im Nachbarland zu sehen waren. Bereits um 10.55 Uhr sprangen die Pferde erstmals aus den Boxen ab. Und zwar im Preis der Firma Elektro Bartels Goslar, bei dem sich bereits vor Erreichen der Gerade abgezeichnet hatte, dass Stall Comets Smentana am Ende die Oberhand haben würde.

 
 

Newsletter abonnieren

GERMAN RACING

Erlebnissport der Extraklasse.
Unter der Dachmarke “GERMAN RACING” werden spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen abgehalten. Seit 188 Jahren bestehen Pferderennen als ältester organisierter Sport in Deutschland. Ein echter Klassiker!

Imagefilm

GERMAN RACING Imagefilm