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Second Step vor unseren Stars im 125. Großen Preis von Berlin

England-Triumph in der deutschen Hauptstadt

Berlin-Hoppegarten 9. August 2015

England-Triumph in der deutschen Hauptstadt: God save the Queen – die englische Nationalhymne wurde am Sonntag nach dem 125. Großen Preis von Berlin (Gruppe I, 175.000 Euro, 2.400 m) auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten gespielt – vor einer Riesenkulisse triumphierte bei strahlendem Sonnenschein der Engländer Second Step (30:10) unter Top-Jockey Jamie Spencer gegen die Elite der hiesigen Galopper.

Der in den Farben von Merry Fox Stud Limited und für Star-Coach Luca Cumani angetretene vierjährige Wallach feierte beim neunten Start seinen fünften Erfolg und galoppierte 110.000 Euro Siegprämie auf das Konto seiner Besitzer (seine Gewinnsumme beträgt nun 251.807 Euro).

Der bereits in einer Gruppe II-Prüfung in seiner Heimat erfolgreiche Second Step bezwang in grandioser Manier mit einer dreiviertel Länge Vorsprung Gestüt Schlenderhans Seriensieger Ito und den aktuellen Derby-Helden Nutan. Lange stand das Highlight der Saison im Zeichen von Ito, der mit Filip Minarik mit Längen das sehr flotte Tempo diktierte. Dahinter besaß der Favorit Nutan (Andrasch Starke) immer eine ideale Ausgangsposition an zweiter Position, während Second Step im Mittelfeld ging. Sein Reiter, der beim ersten Ritt an diesem Nachmittag noch aus dem Sattel musste, sich aber keine Blessuren zugezogen hatte, wartete in aller Seelenruhe den Gang der Dinge ab. Im Schlussbogen musste er dann schon ordentlich nachfassen, um den Anschluss an das weiter von Ito angeführte Feld herzustellen, doch sein Pferd spielte mit.

Auch auf der Zielgeraden verteidigte sich Ito bestens gegen die Angriffe von Nutan, der kurz alle Chancen hatte, aber nicht ganz an den Gegner herankam. Aber Schritt für Schritt hatte sich Spencer mit Second Step herangepirscht und kam tatsächlich auf dem letzten Wegstück noch sehr sicher an dem sich tapfer wehrenden Ito vorbei. 

„Entschuldigung, dass wir sie bezwungen haben“, scherzte Siegtrainer Luca Cumani gegenüber Itos Besitzer Georg Baron von Ullmann, und fügte in einem ersten Statement an: „Unsere Erwartungen waren groß. Mein Dank gilt dem Zweitplatzierten, der viel für das Rennen getan hat. Second Step zog mächtig an und marschierte dann so richtig weiter, ein großer Steher. Wir steuern nun das Englische St. Leger an.“ Second Steps Besitzer Craig Bennett gewann zum dritten Mal ein Gruppe I-Rennen und nennt 16 Rennpferde sowie 16 Mutterstuten sein Eigen.

Aber auch Ito lief als Zweiter bärenstark. „Das war eine gute Leistung in einem stark besetzten Rennen. In Baden-Baden werden die Karten für Ito wieder neu gemischt“, kündigte Trainer Jean-Pierre Carvalho den nächsten Start Anfang September in Iffezheim an. 

Nutan war als Dritter ebenfalls dichtauf, eine Siegmöglichkeit hatte er am Ende nicht, hielt sich dennoch gut. „Er war nicht weit geschlagen und hat auch nicht enttäuscht. Es handelte sich ja um seinen ersten Start gegen die älteren Pferde. Je nachdem wie er das Rennen verkraftet, entscheiden wir über den nächsten Start“, so sein Betreuer Peter Schiergen. Auch der Vorjahressieger Sirius packte als Vierter noch versprechend an, während die anderen Pferde deutlicher zurück folgten. Singing, Alaskakönigin und Amorous Adventure konnten sich ebensowenig steigern wie Girolamo.

Sehr selten kommt Chantilly-Trainer John Hammond höchstpersönlich nach Deutschland. Doch am Sonntag weilte er in Berlin, und das hatte seinen guten Grund. Denn mit der von ihm vorbereiteten fünfjährigen Stute Penmaen (38:10) triumphierte er im Hoppegartener Fliegerpreis – Sport gegen Gewalt (Listenrennen, 27.000 Euro, 1.200 m) auf der Geraden Bahn.

Mit gewaltigem Endspurt flog die Mitfavoritin an der gesamten Gegnerschaft vorbei. „Nach Form hatte sie eine gute Chance, aber die Reise war schon sehr lang, und sie wirkte heute sehr leicht. Vielleicht steuern wir nun die Goldene Peitsche in Baden-Baden an“, kommentierte Hammond. Im Sattel saß der erstmals in Deutschland erfolgreiche Louis-Philippe Beuzelin (24), der als Freelancer arbeitet und bereits in Hamburg und München in den Sattel stieg.

Daring Match steigerte sich auf den Ehrenplatz. „Bei ihm hängt alles von der Tagesform ab. Er kann so etwas. Nun geht es wieder in die Goldene Peitsche“, so sein Betreuer Jens Hirschberger. Auch Banana Split machte als Dritte noch viel Boden gut. „Sie kam schön auf, wurde auf Warten geritten“, kommentierte Racing Manager Dominik Moser. Skypes Bay schien kurz noch mehr zu erreichen und komplettierte die Viererwette, die 83.298:10 bezahlte. Der Favorit Donnerschlag musste aus guter Position passen. Saving Kenny brach nach dem Start aus und warf seinen Reiter Jamie Spencer ab.

Zahlreiche Top-Leistungen hatte Stall Nizzas Drummer (30:10, A. Starke) bereits gezeigt, da war der Erfolg des Dreijährigen im Sirius – BBAG Auktionsrennen (52.000 Euro, 1.600 m) völlig verdient. Vom letzten Platz endete der Duke of Marmalade-Sohn wie auf Flügeln und spurtete zuletzt ganz bequem an allen Gegnern vorbei. „Es war wichtig, dass er aus der Reserve geritten wurde. Die Art und Weise des Sieges hat mir sehr gefallen. Wir machen in ähnlichen Aufgaben weiter“, berichtete Trainer Peter Schiergen. Der stark gewettete Waky Sol tauchte auf der Geraden bald an der Seite der führenden Global Love auf, hatte diese sicher im Griff, konnte den Konkurrenten aber nicht mehr kontern. „Ich bin sehr zufrieden. Das war in Ordnung“, sagte Waky Sols Besitzer Albrecht Woeste.

Mit einer kleinen Überraschung begann der Nachmittag, denn der Derby-Starter Lovato bezog eine glatte Niederlage gegen die Schlenderhanerin Amazona (34:10, F. Minarik), die Start-Ziel nie in Bedrängnis geriet und früh als Siegerin einer 2.400 Meter-Prüfung feststand. „Sie hatte deutlich hinzugelernt. Da kein anderer gehen wollte, konnte sie sich das Rennen selbst vorne gestalten. Natürlich hatten wir Respekt vor Lovato und wären mit einem zweiten Platz auch zufrieden gewesen.“ Der T. v. Zastrow-Stutenpreis könnte das nächste Ziel von Amazona sein.

Sträflich unterschätzt hatten die Wetter den von Ex-Fußball-Profi Markus Münch vorbereiteten Darco (218:10, St. Hellyn), der im 2.400 Meter-Ausgleich III die Favoriten Kigali und Twilight regelrecht überrollte. „Das Rennen hat der Jockey gewonnen“, lobte Münch den Belgier Stephen Hellyn.

In der zweiten Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.600 m) krönte Frank Fuhrmanns Novacovic (106:10, E. Frank) seine große Form, denn er löste sich schon zu einem frühen Zeitpunkt von seinen Kontrahenten. Den Erfolg für Trainer Frank Fuhrmann machte die innen noch toll nachsetzende Adira perfekt, hinter der Kenia und Holy Rose die Viererwette komplettierten, die 78.286:10 Euro bezahlte. Der Schecke Silvery Moon kam nach schwachem Start nie in die Partie.

Beim vierten Saisonstart der dritte Treffer – eine wahrlich tolle Saison legt der Wallach Angel Moon (39:10, F. Minarik) hin, der such im Ausgleich II über 2.000 Meter Start-Ziel sicher behauptete. „Er steigert sich immer mehr. Wir gehen auch künftig die Handicap-Route“, gab Trainer Paul Harley die Marschroute aus. Der Favorit Fair Trade kam innen zu spät und auf sehr engem Raum mächtig auf Touren vor dem einmal mehr prächtig dabeibleibenden Korado. Stafettino war vom Start verwiesen worden.
 

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