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Empire Hurricane wieder vor Theo Danon

„Ostsee-Geschichte“ wiederholt sich

Bad Doberan 15. August 2015

Das ist in der Geschichte des großen Highlights beim Ostsee-Meeting in Bad Doberan sicherlich noch nie passiert: Im Großen Lübzer Pils Ostseepreis (Ausgleich I, 22.500 Euro, 1.900 m) gab es bei strahlendem Sonnenschein exakt die gleiche Zweierwette wie im vergangenen Jahr! Empire Hurricane, im Besitz von Dr. Hubertus Diers und anderen, trainiert von Dr. Andreas Bolte in Lengerich, verteidigte seinen Titel erfolgreich gegen Theo Danon (Quote des Einlaufs: 156:10)!

Verantwortlich dafür war der Brasilianer Francisco Da Silva im Sattel des 39:10-Favoriten. Denn sofort hatte er auf dem fünfjährigen Wallach eine Position im Vordertreffen des von Amazonit vor Shady angeführten Feldes. Und dann entlockte der Jockey seinem Pferd entscheidende Reserven, um sicher nach Hause zu kommen. 13.000 Euro Siegprämie wurden auf das Konto der Besitzer überwiesen. Für Da Silva war es der größte Renntag bisher in Deutschland – er landete seinen vierten Tagestreffer! „In Brasilien habe ich einmal vier oder fünf Rennen an einem Tag gewonnen, darunter ein Listenrennen, als ich noch jung war, aber hier war es mein bester Tag. Ich danke den Trainern, dass sie mir so gute Chancen geben“, erläuterte Da Silva. „Mit Empire Hurricane habe ich mich hinter die Pace gelegt. Zu früh durfte ich nicht vorne sein.“

„Empire Hurricane wurde perfekt geritten, der Jockey hat sofort eine gute Position gehabt im Vordertreffen, alles lief super“, erklärte Trainer Dr. Andreas Bolte. Von weit hinten rauschte Theo Danon wie 2014 auf den Ehrenplatz. „Die Pace war gut für ihn. Wir sind sehr zufrieden“, meinte Steffi Hofer in Vertretung ihres Vaters Mario. Hauchdünn hinter ihm fasste Koffi Prince immer besser Tritt. „Das war für einen Dreijährigen sehr stark, obwohl er noch sehr unreif wirkte“, so Trainer Hans-Jürgen Gröschel. Shady war lange prominent, musste erst am Schluss passen.

Auch am zweiten Meetingstag hielt die Top-Form von Trainerin Anna Schleusner-Fruhriep an. Denn die schon einmal in einer besseren Aufgabe stark gelaufene Kleopatra Kimberly (31:10, F. Da Silva) raufte sich im einleitenden 1.750 Meter-Rennen hauchdünn an der Riesenaußenseiterin Arlett (Pavel Vovcenko: „Solch eine Steigerung hatte ich ihr heute noch gar nicht zugetraut) vorbei. Auch der Favorit Dark Forrest war als Dritter dichtauf. Volker Schleusner, der Besitzer von Kleopatra Kimberly, sagte: „Sie ist im Auktionsrennen in Bad Harzburg nicht gut geritten worden, nun machen wir in solchen Aufgaben in Hoppegarten und Hannover weiter.“

Auch eine halbe Stunde später war Francisco Da Silva auf der Siegerstraße – mit der von Frank Fuhrmann vorbereiteten Kimara (37:10), die den Piloten Kalypso King souverän in den Griff bekam, während Palmira als Dritte schon mit Abstand folgte. „Sie hatte zuletzt in Dresden viel Pech. Kimara kann jeden Boden, jede Distanz und kommt mit jedem Jockey zurecht“, berichtete Fuhrmann.

Ein wie entfesselt agierender Francisco Da Silva schaffte danach in einem 1.900 Meter-Ausgleich III den Hattrick, als er den erstaunlich stark gewetteten Moonlight Blues (59:10) zu einem sicheren Coup über Anarchie und Maxim Gorky führte. Unterwegs duldete er nur Bel et bien vor sich, um sich auf der Geraden rechtzeitig einen ausreichenden Vorteil zu verschaffen. Siegtrainer Marco Angermann aus Leipzig: „In Hoppegarten war die Distanz zu weit. Zuvor in Dresden war er über 1.900 Meter sehr gut gelaufen. Daher sind wir wieder auf diese Strecke zurückgekehrt.“

Mit Anlaufschwierigkeiten ging die BBAG – Goldene Peitsche von Bad Doberan (10.000 Euro, 1.200 m) für die Zweijährigen über die Bühne. Walun hatte eine Extrarunde gedreht und hatte sich beim zweiten Versuch geweigert, die Startbox zu beziehen. Dann wartete man auf einen Start in Saarbrücken, so dass sich schließlich 25 Minuten Verspätung summierten. Schließlich war der Weg frei für die von Peter Schiergen trainierte Fährhoferin Nossa (23:10, D. Porcu), die nach ihrem guten Debüt in München nun souverän Start-Ziel auftrumpfte. Die Areion-Rochter stand zeitig als Siegerin fest.

„Sie hatte sich sehr gut gemacht nach dem Debüt. Heute war alles einfach. Ich konnte das Tempo dosieren, Nossa zog immer bestens durch“, schilderte Siegjockey Daniele Porcu.

Schäng steigerte sich noch auf den Ehrenrang. „Dabei ist er nach dem Start behindert worden und kam erst nicht mit“, versicherte sein Trainer Pavel Vovcenko. Adelaide Rose schien lange sogar Zweite zu werden, während die stark gewettete Exceed My Budget früh ausgespielt hatte.

Filip Minarik entschädigte sich nach seinem Pech mit Walun in einer Maidenprüfung über 1.750 Meter mit dem heißen Favoriten Mandino (16:10), der nach vielen guten Platzierungen Start-Ziel vor Liro und Orotouch ungefährdet blieb. „Mir fällt ein Stein vom Herzen nach vier verpassten Chancen zuvor hier“, gab Trainer Toni Potters zu.

Seinen zweiten Tagestreffer schaffte Trainer Frank Fuhrmann in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.300 m) durch den Start-Ziel immer wieder beschleunigenden Dashings Diamond (117:10). „In Bad Harzburg hat er zuletzt am Übergang die Bremse eingelegt. Mir war klar, dass er auf gutem Boden bei einem guten Start gewinnen würde. Seiner Mutter waren allerdings schon 1.000 Meter zu weit“, erklärte der Trainer, bei dem es weiterhin glänzend läuft. Mister Spock, Desert Flower und Powerplay komplettierten die Viererwette, die 24.693:10 Euro brachte.

„Da hat Herr Wahler doch ein gutes Pferd gekauft“, waren die ersten Worte nach dem neuerlichen Erfolg des England-Imports Interior Minister (26:10, A. Pietsch) im Ausgleich III über 2.050 Meter. Beim dritten Deutschland-Start markierte der Wallach seinen ebensovielten Treffer. Lediglich die sich vorne tapfer wehrende Pilotin Turmalina musste er noch stellen, was zuletzt auch sicher gelang. Miss Sommerroh kam außen nicht ganz an die vorderen Pferde heran.

Nach dem kurzfristigen Ausfall von Fanny (Jockey Wladmir Panov erlitt in der Startmaschine eine Schulterverletzung und wurde ins Krankenhaus eingeliefert) spitzte sich das Stutenrennen für dreijährige Stuten über 2.050 Meter auf ein Duell zu. Die Ende der Gegenseite in Front gezogene Blushing Beauty (24:10, J. Bojko) wehrte die permanenten Angriffe der Röttgenerin Dynastie nach einer spannenden Auseinandersetzung ab. „Mit Scheuklappen ging sie besser, aber es war schon etwas mühsam“, bilanzierte Jozef Bojko nach dem Erfolg der Abdullah-Lady.

Im abschließenden 1.750 Meter-Ausgleich III hätte es beinahe den fünften Erfolg für Jockey Francisco Da Silva gegeben, doch mit der noch gut aufkommenden Silicon Valley unterlag der Brasilianer knapp gegen die von zweiter Stelle früh nach vorne gekommene Simplon (38:10, zweiter Treffer für Jozef Bojko). „Ich glaube, dass die Stute noch mehr kann. Jozef hat einen Super-Ritt hingelegt. Es hat alles gepasst“, kommentierte Trainer Pavel Vovcenko. Finch Hatton endete als Dritter ebenfalls dichtauf.




 

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