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Nordic Flight im letzten Galoppsprung noch vorne

Dramatischer „Flug“ zum Sieg

Baden-Baden 28. August 2015

67.000 Euro hatte der Kölner Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren vor zwei Jahren bei der BBAG-Jährlingsauktion für den Adlerflug-Sohn Nordic Flight bezahlt. Und seit dem Freitag, dem von der PMU begleiteten ersten Tag der großen Woche in Baden-Baden, ist diese Summe fast exakt amortisiert.

Denn dank der 25.000 Euro Siegprämie im Preis der BBAG-Jährlingsauktion hat der Dreijährige nun 66.700 Euro eingaloppiert – und nach dem Erfolg im Iffezheimer Diana-Trial im Frühjahr sicherte sich der auch im Derby gestartete Schützling von Peter Schiergen sein zweites Highlight im Badischen.

Bis der Erfolg vor 3.800 Zuschauern unter Dach und Fach war musste sein Team ebenso wie die vielen Anhänger des 25:10-Favoriten aber mächtig schwitzen. Denn an sechster Stelle musste Nordic Flight unter Andrasch Starke viel Boden aufholen, und der mit Vorsprung führende Wasir war schon einige Längen enteilt. Meter im Meter kam der Sauren-Hengst näher und ganz zuletzt noch mit einem Kopf vorbei.

„Er gewinnt immer knapp, aber zum Glück gewinnt er“, kommentierte Besitzer Eckhard Sauren. Und Trainer Peter Schiergen ergänzte: „Er tat sich erst etwas schwer, ging aber immer gut. Mal schauen, was wir nun machen.“ Eine Nennung besitzt Nordic Flight auch noch für den Großen Preis von Baden und den Preis von Europa sowie den Großen Preis von Bayern, allesamt Gruppe I-Prüfungen.“ Jockey Andrasch Starke meinte: „Auf der Geraden ist mir ein anderes Pferd vor die Füße gelaufen, und Wasir hat vorne einen Satz gemacht. Wenn wir an zweiter Stelle gegangen wären, hätten wir leichter gewonnen.“

Wasir verlor den Sieg erst im letzten Schritt, lief aber dennoch äußerst stark. „Die Order war, ihn galoppieren zu lassen. Er ist nur an seiner Unreife gescheitert. Er ist ein Pferd für das St. Leger.“ Dort dürfte man auch Sweet Thomas wiedersehen, der außen noch viel Boden gutmachte. „Wir sind sehr zufrieden. Denn er hatte nicht einmal ein gutes Rennen. Ich habe gerade mit seinem Besitzer, Herrn Miebach telefoniert, wir starten im St.Leger.“

Auch Sa Calobra, für die es kurz etwas eng war, hielt sich als Vierte bestens vor Graasten und Königsland, die nie weiter vorne waren.

In wenigen Tagen, genauer gesagt am 1. September, schlägt die zuletzt in der Schweiz ansässige Trainerin Carmen Bocskai ihre Zelte in Iffezheim auf – als Nachfolgerin des verstorbenen Werner Hefter. Quasi als „Aufwärmer“ sicherte sich die von ihr vorbereitete Stute Arleona (28:10, D. Porcu) in souveräner Manier von zweiter Position aus das einleitende 1.500 Meter-Rennen gegen World’s Dream und On y va. „Sie hatte immer mit den Nerven Probleme, viel wurde ja nicht verlangt“, kommentierte Ex-Top-Jockey Georg Bocskai, während seine Gattin noch im Stau steckte. „Wir bringen 25 Pferde von 17 Besitzern mit, was ein großer Vetrauensbeweis ist. 45 Pferde werden wir zum Start haben“, versicherte er. 

Nach der nachträglichen Disqualifikation in Bad Doberan gab es in einer 1.400 Meter-Prüfung nun schnelle Entschädigung für die Dreijährige Dream of You (28:10, R. Piechulek). Nach einem Rennen aus der Reserve machte sich die Co-Favoritin völlig überlegen von Icing is her name und dem spät anziehenden Rouge de Boitron frei. „Bad Doberan ist wieder ausgebügelt, sie kann für unsere bescheidenden Verhältnisse einiges laufen“, scherzte Trainer Rudi Storp.

Die Verler Trainerin Vera Henkenjohann wartete nach dem Sensationstreffer des groß gesteigerten Newton Lodge (316:10, P. Gibson), der mit mächtigem Speed in einem Triller den 2.000 Meter-Ausgleich II hauchdünn gegen La Celerina und den lange führenden Andraxt aufgetrumpft hatte. „Ich höre im November auf, da ich Personalprobleme habe. 30 Jahre war ich im Sport und habe eine besondere Beziehung zu Newton Lodge. Daher ist das ein sehr emotionaler Moment.“ Der Wallach geht nun zu Uwe Schwinn in Training, wo er auf die Sandbahn-Saison vorbereitet werden soll. Der Favorit Imanol lief ganz nach außen weg und blieb daher wirkungslos. Die Überraschungs-Dreierwette bezahlte 27.220:10 Euro.

Nach früherer Klasse traf es Alfred Leiners Spirit Danon (72:10, F. Minarik) in einem 1.800 Meter-Handicap sehr günstig an. Und mit großem Endspurt lief er an der mit Vorsprung führenden Dutch Lady, Floralys und Dalmore vorbei (Quote der Viererwette: 75.000:10 Euro). „Sein Ansatz in Krefeld war schon gut. Heute passte die weitere Distanz, und Filip hat ihn bestens geritten. Bei ihm ist alles eine Kopfsache“, berichtete Trainer Mario Hofer. Zwei Pferde (Zaphiras Adventure und Oske) wurden auf der Zielgeraden reiterlos, doch ging alles glimpflich ab.

Lange hatte Ocario bis zu seinem ersten Erfolg gebraucht, diesen dann einige Male nicht bestätigt. Doch in Baden-Baden kehrte Rüdiger Stein-Schomburgs Wallach (87:10, zweiter Tagestreffer für Daniele Porcu) nach frühem Vorstoß in einem 1.400 Meter-Ausgleich II bequem gegen Lucy Bee und Praise auf die Siegerstraße zurück. 

Schon bei der Derby-Woche in Hamburg hatte Helga Dewalds Nandolo (79:10) gewonnen. Und in einem 1.000 Meter-Ausgleich III entwickelte er so starke Reserven, dass er unter dem in großer Form agierenden Daniele Porcu (dritter Treffer an diesem Tag) auch Kool And The Gang und Kepler noch stellte.

Man musste schon ein sehr gutes Gedächtnis haben, um sich an die letzte bessere Leistung des in Holland von Rob van Toor trainierten Roger Ramjet (170:10, M. Pecheur) zu erinnern, der im abschließenden 1.400 Meter-Handicap mit starken Endspurt beim 20. Versuch den ersten Sieg feierte und Dashings Diamond sowie Hurricane Harry und Little Man bezwang.


 

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