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Positive Signale bei der Besitzervereinigung

„Der Rennsport ist eine Zuschauer-Sportart“

Baden-Baden 31. August 2015

Im würdigen Ambiente des Longines Club der Benazet-Tribüne der Galopprennbahn in Baden-Baden fand am Montagvormittag die Jahreshauptversammlung der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V. statt. Gregor Baum als Vizepräsident leitete in Vertretung des wegen eines wichtigen Geschäftstermins verhinderten Präsidenten Manfred Ostermann das äußerst harmonisch verlaufende Treffen.

Zunächst sprach Paul von Schubert (Vizepräsident von Baden Racing) ein Grußwort und bilanzierte die ersten drei Tage der Großen Woche in Iffezheim aus Sicht des Betreibers: „Wir sind zufrieden. Bei den Sponsoren sind wir auf der Höhe des Vorjahres. Wir haben drei Rennen mehr veranstaltet als im Vorjahr. Der Umsatz war um rund 100.000 Euro weniger als an den Vergleichsrenntagen 2014, aber wir hoffen nun bei weniger Hitze auf gute Zahlen und guten Sport.“


Von Schubert gab auch einen Einblick in die Zukunft der Rennen in Baden-Baden, eine Frage, die die beteiligten Gruppen nun bereits seit anderthalb Jahren beschäftige. „Wir von Baden Racing sind bereit, weitere fünf bis 20 Jahre hier Rennen zu veranstalten. Wir haben eine nahezu fertige Vereinbarung mit der Gemeinde Iffezheim vorliegen. Iffezheim muss nun mit das Areal zurückerhalten, um es langfristig verpachten zu können. Wir hoffen, bei der Großen Woche eine finale Vereinbarung zu erzielen. Der Wille ist da, der Weg ist schwer. Ich gehe davon aus, dass es klappt.“


Auch Albrecht Woeste, der Präsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen e.V., sprach ein Grußwort. Er sei nunmehr seit sechs Jahren in diesem Amt. „Der Rennsport liegt mir sehr am Herzen und die vielen Menschen, die für den Sport da sind. Im Präsidium ringen wir darum, dass es den Rennvereinen und den Besitzern besser geht und das Tal durchschritten ist“, so Woeste, der von einer sehr angenehmen Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführenden Vorstandmitglied Jan Antony Vogel spricht. Gemeinsames Ziel sei es, Geld von außen zu generieren und damit zusätzliche Mittel für den deutschen Rennsport zu erzielen. Von großer Bedeutung sei hier die Beteiligung an RaceBets. 2 bis 2,5 Millionen Euro würden hier im Jahr ausgeschüttet. „Damit können wir etwas für die Rennvereine und die Besitzer tun und die Besitzerprämien und Rennpreise erhöhen“, erklärte Albrecht Woeste.


Er sei auch guten Mutes, dass die Rennwettsteuer-Rückvergütung auf Buchmacherwetten an die Rennvereine noch in diesem Jahr geregelt sei. Hier gehe es um rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr für die Vereine.


Woeste nannte als weiteren eminent wichtigen Schwerpunkt zur Zukunftssicherung des Turf die rennsport-eigene Firma German Tote und nahm Bezug auf den am vergangenen Donnerstag geschlossenen Vertrag zwischen German Tote und der PMU, die sich die Mehrheitsbeteiligung an der Tochtergesellschaft der wichtigsten hiesigen Rennvereine sicherte. „Das ist ganz wichtig, notwendig und die einzige Möglichkeit für die Zukunft. Es gab keine Alternative.“ Für German Tote und die PMU sei es die Hauptaufgabe, die Pferdewette populärer zu machen.


Auch Gregor Baum hatte in seiner Begrüßungsrede etliche positive Nachrichten zu verkünden: „Das Versprechen von Manfred Ostermann vor zwei Jahren, wurde sogar übertroffen und die Rennpreise um mehr als 1,5 Millionen Euro erhöht.“ Dank der PMU-Kooperation gab es 2014 die höchste Ausschüttung an Rennpreisen seit 2006. Aber auch die Entlohnung der Züchter konnte sich sehen lassen. Denn die Züchterprämie für zwei- und dreijährige Pferde wurde von 24 auf 30 Prozent gesteigert. Baum weiter: „Die Geldpreise pro gelaufenem Pferd betrug 6.525 Euro, das ist der höchste Betrag seit dem Zweiten Weltkrieg. An die Aktiven wurden 2 Millionen Euro zusätzlich ausgeschüttet.“ Und das Niveau der Rennpreise werde auch in der laufenden Saison gehalten.


Als positives Signal wertete Gregor Baum, dass die Zahl der bedeckten Stuten im letzten Jahr deutlich gestiegen sei. „Wir hoffen nun auf mehr Fohlen und wieder mehr Pferde in Training.“


Grandiose Erfolge verzeichnete die deutsche Zucht einmal mehr auf der internationalen Bühne. Mit dem Flaggschiff Protectionist als Sieger im Melbourne Cup 2014. „Deutsche Rennpferde gehören weltweit zu den besten überhaupt“, sagte Baum. „Unsere Pferde sind ein heißbegehrtes Exportgut.“ Man dürfe den Verkauf deutscher Top-Pferde ins Ausland nicht nur kritisieren. Die Verkaufserlöse seien äußerst wichtig, um wieder neue Investitionen tätigen zu können. Außerdem erwähnte Gregor Baum die Neuaufstellung der vier Gruppe I-Sieger Dabirsim, Reliable Man, Maxios und Pastorius als Deckhengste in Deutschland.


Und auch die Resonanz des Publikums auf den Rennbahnen könne sich sehen lassen. „Eine Million Besucher haben wir pro Jahr auf den Rennbahnen. Der Rennsport ist eine Zuschauer-Sportart“, so Gregor Baum.


Die Besitzervereinigung werde den Kampf um den Fortbestand der Rennbahn Frankfurt unverändert unterstützen. Baum dankte dabei auch dem Frankfurter Renn-Klub und sicherte alle Solidarität zu.


Äußerst positiv sei die Entwicklung der Auktionsgesellschaft BBAG. „Sie ist nicht nur unsere Verkaufsplattform, sondern auch einer unserer größten Sponsoren mit mehr als einer Million Euro an Rennpreisen im Jahr.“


Die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte in den Rennställen und der Reiter sei ebenfalls ein bedeutender Punkt, den die Besitzervereinigung begleite. So wurden mit dem Charity Run in Köln über 12.000 Euro für die Jockeyschule gesammelt. „Die Gewinnung von Nachwuchskräften hat Priorität“, erklärte Gregor Baum.


Unter dem Beifall der anwesenden Mitglieder wurde Elvira Weidenfeld für ihre 41-jährige Tätigkeit als Sekretärin der Besitzervereinigung ausgezeichnet. Loyalität und Zuverlässigkeit seien ihre Markenzeichen. Silvana Heinzen wurde als ihre Nachfolgerin vorgestellt.


Außerdem erinnerte Gregor Baum an die verstorbenen Mitglieder der Vereinigung.


In den Ressortberichten nannte Daniel Krüger (Leiter der Geschäftsstelle der Besitzervereinigung) wichtige Kennzahlen. So habe die BV aktuell 569 Mitglieder und damit elf mehr als im Vorjahr.


Ein Zeichen für die große Passion und das Herzblut der hiesigen Züchter sei die Verteilung der Stutenbesitzer. Krüger: „81 Prozent der Züchter besitzen nur ein oder zwei Stuten.“


3,3 Millionen Euro wurden an Züchterprämien ausgeschüttet, die höchste Zahl seit über zehn Jahren. Es habe weniger Ausfuhren und mehr Einfuhren gegeben. Gestiegen ist die Anzahl der Rennen auf rund 1.300 verbunden mit einem deutlichen Plus bei den gezahlten Rennpreisen. Beim Wettumsatz sei der Bahnumsatz stabil geblieben, die Außenwette habe rund 500.000 Euro eingebüßt.


Sehr respektabel sei im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit die Anzahl von im Schnitt 800 Artikeln in den Printmedien pro Monat in der Hauptsaison. Und das Derby in der ARD-Sportschau hätten 5,3 Millionen Zuschauer verfolgt. Die neue Website von German Racing habe seit dem Relaunch im Mai 2015 6,4 Millionen Aufrufe gehabt.


Als markante bevorstehende Daten nannte Krüger das Züchtermeeting am 26. September im Gestüt Graditz, den Vollblut Expertentag am 24. Oktober in Hannover, den Renntag der Gestüte am 25. Oktober auf der Neuen Bult und den Renntag rundum den Großen Preis von Bayern am 1. November. Hier hofft die Besitzervereinigung auf regen Zuspruch.
 

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