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Dessertoflife triumphiert in Baden-Baden

Der Engländerin gehört die Zukunft

Baden-Baden 2. September 2015

Der englische Trainer Mark Johnston gilt als einer der reisefreudigsten Trainer weltweit. Am Mittwoch machte er auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim Halt und durfte sich feiern lassen: Denn vor 7.922 Zuschauern triumphierte die von ihm vorbereitete zweijährige Stute Dessertoflife (25:10-Favoritin) mit Jockey Joe Fanning im Baden-Badener Zukunftsrennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.400 m), einer der bedeutendsten Prüfungen für die jungen Pferde in Deutschland.

Start-Ziel gab sich die Mastercraftsman-Tochter, die mit fünf Starts die meiste Routine im Sechserfeld hatte und zuletzt zweimal Zweite in Listenrennen war, keine Blöße. Mit immer neuen Reserven wehrte Dessertoflife die großartig dagegenhaltende Außenseiterin Shy Witch sicher ab.

„Wir waren schon sehr optimistisch. Es hätte ein starkes Pferd hier dabei sein müssen, um die Stute heute zu schlagen. Sie ist ja immer gut gelaufen, außer in Royal Ascot, aber da war es auch nicht einfach“, kommentierte Trainer Mark Johnston.“ Besitzer von Dessertoflife ist TT Bloddstocks von Ted und Tony Greenhaugh, die schon seit mehr als 20 Jahren zu den Eignern bei dem Top-Coach gehören.

Glänzend verkaufte sich Shy Witch als Zweite. „Im ersten Bogen lief ihr ein Gegner vor die Füße, aber wir sind zufrieden, wurden nur von einem tollen Pferd bezwungen. Wir machen nun Schluss für dieses Jahr“, ließ ihr Trainer Hans-Jürgen Gröschel durchblicken.

Etwas unter den Erwartungen blieb der bisher noch ungeschlagene Millowitsch als Dritter, der zu Beginn der Zielgeraden deutlich nach außen wegbrach. „Er ist einfach weggelaufen“, erläuterte Jockey Andreas Helfenbein. Dabei kam er dem Franzosen Fanfaron in die Quere. Da der Abstand zu ihm auf Rang vier aber deutlich war, beließ es die Rennleitung bei einer Überprüfung und sah von Konsequenzen ab. Whole Lotta Rosie und Moonshiner hatten am Ende keine Chance mehr.

Die Zuschauer riss es beim Endkampf des Coolmore Stud Baden-Baden Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.400 m) regelrecht von ihren Sitzen. Denn es ging extrem spannend zu. In einer packenden Kampfpartie raufte sich die im Besitz des Kölners Dr. Christoph Berglar stehende Peace Society (83:10, E. Pedroza) hauchdünn mit einem kurzen Kopf an der enorm stark aufdrehenden Italienerin Sognando La Cometa vorbei. Schon als Zweijährige hatte die auch von ihrem Besitzer gezogene Iffraaj-Tochter auf sich aufmerksam gemacht. In der laufenden Saison war sie erst einmal (Achte in einer Gruppe-Prüfung in Hamburg) am Start gewesen.

Racing Manager Ronald Rauscher erläuterte: „Peace Society hatte im Frühjahr immer wieder Trainingsunterbrechungen durch verschiedene Dinge, die aber nicht ernsthaft waren. Die Frage war heute, ob sie die Listenklasse bewältigen würde.“ Für Trainer Andreas Wöhler und Jockey Eduardo Pedroza war es ein weiterer Big Point nach der Goldenen Peitsche am Sonntag.

Kurz den Sieg vor Augen hatte die am Toto kaum wahrgenommene Italienerin Sognando La Cometa. „Wir sind sehr happy, das ist eine kleine Stute mit einem ganz großen Herzen. Die Distanz passte ihr perfekt“, hieß es aus ihrem Umfeld. Die Favoritin Schützenpost musste immer außen herum, packte erst ganz zuletzt besser an, als die die vorne immer wieder anziehende Noble Colonia von Rang drei verdrängte. „Das war aus der äußeren Box ein etwas aufwändiger Rennverlauf, aber sie ist dennoch gut gelaufen“, so ihr Betreuer Jens Hirschberger.

Der erste Iffezheim-Sieg nach seiner Rückkehr aus Hong Kong gelang Jockey Andreas Suborics im Auftaktrennen über 2.200 Meter, als er All Access (23:10) zu einem Kampferfolg über Saraceno und Liro führte. Für Trainer Werner Glanz aus München war es bereits der vierte Punkt während der Großen Woche. „Es freut mich sehr für Besitzer Erich Schwaiger, der zum ersten Mal in Iffezheim erfolgreich war“, gab der Coach zu Protokoll.

Nach zwei Ehrenplätzen landete der von Christian von der Recke aufgebotene Rock of Glenstal (67:10, R. Danz) in einem 2.000 Meter-Handicap einen knappen Erfolg über Pleasantpathfinder und Sam. 

Das nennt man kontinuerliche Steigerung – nach dem Ehrenplatz am Samstag im Amateurreiten sorgte Ale Ale (89:10, St. Hellyn) landete für den ersten Heimsieg der Iffezheimer Trainingszentrale und ihren ersten Karrieretreffer. Mit viel Energie rettete sich die Lady aus dem Stall von Gerald Geisler gegen Puna und Ahammera ins Ziel. Die Riesenaußenseiterin Opportune d‘ Oroux sorgte dafür, dass die Viererwette nicht getroffen wurde. Nun wird in Kürze ein jackpot von 16.501 Euro ausgeschüttet. „Ale Ale hatte sich schon in München angekündigt und war dann hier stark gelaufen. heute hat Stephen sie reingedrückt. Er passt als Reiter auf meinen Pferden perfekt.“ Die Ehrenpreise in diesem KSC Blau-Weiß Cup (Ausgleich IV, 2.400 m) überreichten die Spieler des Fußball-Zweitlisten Karlsruher SC.

Mit ihrer mustergültigen Form im Rücken setzte sich die von Toni Potters aufgebotene Myrtille (45:10, F. Minarik) nach einem starken Finish gegen die heranfliegenden Silencio und Winning Impact im 1.500 Meter-Ausgleich III durch.

Sensationell verbessert ist der von Dr. Andreas Bolte trainierte Freedom Time (41:10, A. de Vries), der im abschließenden Ausgleich III über 2.800 Meter mit großem Fight sein viertes Rennen in Folge gewann. Gegen Mediane und vor Tsaritsa und Mood Indigo musste er sich ganz schön strecken.
 

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