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Shivajia sorgt in Baden-Baden für eine Sensation

Der Triumph der größten Außenseiterin

Baden-Baden 5. September 2015

9.228 Zuschauer erlebten am Samstag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden eine echte Sensation: Im T. von Zastrow Stutenpreis (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.400 m) triumphierte mit der von Uwe Stech in Berlin-Hoppegarten vorbereiteten dreijährigen Adlerflug-Tochter Shivajia die größte Außenseiterin im neunköpfigen Feld zur Quote von 211:10 Euro. Unter dem Italiener Daniele Porcu gelang der Lady das Kunststück, beim siebten Start ihr erstes Rennen ausgerechnet in diesem Highlight zu landen.

In einem äußerst packenden Finale spurtete Shivajia auf den allerletzten Metern an der Innenseite durch und kam noch hauchdünn an den Konkurrentinnen vorbei. Trainer Uwe Stech feierte den größten Erfolg seiner bisherigen Laufbahn.

Sein Kommentar: „Die Wetter hatten Shivajia offenbar ihren letzten Platz im Preis der Diana übelgenommen und sie unterschätzt. Zuvor in Hamburg war sie sehr schlecht vom Start gekommen und trotz einer Rempelei noch gute Vierte in einem Gruppe-Rennen“, kommentierte der Coach, der vor vielen Jahren schon mit White Lightning in Baden-Baden einen Gruppe-Sieg geschafft hatte. „In Einstellung der Hamburger Leistung hatte ich ihr einen Geldrang zugetraut. Dass es ein Sieg geworden ist, macht uns natürlich glücklich. Die Stute hat nun eine Option in einem Gruppe III-Rennen in Hannover.“

Amona hatte schon den Triumph vor Augen, musste erneut mit einer Platzierung vorlieb nehmen, lief aber dennoch äußerst stark. Trainer Andreas Löwe: „Sie war schon vorne, hat sich super geschlagen.“ Mit Winnemark (Besitzer Paul von Schubert: „Super, sie hat zu alter Form zurückgefunden“) schob sich eine weitere Außenseiterin auf Rang drei und katapultierte die Quote der Dreierwette auf 14.085:10 Euro. Auch Techno Queen machte sich als Vierte noch bemerkbar, wie auch Full Of Beauty in diesem spannenden Rennen besser lief, als es die Platzierung ausdrückte. Die Favoritin Anna Katharina wurde viel zu offensiv geritten, hatte teilweise fünf Längen Vorsprung und baute stark ab. Ihr Betreuer Markus Klug: „Ich bin sprachlos.“

Seit Jahren gilt der Tscheche Trip To Rhodos (27:10) als einer der Top-Langstreckler aus Osteuropa. Auch bei uns hatte er schon mehrfach seine Visitenkarte abgegeben, u.a. als etwas unglücklich agierender Dritte im Langen Hamburger. Im Mercedes Benz Steherpreis (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.800 m) erfüllte der Sohn des einstigen Arc-Siegers Rail Link alle Erwartungen. Cristian Demuro ritt den Favoriten mit sehr viel Vertrauen. Schon zu Beginn der Geraden fiel die große Haltung des Italieners auf, und bald schon machte sich Trip To Rhodos bequem von der Konkurrenz frei.

„Er ist ein sehr gutes Pferd, war zuletzt bei seinem zweiten Platz in Maisons-Laffitte ziemlich unglücklich. Als ich ihn gefragt habe, hat er heute bestens mitgespielt“, kommentierte Demuro. Der Prix du Cadran am Arc-Tag in Longchamp oder das St. Leger Italiano könnten nun als nächstes Ziel anstehen.

Ephraim verteidigte sich von der Spitze aus bestens, stand seine dosierte Pace bestens durch. „Es kann für ihn noch weiter sein. Ich bin sehr zufrieden. Wir steuern nun das St. Leger in Dortmund an“, ließ sein Betreuer Markus Klug durchblicken.

Auch der Ungar Thunder Teddington packte innen noch besser an vor Iraklion, der unterwegs wohl etwas zu früh aufgerückt war. „Das war kein glücklicher Ritt. Er hat sich selbst in diese Lage hineinmanövriert“, bedauerte Christian Sprengel. Der aus einer langen Pause kommende Empoli konnte sich erst am Ende nicht mehr steigern.

Neutrainer Lennart Hammer-Hansen hat weiterhin einen bemerkenswerten Erfolgsschnitt. Im einleitenden 1.800 Meter-Rennen setzte sich mit viel Speed die erst seit vier Wochen von ihm vorbereitete Stute Ansedomia (32:10, B. Flandrin) gegen die lange führende Sardegna und Avorio durch. „Sie hatte sich toll angeboten und ist gut geritten worden. Ihr Jockey hat sich Zeit gelassen, es lief genau nach Plan“, bilanzierte der Coach.

Als Halbschwester der Gruppesieger Querari und Quasillo (der einstige Derby-Favorit kuriert derzeit seine Verletzung bei Simon Stokes im heimischen Gestüt Fährhof aus) eilt der zweijährigen Stute Quidura (35:10, J. Bojko) natürlich ein großer Ruf voraus. In der über 1.500 Meter führenden Youngster-Prüfung, einem Trial für den Preis der Winterkönigin in wenigen Wochen auf dieser Bahn, setzte sich die Dubawi-Tochter aus dem Vordertreffen mehr als sicher durch. „Sie ist ein Pferd mit viel Potenzial für das nächste Jahr. Ob wir in der Winterkönigin laufen, ist noch nicht sicher. Vielleicht machen wir auch Schluss für 2015“, meinte ihr Betreuer Andreas Wöhler. Die Favoritin Laurette packte am Ende immer besser an und sollte bald gewinnen können. Auch Good Girl war als Dritte dichtauf.

Mit einem Traumergebnis für den Hoppegartener Trainer Uwe Stech endete die Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.800 m), als der Coach die beiden Erstplatzierten stellte. Zumindest der Sieg von Harathea (235:10, A. Pietsch) kam völlig überraschend, auch wenn der Hengst hier vor zwei Jahren erfolgreich war und wieder bei einer günstigen Marke stand. Jockey Alexander Pietsch wählte als einziger eine innere Spur und verabschiedete sich dort locker von der Trainingsgefährtin Run On Fire. Stech: „Harathea hatte sie in Magdeburg wieder angekündigt. Und Run On Fire wurde in Bad Harzburg extrem behindert.“ Tweet Lady und Arleona vervollständigten die Viererwette, die nicht getroffen wurde. Der Jackpot von über 27.000 Euro wird beim Sales & Racing Festival im Oktober ausgespielt. Schon für die Dreierwette gab es 83.602:10 Euro.

Für eine gewaltige Überraschung sorgte im Ausgleich II über 1.600 Meter der früher im Besitz des Galopp Club Deutschland stehende, inzwischen von Tamara Hofer in Österreich vorbereitete Urgestein (248:10-Außenseiter). Auf den allerletzten Metern nagelte der in dieser Saison zweimal in Budapest erfolgreiche Wallach unter dem dreifachen slowakischen Champion Jaroslav Linek Cloud und Foolproof noch fest.

Auch bei seinem vierten Auftritt blieb der von Waldemar Hickst aufgebotene Hof Vesterberger Western Dancer (33:10, A. Pietsch) ungeschlagen. Der Dreijährige musste in einem 2.800 Meter-Ausgleich II schon Ende der Gegenseite mächtig geritten werden, verteidigte seinen auf der Geraden erlangten Vorteil gegen Darco und die Favoritin Alandia aber sehr sicher.

Zu großartiger Form hat der von Helga Dewald trainierte Nandolo (42:10, D. Porcu) gefunden, der im abschließenden 1.200 Meter-Ausgleich III zum Meetings-Doppelsieger avancierte. An der Außenseite dominierte der Favorit zeitig vor Henke, Freya und Historic Occasion.


 


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