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Franzose Prince Gibraltar brilliert im Grand Prix

Netzer begeistert von Baden-Baden

Baden-Baden 6. September 2015

Fußball-Legende Günter Netzer war gemeinsam mit VFL Wolfsburg-Manager Klaus Allofs der prominenteste Gast unter den 14.500 Zuschauern beim großen Finalsonntag der Großen Woche in Baden-Baden. Und Netzer zeigte sich begeistert von den Galopprennen in Iffezheim: „Es ist für mich eine liebgewonnene Tradition, die Rennen hier zu besuchen. Ich verstehe zwar nicht viel davon. Aber es macht mir Spaß, die wunderschönen Pferde anzusehen. Ich bewundere die Leistung der Jockeys, die für mich heldenhaft sind. Die Atmosphäre ist etwas ganz Besonderes. Ich bin wahnsinnig gerne hier.“

Besonders angetan war Netzer auch vom grandiosen Sieger im Longines – Großer Preis von Baden (Gruppe I, 250.000 Euro, 2.400 m), dem Super-Grand Prix des hiesigen Turfs: Der im französischen Pau von Top-Trainer Jean-Claude Rouget vorbereitete vierjährige Rock of Gibraltar-Sohn Prince Gibraltar siegte mit einem Endspurt, wie man ihn selbst in der langen Historie dieser Prüfung selten gesehen hat.

Vom letzten Platz – teilweise mit deutlichem Abstand zum von Weltmacht angeführten Feld überspurtete Prince Gibraltar als 25:10-Favorit die Konkurrenz mit einem sensationellen Antritt. Völlig souverän mit eindreiviertel Längen Vorsprung dominierte der beim zwölften Start zum vierten Mal erfolgreiche Crack, der mit dem Preisgeld von 150.000 Euro seine Gewinnsumme auf 775.555 Euro steigerte.

Und bald könnte noch sehr viel mehr hinzukommen. Besitzer Jean-Francois Gribomont: „Wir gehen nun direkt in den Prix de l‘ Arc de Triomphe.“ Das Mega-Event am 4. Oktober in Paris-Longchamp ist erneut das Ziel von Prince Gibraltar, der 2014 dort als Siebter sehr achtbar abschnitt. Jockey Fabrice Veron liebt die deutschen Rennbahnen nun aus mehreren Gründen: Hier schaffte er seinen ersten Erfolg in einem Listen-, in einem Gruppe- und nunmehr in einem Gruppe I-Rennen, der Champions League der Galopper.

„Prince Gibraltar beginnt immer sehr langsam. Auf der Zielgeraden war er das beste Pferd und hat riesigen Speed gezeigt.“
Jockey Fabrice Veron

Eine Klasseleistung bot auch die Stute Nightflower als Zweite. „Wir waren nur von einem sehr guten Gegner geschlagen. Alles in Ordnung“, berichtete ihr Trainer Peter Schiergen. Knapp hinter ihr kam auch Sirius als Dritter stark auf Touren. „Das war wieder eine tolle Leistung. Für ihn war das schnelle Rennen ideal“, meinte Coach Andreas Löwe, dessen anderer Starter Palace Prince als Vierter ebenfalls lange mitmischte. „Beide haben sich sehr stark verkauft. Sie haben nun eine Nennung im Preis von Europa in Köln.“

Der stärker gewettete Goldstream konnte sich nicht steigern, auch Spend the cash und die in flotter Fahrt führende Weltmacht blieben chancenlos. Der Vorausfavorit Ito war wegen Fiebers kurzfristig abgemeldet worden.

Allofs-Coup mit Potemkin

Klaus Allofs durfte sich in einem Ausgleich I über 2.000 Meter über einen weiteren Erfolg seines groß verbesserten Wallachs Potemkin (19:10, E. Pedroza) freuen. Denn in sagenhafter Manier marschierte der in dem Besitz des Wolfsburg-Managers und der Stiftung Gestüt Fährhof stehende Favorit beim fünften Saisonsieg Start-Ziel gegen Leonce und Koffi Prince auf und davon. Da dürfte Allofs noch sehr viel Freude an seinem Hoffnungsträger haben.


Eine großartige Woche krönte der Münchener Trainer Werner Glanz im Eacada Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.800 m) durch den sicheren Erfolg der sechsjährigen Stute Lili Moon (95:10) unter dem Brasilianer Rafael Schistl. Aus hinteren Regionen kam die Desert Prince-Tochter regelrecht angeflogen und bekam alles noch sicher geregelt. Es war bereits der neunte Erfolg der so treuen Lady. „Das war ein Klasseritt, absolut perfekt. Die Order war, im Mittelfeld zu gehen und innen durchzustoßen. Wahrscheinlich werden wir mit ihr noch ein Jahr dranhängen“, so Werner Glanz nach seinem fünften Meetingstreffer. 

Die Französin Gabella kam noch gut ins Bild und fing die Riesenaußenseiterin Simplon für den Ehrenplatz ab. „Sie ist riesig gelaufen. Mit einem guten Abschneiden hatten wir gerechnet“, sagte Trainer Pavel Vovcenko. Lutania und Drejö blieben ebenfalls gut dabei, während Damour immer außen herum musste.

Eine mehr als günstige Aufgabe fand der in Grupperennen gestartete Agosteo, im Besitz des Stalles Reckendorf, im 2.200 Meter-Auftaktrennen vor. Von zweiter Stelle hatte er Mitte der Geraden den führenden Night Hawk schnell im Griff, der noch den stark anpackenden Descarado ziehen lassen musste. „Nach den bisherigen Formen war Agosteo schwer zu schlagen. Es war ein leichtes Rennen für ihn. Nun steuern wir Ende September das Hannoversche Auktionsrennen an“, berichtete Trainer Markus Klug.

Nach einer Flut an Platzierungen landete der Peter Gollmanns Fair Trade (23:10, A. Starke) im Ausgleich II über 2.200 Meter endlich den verdienten Treffer. Mit schönem Speed überspurtete der Favorit den gut standhaltenden Angel Moon und die unterwegs auf Tempo drückende Nelke locker auf die Plätze. „Das war ein perfekter Ritt. Der Jockey hat auch reagiert, als es unterwegs schneller wurde. Fair Trade war an der Reihe. Wir suchen nun einen Ausgleich I für ihn“, erklärte Trainer Hans-Jürgen Gröschel.

Sagenhafte 75.000 Euro wurden in der Wettchance des Tages in der Viererwette des 1.600 Meter-Ausgleiches III ausgeschüttet. Und die Entscheidung war in diesem absoluten Wettspektakel mit über 193.887,58 Euro Umsatz, davon 107.546,90 Euro in dieser Wettart packend. Mit starken Reserven verteidigte sich der 105:10-Außenseiter Goldbraid (F. Minarik) aus dem Stall von Pavel Vovcenko sicher gegen See Dex, den Favoriten Paper Moon und Sha Gino. Die Viererwette bezahlte 17.585:10 Euro.

Schon beim Düsseldorfer Erfolg hatte die von Waldemar Hickst trainierte Abendlicht viel Speed gezeigt. Und auch im 2.000 Meter-Ausgleich III überflog die so nobel gezogene Abendlicht (47:10, A. Suborics) die von Chancy und Alshazah abgeführte Konkurrenz.

Die große Form des Hoppegarteners Uwe Stech setzte sich im 1.400 Meter-Ausgleich II dort, als sich Jackobo (71:10, E.Pedroza) vorne gegen Black Cool Cat und Tap Your Toes immer verteidigte.

Das Erfolgsteam Andrasch Starke/Peter Schiergen sicherte sich noch eine 2.000 Meter-Prüfung für dreijährige Stuten mit der sicher zum Zuge kommenden Eudokia (52:10) vor der schwer zu dirigierenden Vega und Dynastie.


Im abschließenden Rennen der Großen Woche (Ausgleich II, 1.800 m) setzte sich der speedgewaltige Motabaary (37:10, T. Hofer) zum dritten Mal in Folge durch und machte den sechsten Treffer für seinen Betreuer Werner Glanz hier perfekt, der damit zum Meetingschampion avancierte. Giolino, Seewolf und Erato vervollständigten die Viererwette, die 7.228:10 Euro brachte.
 

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