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Vorjahreszweite Virginia Sun gewinnt das 131. Deutsche St. Leger

Entscheidung unter Vollblutdamen

Dortmund 20. September 2015

Im vergangenen Jahr hatte sie der Siegerin Kaldera lange Paroli geboten, am Ende im 130. Deutschen St. Leger aber doch den Kürzeren ziehen und mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen müssen. Die 131. Auflage des alljährlich letzten deutschen Klassikers war der vierjährigen Virginia Sun heute in Dortmund jedoch nicht zu nehmen. Gestüt Auenquelles Stute, die von Jens Hirschberger am Raffelberg in Mülheim-Ruhr trainiert wird, gewann das Traditionsrennen in der Westfalenmetropole mit dem Niederländer Adrie de Vries im Sattel gegen Techno Queen und den Favoriten Nordic Flight, der von den vier startenden Dreijährigen noch am weitesten kam, allerdings nie eine Chance auf mehr besaß.

Die als Großer Preis von DSW21 – 131. Deutschen St. Leger gelaufene alte Prüfung wurde letzten Endes allein eine Angelegenheit zwischen zwei Vollblutdamen. Denn lediglich die in dieser Saison enorm verbesserte Techno Queen schien die Vorjahres-Zweite für einen Moment noch stoppen zu können, bis am Ende auch sie in der über 2.800 Meter führenden und mit insgesamt 55.000 Euro dotierten Gruppe-III-Prüfung gegen die wie ausgewechselt wirkende Virigina Sun auf verlorenem Posten stand.

Leicht mit zweieinhalb Längen beherrschte die 87:10-Chance jederzeit vor ihr die Endphase des Rennens. Aber auch Techno Queen hatte sich zuletzt auf deutliche fünf Längen vom restlichen Feld absetzen können, das – wie gesagt - von Nordic Flight angeführt wurde. Vierter wurde mit Wasir ein weiterer Dreijähriger. Doch änderte dies nichts daran, dass der Altersvergleich klar zugunsten der Vierjährigen und insbesondere auch der Stuten ausfiel.

Die tolle Vorstellung von Virginia Sun kam umso überraschender, als sie nach ihrem vorjährigen Ehrenplatz eigentlich nicht mehr allzu viel geboten und mehr oder minder nur enttäuscht hatte. Das Dortmunder Publikum erlebte also wieder eine Virginia Sun in Bestform. Sie wurde übrigens auch vom Rödinghausener Gestüt Auenquelle von Karl-Dieter Ellerbracke und Peter M. Endres gezogen, die bekanntermaßen beide hochkarätige Funktionäre im deutschen Turf sind.

Für die beeindruckende Gewinnerin bietet sich am 25. Oktober in Hannover bald schon eine gute Gelegenheit, den Dortmunder Triumph auf einer um 600 Meter kürzeren Strecke im Herbst-Stuten-Preis (55.000 Euro, Gruppe III, 2.200 Meter) zu bestätigen.

Der Wambeler Leger-Tag wurde für Jockey Adrie de Vries nicht allein durch den klassischen Erfolg mit Vriginia Sun ein Tag, den er entscheidend mitprägen konnte. Der „Fliegende Holländer“ präsentierte sich nämlich insgesamt gleich dreimal auf Sieg programmiert. Zu den beiden weiteren Treffern zählte insbesondere auch der Sieg im zweitwichtigsten Ereignis auf der Karte, dem mit insgesamt 52.000 Euro dotierten Großen Preis von Wilo, den er mit der von Trainer Markus Klug zum zweiten Mal aufgebotenen Areion-Tochter Dhana der klar favorisierten und ebenfalls von Areion stammenden Ittlingerin Kambria noch glatt wegschnappte, als diese ihre ohnehin bereits recht üppige Gewinnsumme von 50.000 Euro schon um die 32.000 Euro für den Erfolg in diesem BBAG Auktionsrennen für zweijährige Stuten aufzustocken schien.

Doch alle Gegenwehr half nichts. Die Siegdotierung wandert jetzt auf das Konto von Helmut von Fincks Gestüt Park Wiedingen, das auch Züchter der Gewinnerin ist, die ebenso wie Kambria demnächst noch den Preis der Winterkönigin am 18.Oktober in Baden-Baden auf ihrer weiteren Agenda stehen hat.

Punkt Nummer drei sicherte sich Adrie de Vries dann mit dem 142:10 Außenseiter Humor aus dem Hoppengartener Stall von Roland Dzubasz in einem der zahlreichen Handicaps. Von denen das wichtigste im Übrigen ebenfalls nach Berlin ging, da das Höchstgewicht Jackobo unter Eduardo Pedroza im als Ausgleich II ausgeschriebenen RaceBets-Preis mit viel Kampfgeist sämtliche Angriffe der Konkurrenz erfolgreich abzuwehren verstand.

Gleich zu Beginn des Tages hatte sich bei den Zweijährigen der Debütant  Sound Check des Gestüt Ittlingens im Preis der DEW21 in der Hand von Andrasch Starke durchgesetzt, und es liegt jetzt nahe, dass der Lando-Sohn, immerhin ein rechter Bruder keines Geringeren als des Klassehengstes Scalo, am 11. Oktober nun noch einmal auf der Kölner Heimatbahn im Preis des Winterfavoriten auflaufen wird.

Besonders hohe Quoten gab es heute übrigens auf die Siege der dreijährigen Onyxa, die 143:10 zahlte, sowie der gleichaltrigen Winola, die bei der Entscheidung der Viererwette als 253:10-Überraschung das Rennen ihres bisherigen Pferdelebens lief.

Dortmunder Erfolgserlebnisse hatten dazu genauso noch die Umfelder des alten Haudegens Twin Star und des Wallachs Dalmore, die im Rahmenprogramm ebenfalls zu Siegen kamen.














 

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