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Wöhler-Stute und Allofs-Ass stark

Kosmische glänzt in Köln

Köln 26. September 2015

Der Name war wirklich Programm: Beim Start des Kölner Europa-Meetings am Samstag in Köln war die im Besitz des Vodka-Unternehmers Rashit Shaykutdinov stehende zweijährige Stute Kosmische (46:10, E. Pedroza) der vierbeinige Star des Nachmittages. Denn im Preis des Medienhauses DuMont Rheinland – Winterkönigin-Trial (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.500 m) triumphierte die Fastnet Rock-Tochter aus dem in Spexard bei Gütersloh beheimateten Top-Stall von Andreas Wöhler.

Bis in die Zielgerade hinein ließ sich die Mitfavoritin von Whole Lotta Rosie, die immer wieder anzog, führen, um dann immer zwingender zu werden. Doch erst rund 200 Meter vor dem Ziel gewann Kosmische entscheidend die Oberhand und stand auch die starke Schlussattacke der nach wenig optimalem Rennverlauf heranfliegenden Double Dream aus. Damit bleibt Kosmische auch nach ihrem zweiten Auftritt ungeschlagen.

„In Bad Doberan hatte sie sich noch etwas doof angestellt, und auch heute war sie aus der Startmaschine heraus am Träumen“, berichtete Trainer Andreas Wöhler. „Sie braucht im nächsten Jahr weitere Wege, wie das ja auch bei ihrem Bruder der Fall war (Anm. der Red.: Brian Boru ist englischer St. Leger-Sieger). Wir lassen und offen, ob wir mit ihr in den Preis der Winterkönigin gehen, da wir wohl kaum noch guten Boden antreffen werden.“
Double Dream machte noch viel Boden gut. „Für sie war es auf der Geraden etwas eng, aber gut gelaufen ist sie. Die Distanz war kein Problem, daher denke ich, dass sie in der Winterkönigin antritt“, versicherte ihr Betreuer Markus Klug.

Auch Whole Lotta Rosie lief von der Spitze aus stark. „Ich bin sehr zufrieden. Das war ihr letzter Saisonstart. Alle unsere Pferde stehen nun bei Mirek Rulec“, sagte Besitzer Hans-Helmut Rodenburg.

Die Favoritin Laurette kam aus guter Position nicht weiter und musste sich mit Rang vier zufriedengeben. „Sie wird nun eingepackt und wird erst 2016 wieder laufen“, so ihr Eigner Franz Prinz von Auersperg.

Natürlich weilte VFL Wolfsburg-Manager Klaus Allofs am Samstag beim Heimspiel des Fußball-Bundesligisten gegen Hannover 96, aber kurz vor dem Anstoß durfte er bereits jubeln. Denn der in seinem (gemeinsam mit der Stiftung Gestüt Fährhof) Besitz stehende Sottovento (57:10, A. Starke) feierte in einem 2.100 Meter-Ausgleich III seinen dritten Saisonsieg. Vorneweg hatte der wie Kosmische von Fastnet Rock stammende Dreijährige gegen Sign und Miss Sommerroh hatte er keine Probleme. „Er hat Anlaufzeit gebraucht, sich nun aber mit Scheuklappen gut zurechtgefunden. Er ließ sich vorne gut motivieren und macht im Handicap weiter“, ließ Sottoventos Betreuer Peter Schiergen durchblicken.

Leider nur drei Pferde nahmen das einleitende 2.200 Meter-Rennen in Angriff, da stieß der Park Wiedinger Devastar (13:10, A. de Vries) auf keine Opposition. Start-Ziel bestimmte der heiße Favorit gegen Eyes on Me und Alexander Lucas das Geschehen. „Er hatte einige schwere Rennen hinter sich. Heute passte die Prüfung gut in den Zeitrahmen. Er soll nun die Baden-Württemberg-Trophy in Baden-Baden bestreiten“, gab Trainer Markus Klug die weitere Marschrichtung vor.

Auch mit elf Jahren hat Shaw (37:10) immer noch nichts von seinem Elan eingebüßt. Im über 2.400 Meter führenden Amateurreiten legte er nach seinem jüngsten Treffer gleich noch einmal nach und kam nach einem bestens eingeteilten Ritt des jungen Robin Weber sicher gegen Aitutaki und Quezon hin. „Er ist wieder voll da. Wir werden auch wieder auf die Sandbahn gehen. Shaw läuft, bis er uns sagt, dass er nicht mehr will“, kommentierte Marion Weber, die Mutter des siegreichen Reiters und Betreuerin von aktuell fünf Pferden in Neuss.

„Bei weichem Boden hat er allererste Chancen“, hatte der Kölner Trainer Karl Demme vor der Wettchance des Tages über den Erlenhofer Cassilero (98:10) gesagt. Und nach dem 1.600 Meter-Ausgleich III durfte er sich voll bestätigt fühlen, denn der so ungemein treue Hengst landete seinen vierten Saisontreffer. Daniele Porcu verteidigte mit ihm einen sehr sicheren Vorteil vor dem nicht ganz durchziehenden Favoriten Dark Forrest, Ciel de Loire und Viscount Vert. Die Viererwette bezahlte 67.357:10 Euro. „Cassilero hatte auch ein optimales Rennen. Es ist wichtig, dass er frei galoppieren kann, ein feines Pferd“, fügte Demme noch an.

Hochstimmung herrschte nach dem 1.400 Meter-Ausgleich IV bei Jockey Alexander Pietsch und seiner Freundin Caroline Fuchs als Besitzerin des Wallachs Tableforten (47:10), der nur den Widerstand des Frontrenners Kepheus und des schnell werdenden Narborough brechen musste, was problemlos gelang.

Zum Abschluss gab es durch die bei ihren ersten beiden Deutschland-Starts noch nicht aufgefallene Singspila (317:10, A. Best) in einem 1.850 Meter-Rennen noch eine Riesenüberraschung. Start-Ziel ließ die Sechsjährige, die in bulgarischem Besitz steht, vor World’s Dream und Opera Rock nie etwas anbrennen. Ihr Trainer Pascal Jonathan Werning: „Sie hat nach drei Jahren Pause erst wieder Anschluss finden müssen. Das war heute ein sensationelles Ergebnis. Schöne Grüße nach Bulgarien.“

Gut besucht präsentierte sich die Rennbahn, wobei die Auto-Präsentation unter dem Motto „Boxenstopp“ sehr viel Anklang fand. Nun freuen sich alle Turffreunde auf den Super-Sonntag um den 53. Preis von Europa, den Saisonhöhepunkt im Weidenpescher Park.


 

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