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100.000 Euro-Triumph in Baden-Baden

Millowitsch wieder im Rampenlicht

Baden-Baden 16. Oktober 2015

Normalerweise verbindet man Millowitsch mit Köln. Doch nach zwei Erfolgen in der Domstadt betrat ein zweijähriger Hengst mit demselben Namen wie die Volksschauspieler-Legende Willy Millowitsch und dessen Sohn Peter am Freitag nun auch in Baden-Baden vor 2.607 Zuschauern die Bühne: Denn im Ferdinand Leisten-Memorial (BBAG Auktionsrennen, 200.000 Euro, 1.400 m) landete der Sehrezad-Sohn nicht nur den dritten Treffer beim erst vierten Start – er galoppierte auch 100.000 Euro auf das Konto seiner Züchterin und Besitzerin Dr. Alexandra Margarete Renz (aus Köln).

Unter Jockey Andreas Helfenbein entschädigte sich der von Champion Markus Klug trainierte Youngster als 43:10-Favorit auch für sein Pech im Zukunftsrennen an selber Stätte, als er durch Wegbrechen bessere Chancen ließ.

Aber auch diesmal lief Millowitsch, der gemeinsam mit Digitalis gleich die Spitze übernommen hatte, auf der Zielgeraden immer weiter nach außen, über die gesamte Breite der Iffezheimer Bahn. Doch er war mit soviel Schwung unterwegs, dass der deutliche Vorsprung zwar schmolz, aber ausreichte, um eine halbe Länge ins Ziel zu verteidigen und sein Gewinn-Konto auf 136.500 Euro zu steigern.

Trainer Markus Klug: „Er ist wieder weggebrochen. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber vielleicht mag er Linkskurse nicht so gern, und er sucht dann Anlehnung an den Rails. Gearbeitet hatte Millowitsch sehr gut. Mit einem guten Laufen hatte ich gerechnet. Nun hat er als Zweijähriger schon mehr verdient als viele andere Pferde in ihrer gesamten Karriere. Er geht nun in die Winterpause. Das große Ziel im nächsten Jahr ist das Mehl-Mülhens-Rennen in Köln.“

Der Franzose Fanfaron lief noch dicht an Millowitsch heran und war damit wie schon im Zukunftsrennen einen Rang hinter dem Konkurrenten. „Der Gegner war zu stark, aber unser Pferd ist toll gelaufen, zumal die Distanz etwas kurz für ihn ist“, berichtete Trainer Didier Prod‘ Homme. Der Debütant Mister Mowgli kam noch stark auf Touren und auf Anhieb auf einen glänzenden dritten Platz. Sein Betreuer Waldemar Hickst: „Wenn er schon ein Rennen im Leib gehabt hätte, dann wäre noch mehr möglich gewesen. Das Münchener Auktionsrennen ist noch eine Option.“ Wonnemond und A Raving Beauty hielten sich dahinter solide, hatten aber ebenso wie die anderen Pferde keinen Einfluss mehr auf die Entscheidung.

Schon bei der Großen Woche war der aus Dubai stammende Jaber Abdullah der erfolgreichste Besitzer in Baden-Baden. Da passte es nur zu gut, dass er auch beim Sales & Racing Festival am Freitag gleich das erste „normale“ Rennen gewann – mit der Raven’s Pass-Tochter Deauville Crystal (19:10, E. Pedroza. Mit starken Reserven zwang die Stute aus dem Erfolgsstall von Andreas Wöhler noch die schon in Sicherheit geglaubte Ebbesloherin Walun in die Knie, während Dschingis Secret als Dritter schon deutlicher zurück folgte. „Sie ist ein gutes Pferd, war noch sehr grün und durfte nicht zu früh vorne sein. Im nächsten Jahr können wir einiges von ihr erwarten“, meinte Wöhler über die Gewinnerin.

„Endlich habe ich hier mal wieder ein Rennen gewonnen, denn das ist schon lange her“, erklärte Daniel Delius, nachdem der im Besitz des Stalles Winterhude (von ihm und dem Hamburger Rennbahnarzt Dr. Peter Wind) stehende Liro (103:10) nach einem starken Finish von Larissa Bieß den 4. Wertungslauf zum Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich IV, 2.400 m) noch sicher gegen den lange führenden Zantaro und Aitutaki für sich entschieden hatte. Die Stallform von Trainer Christian von der Recke steht also weiterhin.

Viele gute Leistungen bei den großen Meetings hatte man in diesem Jahr von See Dex gesehen, doch auf einen vollen Erfolg musste das Team um Trainer Günter Lentz (war schon auf dem Weg nach Leipzig) bis heute warten: Im Ausgleich III über die Meile bekam der 108:10-Außenseiter mit Francisco Da Silva noch Harathea, Goldbraid und den Ungarn Beau Dreamer locker in den Griff. Die Viererwette wurde nicht getroffen.

Da Silva sicherte sich überraschend auch auf dem nun dreifachen Saisonsieger Risalto (138:10) den Ausgleich II über 2.200 Meter, der auf freier Bahn regelrecht an Red Pepper und der Ungarin Claudia Octavia vorbeiflog. Trainer Dr. Andreas Bolte: „Er hatte in Düsseldorf ein sehr schlechtes Rennen, als er nicht gut vom Start kam. Sonst hätte er dort vielleicht schon gewonnen. Heute hatte ich früh ein gutes Gefühl.“

Mächtig steigern konnte sich in diesen Wochen der von Yasmin Almenräder in Mülheim trainierte Naval (79:10, St. Hellyn). Denn mit dem 1.400 Meter-Ausgleich II entschied der Hengst aus Mülheim das dritte seiner letzten vier Rennen für sich. Nach einem Bilderbuch-Rennen von dritter Position aus schnappte er sich den lange führenden Außenseiter Historic Occasion noch sicher, dahinter schob sich Universal Star auf Schlangenlinien noch auf den dritten Rang, während die Seriensiegerin Dream of You früh wirkungslos blieb.

Für ihre Disqualifikations-Niederlage in Köln gab es für Stall Ullmanns Chicane (14:10, F. Minarik) in einem 1.600 Meter-Rennen schnelle Entschädigung. Zuletzt bekam die heiße Favoritin Sorella und Diamond Beat noch gut in den Griff.

Im Finallauf der Sommermeisterschaft der Amateure (Ausgleich IV, 1.600 m) zeigte Monique Lübcke auf der von Frank Fuhrmann aufgebotenen Kimara (114:10) eine artistische Glanzleistung, denn obwohl der Sattel wegrutschte, verteidigte sie Start-Ziel einen Vorsprung vor Favorfoot Danon, Dagostino und Grand Rex. Auch in dieser Viererwette gab es keinen Gewinner.

Eine besondere Ehrung gab es an diesem Nachmittag: Dr. Peter Tasch, Chef-Steward über Jahrzehnte, der bekanntlich Ende 2015 in den Ruhestand gehen wird, wurde feierlich verabschiedet.

 

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