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Gamgooms elfter Coup in Neuss

Ein Rekord für die Ewigkeit?

Neuss 22. November 2015

„Wenn ich einige Pferde mehr wie ihn hätte, dann wäre ich in diesem Jahr Champion“, scherzte Trainer Mario Hofer nach dem elften Saisontreffer des sensationellen Gamgoom (14:10), der die Entdeckung dieser Saison ist. Der auf der Grasbahn sogar in der Listenklasse erfolgreiche Wallach, im Besitz des Düsseldorfers Guido Schmitt, fand am PMU-Sonntag in Neuss natürlich eine verlockende Aufgabe vor. Denn in einem 1.100 Meter-Ausgleich III stand der Exceed and Excel-Sohn natürlich klar heraus, denn seine Sand-Marke war um 18 Kilo günstiger als auf Gras.

Völlig überlegen mit fünf Längen Vorsprung stiefelte Gamgoom unter dem jungen Robin Weber, der seinen zweiten Treffer an diesem Abend markierte, den Benelux-Gästen Thorpe Bay und Ponthieu davon. „In einem Grupperennen in Mailand war der Boden zu tief für Gamgoon, er braucht guten Gras- oder Sanduntergrund. Jetzt bekommt er eine verdiente Pause“, berichtete Mario Hofer. Sicherlich dürfte Gamgooms Siegrekord lange Bestand halten.

Die extrem weite Reise aus Ungarn hatte sich für die von Gabor Maronka vorbereitete Miss Brooch (19:10 auf Sieg und 34:10 auf Platz) mehr als gelohnt. Denn im einleitenden 1.100 Meter-Sprint lief die Lady vorneweg unter Francesco Lado allen davon. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Österreich dauerte die Tour nach Neuss 13 Stunden. Enorm stark kam Charlize vom letzten Platz noch auf Touren und schob sich an dem Außenseiter Control Chief vorbei.

Nach zwei imponierenden Treffern hintereinander endete die Serie des heißen Favoriten Vabinsaru in einem 1.900 Meter-Handicap. Zwar hatte der Wallach unterwegs bald schon einen vorderen Platz und im Verlauf der Gegenseite die Spitze erobert, aber Mitte der Zielgeraden stand er regelrecht still und verschwand sogar auf den fünften Rang. Jockey Alexander Pietsch: „Die kürzere Distanz hat ihm nicht behagt. Auf weiteren Wegen galoppiert er die Gegner aus den Schuhen, aber hier wurde er nicht schneller.“ Der Holländer Naaseh (114:10, R. van Eck) war Vabinsarus einziger Verfolger in der ersten Phase der Prüfung und stand bis zuletzt bestens durch gegen die heranfließenden Bayonero (er wurde am Start behindert) und Red Dynamite. „Er stand das ganze Jahr über zu hoch im Handicap und lief nun zum ersten Mal im Ausgleich IV. Das musste er können“, erläuterte Lucien van der Meulen.

Und Besitzertrainer Anthonius Franzen legte im 1.900 Meter-Ausgleich III nach, denn der vor wenigen Wochen bereits hier erfolgreiche Dutch Master (28:10) landete einen weiteren Sieg. Dabei hatte er unterwegs sogar noch einen Stopp, musste von weit hinten kommen, doch schon Ende der Gegenseite rückte der Wallach unter dem in Top-Form agierenden Robin Weber mächtig auf und kam locker gegen Guardian Angel und Kolonel Kirkup hin. Lucien van der Meulen meinte für den nicht vor Ort weilenden Coach: „Er ist nun zwei Punkte vorne im Besitzertrainer-Championat. Wenn es rollt, dann rollt es. Wir werden bis zum Schluss Gas geben.“

Der Thüringer Besitzertrainer Manfred Türk war mit viel Optimismus angereist und sollte nach der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.500 m) Recht behalten, denn die von ihm vorbereitete Orsella (61:10) kam auf den allerletzten Drücker nach einem Glanzfinish von Steffi Hofer noch an Jordan’s Tiger, East of Eden und der innen unglücklich agierenden Sazou Hilleshage vorbei. „Steffi hat die Stute bestens geritten, das war wie am Reißbrett“, freute sich Türk. Und die Amazone fügte an: „1.500 Meter sind eigentlich noch etwas kurz für Orsella. Sie braucht immer Zeit, bis sie auf die Beine kommt.“ Die Viererwette bezahlte 24.693:10 Euro.

Eine Entdeckung auf der Sandbahn scheint der im zarten Alter von neun Jahren erstmals auf diesem Terrain aufgebotene Belango (48:10) zu sein. Denn mit immensen Reserven sonderte sich der Wallach unter Fabian Xaver Weißmeier von zweiter Position auf acht Längen von der Gegnerschaft ab. Beagle Boy, der „mit zunehmendem Alter nicht mehr so gut vom Start kommt“, endete als Zweiter bestens vor dem lange in hoher Fahrt führenden Leonard, während der Favorit Elgin nie an die Spitze kam und als Fünfter ausspannte. „Zuletzt in Frankfurt lief alles gegen Belango. Da gab es drei Minuspunkte“, gab Trainergatte Joachim Weißmeier später zu. „Esther Ruth konnte die Order zu Beginn nicht umsetzen, dann wurde er von einem anderen Pferd sowie noch durch einen Sturz behindert. Er ist ja auch nur ein Pferd und kein Flugzeug. Wir bleiben nun entweder hier in Neuss oder greifen in Deauville an.“

 Im abschließenden Ausgleich IV über 1.500 Meter landete das Vater-/Sohn-Gespann Peter und Vinzenz Schiergen einen sehenswerten Erfolg mit More Than Honey (28:10) – die Stute war bei ihrem dritten Saisontreffer hochüberlegen mit zweieinhalb Längen vor Tableforten und Haarib voraus. Damit verkürzte Peter Schiergen den Vorsprung von Andreas Wöhler im Titelkampf auf zwei Punkte. Ohne Treffer blieb an diesem Abend Jockey Alexander Pietsch, der die Statistik anführt.


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