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4,4 Millionen Euro locken beim großen Galopp-Spektakel in Tokio

Ito und Nightflower: Zwei deutsche Hoffnungen im Japan Cup

Tokio 26. November 2015

1995 gab es eine der absoluten Sternstunden der deutschen Zucht auf der Galopprennbahn in Tokio: Damals gewann mit Gestüt Ittlingens Lando aus dem Stall des 31-fachen Championtrainers Heinz Jentzsch mit dem Japan Cup zum ersten Mal ein hierzulande vorbereitetes Pferd dieses Super-Event in Tokio.

Exakt 20 Jahre später wollen ihm gleich zwei deutsche Spitzengalopper nacheifern: Ito, vierjähriger Hengst im Besitz des Gestüts Schlenderhan (ältestes deutsches Privatgestüt in Quadrath-Ichendorf) und in Training bei Jean-Pierre Carvalho, sowie die dreijährige Stute Nightflower, die dem Stall Nizza des Freiburger Privatbankiers Jürgen Imm gehört und von Peter Schiergen in Köln vorbereitet wird.

Atemberaubend sind die möglichen Gewinnaussichten in dieser mit 624 Millionen Yen (rund 4,457 Millionen Euro - Umrechnung von der Japanracing-Website) dotierten Super-Prüfung: 2.142.000 Euro erhält der Eigner des Siegers nach 2.400 Metern. Sogar für Platz acht gibt es nach rund zweieinhalb Minuten noch umgerechnet 107.000 Euro.

Beide Pferde stehen vor der größten Herausforderung ihrer bisherigen Karriere. Ito (mit Jockey Filip Minarik) ist bei zehn Starts sechsfacher Sieger, allein vier stammen aus der aktuellen Saison. Höhepunkte waren die Triumphe im Großen Preis der Badischen Unternehmer (Gr. II) und zuletzt im Pastorius – Großer Preis von Bayern (Gruppe I) in München. Dort imponierte Ito mit einer beeindruckenden Start-Ziel-Taktik. 211.650 Euro stehen auf seinem Konto. Sein früherer Stallgefährte Ivanhowe erzielte hier vor einem Jahr einen sehr achtbaren sechsten Rang.

Itos Jockey Filip Minarik: „Ich glaube, Ito ist nicht schlechter als Ivanhowe. Die Japaner haben in diesem Jahr nicht solche Superstars wie sonst. Da sieht es auf dem Papier schon etwas einfacher aus. Da mehr Europäer dabei sind, sollte uns der Rennverlauf entgegenkommen. Ich wäre sehr glücklich, wenn wir das Ergebnis aus dem letzten Jahr wiederholen könnten.“

Nightflower (mit Jockey Andrasch Starke) war bei acht Auftritten zweimal erfolgreich und bringt es auf eine Gewinnsumme von 312.000 Euro. Auch ihre beiden Top-Treffer stammen aus der Saison 2015, im Diana-Trial (Gr. II) in Berlin-Hoppegarten und kürzlich im Preis von Europa (Gr. I) in Köln, als sie mit mächtiger Endgeschwindigkeit die Konkurrenz überrollte. Stuten waren in jüngster Zeit im Japan Cup vielfach erfolgreich. Ihr Reiter Andrasch Starke steigt schon seit einigen Wochen in Japan in den Sattel, und das mit einer guten Ausbeute.

Nightflowers Trainer Peter Schiergen: „In der Vorbereitung war alles in Ordnung. Natürlich wird es im Japan Cup nicht einfach, aber es ist soweit alles bestens mit der Stute.“

Bei der Startboxen-Auslosung hätte man sich mehr Glück gewünscht – denn im 18er-Feld bekam Ito die „14“ zugelost, und Nightflower geht sogar aus der äußeren Startnummer 18 auf die Reise!

Natürlich ist die Konkurrenz bärenstark. Das Gastgeberland gab sich in den vergangenen Jahren keine Blöße und stellte neun Gewinner in Serie. Die Favoritenrolle hat der viermal in Folge siegreiche Lovely Day (gewann zuletzt das Tenno Sho auf höchster Ebene) inne.

Der letzte Europäer in der Siegerliste ist der Engländer Alkaased im Jahr 2005. Aus Europa kommen neben den beiden Deutschen noch Trip To Paris (England) - Sieger im Ascot Gold Cup (Gr. I) und Vierter im Melbourne Cup (Gr. I) - sowie Erupt (Frankreich) – Sieger im Grand Prix de Paris (Gr. I) und Fünfter im Prix de l‘ Arc de Triomphe (Gr. I). 

Doch nun heißt es am Sonntag um 7:40 Uhr unserer Zeit Daumendrücken für das deutsche Japan Cup-Duo. Wer weiß, vielleicht geht ja für Ito oder Nightflower die „Sonne auf“.
 

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