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Großer Tag für Japan und Ryan Moore in Hong Kong

Keine Chance für Red Dubawi

Hong Kong 13. Dezember 2015

Es war ein Griff nach den Sternen: Red Dubawi, der einzige deutsche Starter bei den millionenschweren Hong Kong International Races am Sonntag, spielte bei seinem Auftritt auf dem Sha Tin-Kurs in der ehemaligen Kronkolonie keine Rolle. Unter Andreas Suborics kam der von Erika Mäder in Krefeld für Zalim Bifov trainierte siebenjährige Hengst in der Hong Kong Mile (23 Mio. HK-Dollar, ca. 2,7 Mio. Euro, 1.600 m) über den 14. und letzten Platz nicht hinaus.

Vom Beginn dieser Prüfung – einem der besten Meilen-Galopprennen der Welt – war Red Dubawi nach einem gewohnt zögerlichen Start am Schluss des Feldes auszumachen und kam letztlich zu keinem Zeitpunkt von dort weg. Der zuletzt in einer italienischen Gruppe I-Prüfung erfolgreiche Deutsche blieb ohne jede Möglichkeit und kam 13,5 Längen hinter dem Sieger ein. Ohnehin galt er bei einer Eventualquote von über 2.500:10 als größte Außenseiter. Es war der letzte Karrierestart für Red Dubawi, der nun Deckhengst im westfranzösischen Haras des Sablonnets wird.

Der Sieg ging an den Japaner Maurice, der unter Star-Jockey Ryan Moore als zweiter Favorit mit großer Endgeschwindigkeit sicher mit einer dreiviertel Länge gegen Giant Treasure und den heißen Favoriten und Titelverteidiger Able Friend (beide aus Hong Kong) gewann, der kurz alle Gegner zu überrollen schien.

Es war der sechste Erfolg hintereinander für Maurice, während Moore einen großen Tag krönte. Bestes europäisches Pferd wurde die französische Stute Esoterique, die als Vierte noch sehr gut ins Bild kam. „Alles lief bestens für uns. Maurice hat den Kampf aufgenommen und sich toll durchgesetzt“, kommentierte Siegjockey Ryan Moore.

Die drei anderen International Races gingen ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. In der Hong Kong Vase (Gruppe I, 18,5 Mio. HK-Dollar, ca. 2,2 Mio. Euro, 2.400 m) feierte der irische Star-Trainer Aidan O‘ Brien, der in der ganzen Welt Erfolge sammelt, seinen ersten Treffer in Hong Kong überhaupt. Jockey Ryan Moore, dem auch in diesem Jahr in großen Rennen fast alles gelingt, landete seinen ersten Top-Coup an diesem Tag vor der Mile. Er war mit dem Secretariat Stakes-Sieger früh an der Spitze auszumachen, die er nur eine Zeitlang an Harbour Master abgegeben musste.

Auf der Zielgeraden schien der dreijährige Galileo-Sohn kurz in Schwierigkeiten, doch als der Favorit Flintshire Mitte der Geraden an ihm vorbeigezogen war, da wachte Highland Reel erst so richtig auf. Der in den Farben des Coolmore-Imperiums um Derrick Smith, John Magnier und Michael Tabor gestartete Crack, auf den am Ende jede Menge Geld unterwegs war (43:10 war die Siegquote), löste sich zuletzt auf einen leichten Vorsprung von Vorjahressieger Flintshire sowie dem sehr zügig aufkommenden Dariyan, ebenfalls aus Frankreich. Damit waren hier drei Pferde aus Europa vorne!

„Als Flintshire neben uns auftauchte, dachte ich, wie sind in Schwierigkeiten, aber Highland Reel hat sich sehr stark verbessert und am Ende sehr leicht gewonnen“, freute sich Siegreiter Ryan Moore.

Eine Jockey-Meisterleistung zeigte Joao Moreira, der bisher rund 300 Treffer in Hong Kong einfuhr, im Hong Kong Sprint (Gruppe I, 16,5 Mio. HK-Dollar, ca. 1,95 Mio. Euro, 1.200 m). Eigentlich hatte man die Startbox 14 für Peniaphobia (44:10) als „Horror-Startnummer“ angesehen, doch auf dem von Tony Cruz in der Ex-Kronkolonie trainierten Wallach eroberte Moreira sofort die Spitze – und das mit viel Energie. Dort konnte er sich bald frei entfalten und im Einlauf schnell auf einige Längen absetzen. Zwar wurde der Favorit Gold Fun immer stärker, doch Peniaphobia stand bestens durch und raufte sich mit einer halben Länge Vorteil nach Hause. Nach dem Ehrenplatz 2014 krönte der Vierjährige nun seine Karriere. Not Listenin‘ tome als dichtauf folgender Dritter komplettierte den totalen Triumph der Hong Kong-Pferde.

„Wir sind sehr schnell vom Start gekommen und hatten dann vorne alles passend. Auf der Zielgeraden hat Peniaphobia enorm beschleunigt“, kommentierte Joao Moreira.

Einen dritten Triumph verpasste Jockey Ryan Moore nur knapp – im Hong Kong Cup (25 Mio. HK-Dollar, ca. 3 Mio. Euro, 2.000 m) kam er auf der japanischen Stute Nuevo Record einen Tick zu spät gegen den Start-Ziel nach einem Husarenritt von Yutaka Take Start-Ziel großartig durchstehenden A Shin Hikari (ebenfalls aus Japan). Diesen vierjährigen Hengst aus dem Stall von Masanori Sakaguchi hatte man als 387:10-Außenseiter kaum auf der Rechnung, doch in einer grandiosen Zeit von 2:00, 6 Minuten hielt er einen Vorsprung von einer Länge. Zuletzt hatte er im Tenno Sho lange geführt, aber am Ende abgebaut.

Hinter der mächtig aufkommenden Nuevo Record wurde der Hong Kong-Chinese Blazing Speed, der immer mitgemischt hatte, Dritter vor dem Favoriten Designs On Rome. Der Ire Free Eagle konnte sich aus idealer Lage nicht steigern. Es war abermals ein grandioser International Races-Tag in Hong Kong, der mit jeweils zwei Treffern im Zeichen der Japaner und von Ryan Moore stand.


 

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