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Pietsch und Starke nun mit 85 zu 84 eng beieinander

Spannung pur beim Jockey-Championat

Dortmund 27. Dezember 2015

Die Story hätte ein guter Drehbuchautor kaum besser schreiben können. Schließlich sind es die beiden Jockeys Alex Pietsch und Andrasch Starke, die im deutschen Galopprennsport zurzeit das Thema schlechthin sind. Kann Alex Pietsch sein erstes Championat schon vorzeitig perfekt machen – oder kommt die Vielfach-Champion Andrasch Starke noch einmal entscheidend zurück in die Auseinandersetzung um die diesjährige Meisterschaft? Wie ein roter Faden zog sich das Duell der beiden ja bereits durch die Dramaturgie der jüngsten Renntage. Und der Vier-Punkte-Vorsprung, mit dem der künftige Reiter von Trainer Jens Hirschberger Vollblütern heute zum Dortmunder Saisonfinale gekommen war, hatte schon Züge von einer echten Vorentscheidung. Doch Andrasch Starke wollte sich auf keinen Fall vorzeitig geschlagen geben.

Das demonstrierte der Asterblüte-Stalljockey bereits im einleitenden Sandbahnpreis-Rennen mit einem Überraschungserfolg mit Do Wah Diddy Diddy, auch wenn die Auftaktprüfung fast wie fest reserviert schien für den deutlich mehr Klasse besitzenden Simba. Der 17:10.Favorit erweis sich aber als ausgesprochen harmlos. Zu guter Letzt musste er sogar noch Platz drei an die gut endende Eliza abgeben und sich lediglich mit Rang drei begnügen.

Die Pietsch-Replik folgte allerdings auf dem Fuße. Schon eine halbe Stunde später konterte der Spitzenreiter auf dem überlegen die Szene beherrschenden dreijährigen Tim Rocco, der im Preis der Winterrennen sowohl Springtime Love als auch Ignaz das Nachsehen gab.

Das folgende www.galopp-in–dortmund-Rennen brachte quasi eine neutrale Runde. Beide Protagonisten gingen hier nämlich leer aus. Gegen den von Francesco Da Silva gerittenen Kiowa standen letzten Endes alle Konkurrenten früh auf verlorenem Posten; Red Runner und Okaria auf den nächsten Plätzen kamen dabei noch am nächsten an ihn heran. 

Dann jedoch bestätigte sich einmal mehr, warum der sechsjährige Dreamworks als ausgesprochener Bahnspezialist gilt. Der Sechsjährige des Stalles Tollmannshof holte sich schließlich in großem Stil das beste Rennen des Tages, und das wie er wollte. Kitaneso sowie Ferro Sensation traten gegen ihn beizeiten förmlich auf der Stelle. Da Trainerin Erika Mäder für den Dashing-Blade-Sohn und für das Alles-Gute-zum-Jahreswechsel-Rennen keinen Geringeren als Andrasch Starke engagiert hatte, schrumpfte nach der ersten Hälfte der Wambeler PMU-Veranstaltung dessen Abstand auf Alex Pietsch abermals auf nur noch drei Zähler, und die Spannung blieb folglich erhalten.

Sie erhöhte sich sogar danach noch um einiges. Da nach dem von Andrasch Starke mit Zirconic Star gewonnenen Germantote-Rennen der Pietsch-Vorteil letztlich auf nur noch zwei Punkte zusammengeschmolzen war. Auf der Stute Chandons Belle konnte der Klassements-Erste eigentlich nur noch staunen, wie der zweijährige Samum-Sohn des Gestüts Hachtsee aus der Obhut von Yasmin Almenräder mit 14 Längen auf und davon ging. Deutlich geschlagen folgte hinter Chandons Belle auch What Goes Around als Dritte.

Der Starke-Siegeszug nahm auch danach noch kein Ende. Der Wallach Entourage tat im www.german-racing.com-Rennen ebenfalls noch sein Teil mit dazu bei und sorgte dafür, dass sein Reiter am Ende bis auf einen Punkt herankam. Der Kalatos-Sohn gewann dabei mit nicht weniger als 30 und weiteren 15 Längen vor Kepheus und Storm.

Dabei blieb es dann auch, weil zum Abschluss des Renntages und zugleich der Dortmunder Saison 2015 der Wallach Nottingham Forest mit Jozef Bojko im Sattel seiner Favoritenrolle vollauf gerecht wurde und gegen Tango Libre und Layer Cake das bessere Ende behielt. Auf-Wiedersehen-am-2. Januar-2016-Rennen hieß hier übrigens der Renntitel. Deutlich früher sehen sich jedoch Alex Pietsch und Andrasch Starke schon wieder. Und zwar bereits in zwei Tagen in Neuss, wenn am 29. Dezember der Schlussvorhang hinter das deutsche Turf-Jahr 2015 fällt. Es bleibt also spannend zwischen den beiden Matadoren, das Drehbuch fürs Finale scheint nahezu perfekt. 

 
 

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