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Pietsch und Starke mit 86 zu 86 im Patt

2015 endet mit zwei Jockey-Champions

Neuss 29. Dezember 2015

An Dramatik mangelte es auch heute in Neuss in keiner Weise. Schon beim Renntag zuvor in Dortmund war mit der sagenhaften Aufholjagd von Andrasch Starke die Basis dafür gelegt worden, dass beim Saisonfinale 2015 nie Langeweile würde aufkommen können. Denn der Vielfach-Champion früherer Jahre hatte mit vier Siegen und einer famosen Aufholjagd wieder eine Menge Spannung ins Geschehen um die diesjährige Jockey-Meisterschaft gebracht. Ein an sich komfortabler Vorteil von Spitzenreiter Alexander Pietsch war binnen weniger Stunden auf nur noch einen Punkt Vorsprung zusammengeschmolzen. Nach dem letzten Jahresrenntag auf den alten Rheinwiesen feierten die erfreulich zahlreich erschienenen Besucher aber gleich zwei neue Meister – eben Alex Pietsch und Andrasch Starke.

Auch das Finale zwischen den beiden entwickelte sich wieder zu einer Story der besonderen Art. Schon Andrasch Starkes erstem heutigen Treffer mit dem 12:10-Favoriten Rock Academy war ja eine besondere Geschichte vorausgegangen. Near Excellent, jene Stute, die er im Preis der Champions der Amateurrennreiter eigentlich steuern sollte, wurde morgens kurzerhand zum Nichtstarter erklärt. Gleichzeitig aber wurde der Platz auf Rock Academy durch eine Erkrankung von dessen Reiterin Jennifer Mölls frei. Und natürlich verwandelte Starke diesen „Elfmeter“ völlig souverän vor der Außenseiterin Platz da und vor Glad Libero. Jetzt also Gleichstand.

Ein Unentschieden, das allerdings nicht allzu lange hielt, da der Konter von Alex Pietsch bereits im Preis der Champions der Besitzertrainer folgte, und zwar auf dem Wallach Vabinsaru, der wenig Federlesens machte mit der Konkurrenz, aus deren Reihen Shaw und Antonow auf den nächsten Plätzen noch am nächsten dran waren. Nun war es wieder ein Punkt mehr für Pietsch.

Doch dessen vorzeitige Freude wurde nur eine halbe Stunde später schon wieder getrübt. Denn Andrasch Starke gelang es postwendend die Situation wieder auf Gleichstand zu stellen. Diesmal mit dem achtjährigen Beagle Boy, der im Preis des Jockeychampionats zuletzt noch in einem rasanten Finish an den im toten Rennen einkommenden Fuscano und Elgin vorbeirauschte. Ende, aus und Schluss.

Zwei neue Jockey-Champions waren folglich wenig später zu ehren. Sämtliche weiteren Spitzenpositionen hatten ja längst schon festgestanden. Wie etwa bei den Besitzern der Stall Nizza, der nicht zuletzt auch dank des Derby-Sieges von Nutan in der Rangliste zeitig oben stand. Der Dreijährige besitzt natürlich zudem ein gerüttelt Maß Anteil am ersten Züchterchampionat von Jürgen Imm.

Bei den Trainern hatten sich vor einiger Zeit ja Peter Schiergen und Andreas Wöhler bereits auf ein Unentschieden verständigt, während bei den Besitzertrainern Antonius J.F. Franzen zur Nummer eins avancierte, was Tommaso Scardino bei den Nachwuchsreitern gelang.

Vinzenz Schiergen setzte sich am Ende trotz eines folgenschweren Sturzes als erfolgreichster Amateurrennreiter durch, und Larissa Bieß führte zuletzt klar die Tabelle bei den Amateurrennreiterinnen an. 

Dann wurde Pavel Vovcenko einmal mehr Titelträger bei den Hindernistrainern sowie Cevin Chan bei den Hindernisreitern. Und der österreichische Stall Nicol war bei den Besitzern am Ende auf der Spitzenposition. 

Keinerlei Relevanz für das lange offene Jockey-Championat besaßen im Übrigen alle weiteren heutigen Prüfungen, die allerdings genauso zur Chronik des Saisonkehraus‘ gehören. Angefangen beim Preis der Champions der Züchter, den der vierjährige Square Lamartine unter Francesco Ladu gegen Salinas Road und Novice of Budysin gewann. 

Ebenso gingen Alexander Peitsch und Andrasch Starke in der Viererwettprüfung, dem Preis des Galopper des Jahres, leer aus, als der dreijährige Brendan mit Stephen Hellyn im Sattel vor Power Star, Nightdance Prince und Pascani das bessere Ende hatte.

Der belgische Jockey steuerte gleich anschließend überdies noch den 149:10-Außenseiter Praetor zum Erfolg über Leonard und Sitaro im Preis des Champions der Besitzer, den bereits Besitzertrainer Christian Peterschmidt gesattelte hatte, dessen Beagle Boy später ja noch das Zünglein an der Waage beim Pietsch-Starke-Thriller werden sollte.

Last not least ging das letzte diesjährige deutsche Galopprennen durch den Wallach Lunar Prospect in Richtung Niederlande. Das Finale 2015-Rennen gewann der Sechsjährige unter Cindy Klinkenberg gegen Funky Music und Lou Bega


 
 

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