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Andrasch Starke gewinnt in Neuss auf Anhieb

Standesgemäßer Saisoneinstand

Neuss 13. Februar 2016

So richtig winterliche Bedingungen hatte es bei den jüngsten Renntagen sowohl in Neuss als auch in Dortmund eher selten gegeben. Vielfach hatten die Temperaturen sogar frühlingshafte Züge, was heute Neuss einmal nicht der Fall war. Das gesamte Rheinland wurde nämlich erstmals von einem Hauch von Winterwetter gekennzeichnet, wenngleich mit einer regnerischen Grundierung und zum Glück weder von Eis noch von Schnee geprägt. Also bei „Schietwedder“, wie die Hamburger sagen würden, meldeten sich mithin auch die Jockeys Alexander Peitsch und Andrasch Starke aus ihren verdienten Urlauben wieder zurück beim Neusser Publikum, um die Saison 2016 in Angriff zu nehmen. Auf der Bahn am Obertor waren sie nach ihrem dramatischen Finale im Dezember und dem daraus resultierenden Punktegleichstand beim Championat 2015 ja bestens in Erinnerung geblieben. Doch nicht unerwartet bestimmte erst einmal ihr Kollege Eduardo Pedroza den Auftakt des dritten diesjährigen Neusser Termins, der wieder ganz im Zeichen der französischen PMU stand.

Und zwar mit dem dreijährigen US-Import Medici, einem rechten Bruder des guten Sandbahnspezialisten Manchurian aus dem Quartier von Trainer Andreas Wöhler. Den Preis von Parilly gewann John M.B. O’Connors Curlin-Sohn zuletzt noch recht souverän gegen Irish Valley und Chandons Belle, doch hatte der Hengst zunächst seine Zeit benötigt, um in die Gänge zu kommen, sodass der Anhang des 13:10-Favoriten erst auf den letzten hundert Metern richtig durchatmen konnte.

Dann aber war schon Andrasch Starke an der Reihe. Mit Lord of Leitrim sorgte er im Preis von Tarbes für einen niederländischen Sieg und für eine standesgemäße persönliche Saisoneröffnung, die schon beizeiten außer Frage stand. Selbst der Rechnungsfavorit Belango musste dem Schimmel früh das Feld überlassen, doch konnte er gegen den am Ende besser Schwung findenden Fürst Twen immerhin den Ehrenplatz noch sicher behaupten.

Für Esther-Ruth Weißmeier, die Reiterin von Belango, gab es eine Stunde danach schon ein dickes Trostpflaster in Form von 10 Punkten in der Wertung für die diesjährige Neusser Perlenkette. Den zweiten Lauf zur Albers & Siebers Buchmacher GmbH – Perlenkette 2016 gewann sie nämlich mit dem belgischen Gast Jordan’s Tiger. Dabei hatte sie früh das Heft in die Hand genommen  und auch zum Schluss das bessere Ende vor Salimera und Orsella, nachdem zuvor das Rennen mit der Viererwette im Übrigen eine Beute des Außenseiters Early Guest geworden war. 

Der Kerstin Hartmann gehörende und auch von ihr trainierte Areion-Sohn war ebenfalls sofort im Vorwärtsgang, hatte an East of Eden allerdings lange einen lästigen Begleiter, der in der Geraden dann aber nicht mehr so recht mitkam, womit Jockey René Piechulek den Erfolg im Preis von Lignieres doch noch sehr sicher in trockene Tücher bekam. Der zügig, aber zu spät endende Favorit Iniesta brachte sich zwar noch zur Geltung, musste sich aber letztendlich mit Rang drei begnügen, da sich East of Eden noch mit einer halben Länge vor ihm ins Ziel retten konnte, während Platz vier an Bacchus Danon ging.

Im Preis von Feurs gab es dann kein Halten für den Wallach Welkando. Der Kornado-Sohn, von Daniele Porcu gesteuert und im Einlauf endgültig auf Sieg programmiert, war bereits bei seinem ersten diesjährigen Start keineswegs übel gelaufen und nutzte die nun günstigeren Gewichtskonditionen, um sich erfolgreich am Formpferd Lunar Prospect zu revanchieren. Der Niederländer verkaufte sich nichtsdestotrotz abermals gut und besetzte zuletzt knapp vor der sich wieder ankündigenden Emiglia den Ehrenplatz.

Diesen sicherte sich gleich danach im Preis von Chartres der alte Haudegen Sekundant. Was insofern besonders erwähnenswert ist, da man auf ihn in der Südseite eigentlich keinen roten Heller mehr geben konnte. Denn alle seine vier Gegner gingen hier fürs Auge klar besser. Wie sich im Einlauf jedoch zeigte, hatte der elfjährige Wallach aber längst noch nicht die weiße Fahne gehisst. Zu guter Letzt schaffte es schließlich einzig und allein die Stute La Bayadere, den „gelernten Steepler“ noch zu verdrängen. Dabei hatte Eva-Maria Zwingelstein auf der King’s Best-Tochter nebenbei alles andere als leichtes Spiel. Dahinter folgten Palmira, die Dritte wurde, sowie Borneo und Shaw auf den nächsten Rängen keineswegs weit zurück.

Eine schnelle Formkorrektur lieferte in der zweiten Programmhälfte der Wallach Kreuz As aus Erika Mäders Besitz und Quartier. Im Vergleich zum enttäuschend ausgefallenen Neusser Versuch Mitte Januar war der Areion-Sohn nicht wieder zuerkennen. Diesmal zeigte er viel mehr Biss und vor allem Kampfgeist, als der in Front liegende Bahnspezialist Big Moun den ersten Angriffen zunächst widerstand. Gut zweihundert Meter vor der Linie schlug das Pendel dann freilich zunehmend zugunsten von Kreuz As aus, und Jozef Bojko musste im Prinzip nur noch den Sack zumachen. Der stark beachtete Dutch Master kam dagegen nie über Platz drei hinaus.

Dafür setzte sein Stall- und Trainingsgefährte The Paco Kid im abschließenden „Auf ein Neuss am 25. Februar 2016 – Rennen“ noch einen erfolgreichen Schlusspunkt, der nach dem frühen Treffer von Lord of Leitrim zugleich der zweite Tagessieg für The Dutch Master Stables und Trainer Lucien van der Meulen wurde. Mit dem frischen Dortmunder Sieger Salinas Road hatte der talentierte Nachwuchsreiter Robin Weber auf dem Paco-Boy-Sohn allerdings einen Gegner unter Kontrolle zu bringen, der sich nie geschlagen gab und seine Wambeler Leistung voll und ganz bestätigte, wobei er gleichzeitig den außen aufziehenden Favoriten Nandolo bequem in Schach hielt. 


 

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