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Nur einer der beiden heißen Favoriten triumphiert

Der atemberaubende Kampf der Eva-Maria Zwingelstein

Neuss 10. März 2016

Was war das für ein packendes Finale im Kampf um die Perlenkette am PMU-Donnerstag in Neuss zum Finale der Wintersaison am Hessentor! Als sich schon vieles auf einen Erfolg von Janine Beckmann mit dem enteilten Pancho Villas in diesem Ausgleich IV über 1.900 Meter eingestellt hatte, kam Selina Ehl mit Noble Fighter immer besser in die Partie, doch auf den allerletzten Metern drehte Eva-Maria Zwingelstein das Blatt – mit dem heranfliegenden Bacchus Danon (76:10) aus dem Iffezheimer Stall ihres Lebensgefährten Gerald Geisler. Der Triumph in diesem Amazonenwettbewerb war perfekt – die Führende der aktuellen Reiter-Statistik durfte sich über das begehrte Schmuckstück, gesponsert von den Buchmachern Albers & Sieberts, freuen!

„Ich hätte nicht gedacht, dass das noch klappt. Aber Bacchus Danon kam immer besser in Schwung. Dass ich noch eine Chance auf die Perlenkette haben würde, damit war ebenfalls kaum zu rechnen. Ich war im ersten Lauf Dritte und im zweiten Durchgang gar nicht dabei gewesen“, gab Eva-Maria Zwingelstein zu. Der 29-jährigen Iffezheimerin gelingt aktuell wahrlich alles. Sie hatte am Ende auf Bacchus Danon einen Kopf Vorteil auf die in totem Rennen auf dem Ehrenplatz einkommenden Noble Fighter und Pancho Villas, die sich weit von der Konkurrenz abgesetzt hatten. Mit 14 Punkten holte sich Zwingelstein die Perlenkette.

Spannender als erwartet verlief das Altersgewichtsrennen über 1.900 Meter mit der heißen 11:10-Favoritin Paradise (Gestüt Karlshof/Waldemar Hickst) – bei ständiger Führung von Cassilero, hatte Paradise an der Innenkante lange keinen Platz zur Entfaltung. Als ihr Jockey Marc Lerner sie nach außen auf freie Bahn beordern wollte, war erst kein Platz, zumal Dabadiyan außen die Lage nicht preisgab, was auch etwas zu Lasten von Iman ging. Doch mit zunehmender Distanz setzte sich die Stute dann mit der besten Klasse auf viereinhalb Längen von Cassilero, Dabadiyan und Iman ab.

Ob man mit Paradise nun den Dubai Gold Cup in gut zwei Wochen ansteuern wird, ließ Besitzer Holger Faust offen: „Der Trainer schaut sich die Stute an, wenn er ein gutes Gefühl hat, dann gehen wir nach Dubai.“ Waldemar Hickst fügte an: „Es war heute zu kurz für Paradise. Als sie Platz gefunden hatte, ging sie von den anderen weg und hat nur das Nötigste getan.“

Eine halbe Stunde später gab es einen Favoritensturz – denn der zum ersten Mal nach einer Fissur aufgebotene ehemalige Spitzen-Zweijährige Palang (14:10) musste sich in einem 1.500 Meter-Rennen mit dem dritten Platz begnügen. An der Außenseite packte der Hengst nie entscheidend an. „Wir hatten heute keine lange Reise, die Alternative wäre ein Rennen in Frankreich gewesen, dort hätte die Distanz wohl im Nachhinein besser gepasst“, signalisierte Manager Holger Faust.

Somit war der Weg frei für den Veteran Belango (67:10, F. X. Weißmeier) aus dem Quartier von Regine Weißmeier, der gegen den nach der Pause bestens dabeibleibenden Flavio forte toll durchzog. „Uns reichen 71 Kilo GAG“, flachste Trainergatte Joachim Weißmeier nach dem dritten Sand-Sieg von Belango. Blass blieb als früh geschlagener Fünfter der Schimmel Lord of Leitrim.

So richtig aufgewacht ist der von Helga Dewald aufgebotene Welkando, der im einleitenden 2.300 Meter-Handicap nach frühem Vorstoß früh auf großen Vorsprung enteilte und mit Daniele Porcu seiner Favoritenrolle gerecht wurde. „Er sollte langsam auf die Beine kommen und in der Südseite den entscheidenden Satz machen. Nun machen wir auf Gras weiter“, hieß es aus dem Umfeld des Siegers, der nach 1.900 Metern nun auf der 2.300 Meter-Strecke zum Zuge kam. Als Einziger konnte Izodar noch Boden gutmachen und sich vor der lange führenden Little Scarlet auf Rang zwei schieben.

Ein Déjà-Vu –Erlebnis gab es im Ausgleich III über 1.500 Meter, denn es gab dieselbe Zweierwette wie Anfang Dezember auf dieser Bahn – der Österreicher Boetie’s Dream (39:10) bezwang Orotouch. Es war eine Augenweide zu sehen, welchen Speed der Schützling von Gabor Maronka entwickelte und als bequemer Sieger zeitig feststand. „Er war schon zuletzt in Dortmund sehr gut gelaufen. Das ist ein tolles Pferd“, lobte Jockey Marc Lerner den Spezialisten für die Sandbahn. Orotouch bestätigte die neue Marke vollauf, als er More Than Honey, die mit riesigem Gewicht glänzend abschnitt, und Narborough knapp für den zweiten Platz niederkämpfte.

Wegen einer Knie-Operation konnte konnte die Neusser Trainerin Katja Gernreich nicht vor Ort sein, als der von ihr nun schon zum zweiten Sand-Treffer geführte Lou Bega (81:10, J. Bojko) in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.500 m) mit prächtigem Speedwirbel die Gegner stehenließ. „Die Trainerin hat Lou Bega vorsichtig aufgebaut, er hatte so ungefähr 17 Krankheiten“, hieß es aus dem Umfeld des Siegers. Belus blieb immer dabei vor den stark endenden Hurricane Harry und Heraclius. Die Viererwette brachte 66.666:10 Euro.

So richtig in seinem Element auf diesem Untergrund ist Erika Mäders Kreuz As (31:10), der im 1.900 Meter-Ausgleich III in den Farben der Trainerin den dritten Winter-Sieg markierte. Nach einem guten Endkampf von Robin Weber überspurtete der 31:10-Mitfavorit noch From Frost, hinter dem Fürst Twen als Dritter seine Form erneut auslief. „Nun läuft Kreuz As in gut zwei Wochen in einem Hindernisrennen in Straßburg“, gab Mäder die Marschrichtung vor.

Im abschließenden 1.100 Meter-Handicap kam Georg Mayers Salinas Road (35:10, A. Best) zu einem sicheren Treffer vor Shinko Danon und Nandolo und avancierte damit zum letzten Gewinner der Neusser Sandbahn-Saison 2015/2016.


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