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Top-US-Cracks im World Cup um 10 Mio. Dollar

Der Showdown in Dubai

Dubai 22. März 2016

Die Petro-Dollars der Maktoum-Familie und von Sponsor Emirates machen es möglich, und die Spannung kennt keine Grenzen: Der 21. Dubai World Cup, der am Samstag, 26. März um 18 Uhr deutscher Zeit (21 Uhr Ortszeit) auf dem ultra-modernen Kurs in Meydan ausgetragen wird, lockt mit einem Preisgeld von 10 Millionen US-Dollar und ist damit mit großem Abstand das höchstdotierte Rennen auf der ganzen Galopper-Welt.

Auf einer Strecke von 2.000 Metern wird in rund zwei Minuten der Gewinner des Siegpreises von 6 Millionen Dollar ermittelt. Untergrund ist inzwischen wieder Sand, wie er auch in den USA verwendet wird, nachdem man den früheren Synthetik-Belag Tapeta vor einiger Zeit durch herkömmlichen Sand ersetzt hat. Und wie schon in früheren Jahren ist genau der Dirt entscheidend dafür, dass die besten Amerikaner kommen. 2016 stehen zwei US-Cracks in der Favoritenrolle für den Dubai World Cup – California Chrome und Frosted.

California Chrome aus dem Quartier von Art Sherman galt schon 2015 als Star im Aufgebot, doch bezog er gegen den im Besitz von Godolphin (von Dubai-Herrscher Sheikh Mohammed) stehenden Prince Bishop eine deutliche Niederlage und wurde Zweiter.

Diesmal änderte man den Plan und gab dem nun Fünfjährigen einen Aufgalopp vor Ort – und in einem Handicap spielte er nur so mit seinen Konkurrenten. „Das war ganz einfach, er kam schon wie eine Rakete aus der Startbox“, kommentierte sein Jockey, der Mexikaner Victor Espinoza. „Den Tank habe ich noch nicht geleert.“ Trainer Art Sherman sagte: „Ich war mit dieser Vorstellung sehr zufrieden. Ich fühle mich seither sehr gut, was das kommende 10-Millionen-Rennen anbetrifft.“

Damit ist California Chrome in dieser Saison bei zwei Starts noch ohne Niederlage. 2015 schickte man ihn nach dem Cup nach England, wo er allerdings wegen einer Knochenabsplitterung nicht zum Einsatz kam und schließlich zehn Monate pausieren musste, bevor er im Januar 2016 in den San Pasqual Stakes in Santa Anita siegte. Schon 2014 avancierte California Chrome zum Helden, als er das Kentucky Derby und die Preakness Stakes in seiner Heimat gewann. Nur die Triple Crown, die dreifache Krone, blieb ihm versagt, als er in den Belmont Stakes über Rang vier in totem Rennen nicht hinauskam. Besitzer ist seit Juli 2015 die California Chrome Inc., darunter sind mehrere prominente Züchter. Zwölf Siege bei 21 Starts stehen auf dem Konto des World Cup-Favoriten, nun könnte sein lukrativster Erfolg hinzukommen.

Als großer Gegenspieler im Zwölfer-Feld gilt der ebenfalls in den Staaten von Kieran McLaughlin trainierte Frosted, der die Godolphin-Farben trägt und die große Erfolgsserie von Sheikh Mohammed in „seinem“ Rennen fortsetzen soll. 

Auch Frosted, ein vierjähriger Sohn des führenden US-Vererbers Tapit, hinterließ auf dem Meydan-Kurs einen bärenstarken Eindruck, als er im zweiten Lauf der Al Maktoum Challenge (Gruppe I) nur so mit der Konkurrenz spielte. Ohne die geringste Anstrengung spurtete er von zweiter Position aus der Gegnerschaft davon und brach mit Leichtigkeit den 1.900 Meter-Bahnrekord in einer Zeit von 1:56,67 Minuten.

Es handelte sich damals um Frosteds ersten Auftritt nach einem siebten Rang zu Super-Held American Pharoah im Breeders‘ Cup Classic im Oktober 2015 in Keeneland. Und er war eine echte Gala, die der Konkurrenz das Fürchten lehrte.

Dennoch gab sich Sheikh Mohammed damals gegenüber dem Dubai Racing Channel noch vorsichtig: „Ich denke, Frosted ist ein sehr gutes Pferd. Es ist schön zu sehen, dass wir ein Pferd für den Dubai World Cup haben, aber dieses Rennen wird auch Pferde anziehen, die genauso gut wie er sind“, gab er zu Protokoll. „Die Pferde, die er hier geschlagen hat, sind nicht so gut, wie die Gegner im World Cup.“ Natürlich spielte er damit besonders auf California Chrome an.

Dabei ist das Format von Frosted schon lange bekannt, denn er versuchte sich stets gegen die absolute Elite, wie in den beiden Läufen zur US Triple Crown 2015, die American Pharoah gewann. Bei seinen 14 Starts gewann er u.a. im Vorjahr das Wood Memorial (Grade I) in Aqueduct und das Pennsylvania Derby (Grade II). 

Trainer Kieran Mc Laughlin kennt das Gefühl eines World Cup-Sieges, denn er triumphierte 2007 mit Invasor für Sheikh Mohammeds Bruder Hamdan. „Frosted ist ein tolles Pferd. William Buick hat ihn bestens geritten. Es ist großartig, nach Dubai zurückzukehren und dann gleich mit Sheikh Mohammed wieder bei der Siegerehrung zu stehen“, meinte er nach dem jüngsten Coup in einem Rennen, in dem 2015 Prince Bishop Zweiter war, der anschließend zum World Cup-Gewinner aufstieg.

Gegen die beiden US-Cracks dürfte es nun für die Konkurrenz ein alles andere als leichter Gang werden. Mshawish (im Besitz von Al Shaqab Racing der Katar-Emir-Familie Al Thani) wird von Todd Pletcher ebenfalls aus den USA entsandt – er siegte zuletzt im Donn Handicap (Grade I) und war 2015 Dritter im Dubai Turf am Cup-Tag. In der dritten Runde der Al Maktoum Challenge sprang der Lokalmatador Special Fighter (Trainer Musabah Al Muhairi) mit einem imponierenden und überraschenden Start-Ziel-Sieg noch auf den Cup-Zug auf.

Dale Romans Keen Ice brachte sogar das Kunststück fertig, im Vorjahr American Pharoah in den Travers Stakes zu schlagen, war aber schon hinter Mshawish in den USA bzw. hinter Special Fighter in Meydan. Und auch Hoppertunity (Trainer Bob Baffert stellte schon zwei Dubai World Cup-Sieger), aktuell in den San Antonio Stakes (Grade II) erfolgreich, musste schon Mitkonkurrenten vor sich dulden und macht die „US-Meisterschaft“ komplett. Der Franzose Vadamos ist als imponierender Sieger im Darley-Oettingen-Rennen in Baden-Baden noch in bester Erinnerung. Die anderen Pferde können nur Außenseiter sein im Elite-Feld des 10-Millionen-Showdowns in der Wüste.
 

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