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Großer Tag für Japan und Sheikh Hamdan Al Maktoum

Postponed imponiert im 6-Millionen-„Sheema“

Dubai 26. März 2016

Zwei mit jeweils mit 6 Millionen Dollar ausgestattete Top-Events ragten aus dem großartigen Rahmenprogramm (30 Mio. Dollar) am Samstag auf dem Meydan-Kurs in Dubai heraus. Und internationaler konnten die Angelegenheiten kaum sein. Im Dubai Turf (Gruppe I, 1.800 m, Turf) untermauerte Weltklasse-Jockey Ryan Moore einmal mehr seine ganze Klasse auf der globalen Galopper-Bühne – mit dem Japaner Real Steel (Trainer Yoshito Yahagi; Quote: 90:10), der zum erweiterten Favoritenkreis im riesigen 15er-Feld gehörte und im Besitz der Familie Yoshida steht, die auch in Deutschland mehrfach erstklassige Pferde erworben hat. Man denke nur an die Wunderstute Danedream.

Nachdem zu Beginn der Geraden Very Special die Führung übernommen hatte, wurde die Stute bald von Real Steel abgelöst, der sich nach diesem frühen Vorstoß sicher mit einer halben Länge vor der heranfliegenden Stute Euro Charline ins Ziel verteidigte. Die Lady, die dem auch bei uns bestens bekannten Team Valor aus den USA gehört, hätte es wenig weiter vielleicht sogar noch geschafft. So gingen die 3,6 Millionen Dollar Siegbörse nach Japan, das den zweiten Coup des Tages schaffte.

Der favorisierte Godolphin-Hengst Tryster kam vom allerletzten Platz noch stark in die Partie und wurde weitere zwei Längen zurück Dritter vor Sheikh Hamdans Ertijaal. Von dessen höher gehandeltem Stallgefährten Intilaaq war wenig zu sehen.

Nach Europa, genauer gesagt nach England, ging dagegen der Erfolg im Dubai Sheema Classic (Gruppe I, 6 Mio. Dollar, 2.410 m, Turf), und das völlig erwartungsgemäß. Denn der schon vor wenigen Wochen hier groß auftrumpfende Postponed aus dem Quartier von Roger Varian war als 18:10-Favorit die dominierende Figur. Jockey Andrea Atzeni verschaffte dem Dubai-Sohn im Besitz von Sheikh Mohammed Bin Obaid Al Maktoum stehenden Crack an dritter Position hinter Highland Reel und Gailo Chop ein Traumrennen.

Im Einlauf war der letztjährige King George-Gewinner Postponed schnell in Front und legte auch noch einmal ganz groß zu, als der Japaner Duramente innen immer besser Tritt fasste. Zum Schluss waren es wieder zwei Längen Vorteil für Postponed, der 3,6 Millionen Dollar auf das Konto seines Eigners brachte und in 2.26,97 Minuten einen Bahnrekord aufstellte. Die einzige Überraschung war der weitere Japaner Last Impact auf Rang drei vor dem vielleicht zu offensiv gerittenen Iren Highland Reel.

Begonnen hatte der großartige Tag mit dem Dubai Kahayla Classic (Gruppe I, 1 Mio. Dollar, 2.000 m, Dirt). Und wie in vielen anderen Jahren auch war Sheikh Hamdan Al Maktoum in diesem Top-Rennen für die Arabischen Vollblüter mit einem Großaufgebot (drei Pferde) vertreten. Drei Kandidaten starteten für Sheikh Mohammeds Bruder, der im Führring selbstverständlich dicht umringt war, u.a. von seinem früheren Stalljockey und jetzigen Berater Richard Hills. Auch der deutsche Ex-Champion Adrie de Vries stieg für Sheikh Hamdan in den Sattel und wurde mit Versac Py nach einem Rennen aus dem Vordertreffen guter Fünfter (30.000 Dollar Preisgeld.

Der in diesen Farben als Favorit angetretene Handassa schaffte es nach völlig verpatztem Start nur noch auf Rang vier, dafür sprang Hamdans dritte Waffe ein – der von Musabah Al Muhairi aufgebotene Af Mathmoon (100:10), mit dem Jockey Dane O‘ Neill zum zweiten Mal hintereinander in dieser Prüfung ganz zuletzt noch mit einem Hals an TM Thunder Struck vorbeikam. Den Sieg vor Augen hatte nach ständiger und deutlicher Führung Thakif, doch in der alles entscheidenden Phase war dieser von Silvestre De Sousa nicht mehr zu dirigieren, brach über fast die komplette Bahnbreite nach außen weg und verschenkte dadurch den Triumph.

Mit einem Traumergebnis für Dubai-Trainer Doug Watson endete die Godolphin Mile (Gruppe II, 1 Mio. Dollar, 1.600 m, Dirt), denn alle drei Erstplatzierten kamen aus seinem Stall. Der gefeierte Held war am Ende der schon beim Carnival zweimal hier erfolgreiche One Man Band (65:10), der mit einer erstaunlichen Start-Ziel-Vorstellung die Gegner regelrecht aus den Schuhen galoppierte. Völlig souverän mit vierdreiviertel Längen Vorteil galoppierte der Pivotal-Sohn unter Sam Hitchcott (dem noch stark anpackenden Faulkner und Cool Cowboy, der ihm unterwegs als Einziger folgen konnte, davon. Der hochgehandelte Godolphin-Hengst Marking kam wieder als Vorletzter aus der Box, war aber schnell auf Rang drei, doch schon im Schlussbogen trat der Favorit auf der Stelle und erreichte nur Rang vier.

Mit einer Zeit von 1:35,21 Minuten stellte der Sieger One Man Band einen neuen Bahnrekord auf. Für seinen Trainer und Jockey war es der erste Sieg am World Cup-Tag überhaupt.

Premiere im UAE-Derby: Zum ersten Mal in der Geschichte gewann mit dem dreijährigen Hengst Lani (mit der Jockey-Legende Yutaka Take; 130:10) ein Ass aus Japan dieses mit 2 Millionen Dollar dotierte 1.900 Meter-Dirt-Rennen. Aus dem Vordertreffen hatte der zuvor bei fünf Starts zweimal erfolgreiche Tapit-Sohn genug zuzusetzen, um einem turbulenten Rennen mit vielen Positionswechseln mit einer dreiviertel Länge vorne zu sein. Möglicherweise steuert er nun das Kentucky Derby an. Die heiße Favoritin Polar River bezog dagegen sehr unglücklich ihre erste Niederlage. Ihren zweiten Rang zu Beginn verlor die Stute unterwegs, musste dann auf der Geraden die Spur wechseln und wurde außen noch schnell, aber den Konkurrenten aus Japan erreichte sie nicht mehr. Es reichte nur noch, um mit Yu Change einen weiteren japanischen Gast vom Ehrenplatz zu verdrängen.

Der Jubel bei den Australiern kannte nach dem Al Quoz Sprint (Gruppe 1, 1 Mio. Dollar, 1.000 m, Turf) keine Grenzen mehr: Ihr von Robert Heartcote trainierter achtjähriger Veteran Buffering (mit Damian Browne) sicherte sich überraschend das kürzeste Rennen des Abends. Früh war der Wallach in vorderer Linie und hielt auch gegen die immens starke Schlussoffensive des Favoriten Ertijaal stand, und den immer prominenten Hong Kong-Chinesen Peniaphobia stand. Nach 56,34 Sekunden hatte Buffering (110:10) eine dreiviertel Länge ins Ziel gerettet und den 20. Karrieretreffer geschafft. Vorjahressieger Sole Power spielte diesmal keine Rolle.

Und der nächste Klasse-Sprint schloss sich gleich an: Im Dubai Golden Shaheen (Grade I, 2 Mio. Dollar, 1.200 m, Dirt) lieferten sich der Lokalmatador Muarrab (70:10, Paul Hanagan) und der favorisierte Amerikaner X Y Jet ein episches Duell, mehr als drei Längen vor dem Riesenaußenseiter Morawij. Mit zunehmender Distanz schien Muarrab die Oberhand zu gewinnen, doch der Gegner stemmte sich immer dagegen, aber mit einem Hals triumphierte die 70:10-Chance Muarrab und landete den zweiten Treffer am Cup-Day für Besitzer Hamdan Al Maktoum und Trainer Musabah Al Muhairi. Tolle 13 Treffer stehen nun auf dem Konto des neuen Golden Shaheen-Gewinners, der hier zuletzt in einem Vorbereitungsrennen schon begeistert hatte.

Aus Dubai: Michael Hähn


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