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Erlenhofer Cassilero mit dem dritten Treffer in 2016

Massenbesuch beim Mülheim-Auftakt

Mülheim 3. April 2016

Strahlender Sonnenschein, bestes Rennwetter und Massenbesuch. Die Galopprennbahn in Mülheim war am Auftakt-Sonntag 2016 mit 9.500 Zuschauern wieder ein Zuschauermagnet. Bedauerlicherweise gibt es nur vier Renntage in der gesamten Saison.

Höhepunkt der Sieben-Rennen-Karte war der Ausgleich II über 2.000 Meter, in dem die Traditionsfarben des Gestüts Erlenhof durch Cassilero vorne waren. Der fünfjährige Hengst aus dem Kölner Stall von Karl Demme landete schon seinen dritten Saisontreffer und ist ein Musterbeispiel für Formtreue.

„Nach jeder Form musste er vorne dabei sein. Er ist ein Riesenkämpfer, er gibt immer alles. Im Frühjahr läuft er ein paar Mal mehr. Da er trockenen Boden nicht mag, bekommt er eine Sommerpause“, ließ Demme durchblicken, nachdem Cassilero zur Quote von 69:10 von dritter Position aus schon im Schlussbogen vor das Feld gezogen war und die Gegner stets bequem im Griff hatte. Nur bedauerlich, dass Erlenhof nicht mehr weiter züchtet.

Prairie Pearl blieb als Favoritin dabei, „für den ersten Start sind wir zufrieden“, meinte Besitzer Manfred Ostermann. Auch Cheruska hielt die gute Position. „Alles in Ordnung, das war der erste Jahresstart“, so Trainer Markus Klug. Die Jackpot-Dreierwette bezahlte 2.852:10 Euro. Angel Moon, der erste Starter von Melanie Sauer verschwand nach längerer Führung auf den letzten Platz.

„Er ist an einem Karnevalssamstag geboren, daher musste er einen kölschen Namen bekommen“, signalisierte Züchter Albert Jörres nach dem souveränen Sieben-Längen-Erfolg von Schäng (benannt nach dem früheren Kölner Original Jean Löring, dem verstorbenen Präsidenten von Fortuna Köln) im einleitenden 1.200 Meter-Rennen.

Von vierter Position aus machte sich der 40:10-Mitfavorit, der schon im Vorjahr in Magdeburg erfolgreich war, Mitte der Geraden deutlich frei. „Wir haben uns für den Start hier und gegen ein Listenrennen in Mailand entschieden. Viel hat er noch nicht falsch gemacht, er wird sich noch steigern können. Wir planen von einem Rennen zum Rennen“, gab Trainer Pavel Vovcenko zu.

Der favorisierte Plus Night setzte noch gut nach, doch mehr als der Ehrenplatz vor Be My Star war nicht drin. „Wir wussten, dass er keinen schweren Boden kann. Daher war ich mit einer Platzierung zufrieden“, so sein Betreuer Andreas Wöhler.

Die Sandbahn-Monate standen ganz im Zeichen der Iffezheimer Reiterin Eva-Maria Zwingelstein. Und auch auf Gras bewies die Amazone ihr Können, als sie den achtjährigen Veteran World Star (72:10), als Youngster sogar Sieger in einem Auktionsrennen in Baden-Baden, mit starken Reserven zu einem sicheren Sieg über Marientaler und die Pilotin Fair Of Face führte, während die 18:10-Favoritin Kylina aus idealer zweiter Position ausspannte und nur auf Rang fünf einkam. „World Star hatte genau seinen Boden und war wieder schnell zur Hand“, hatte der erfolgreiche Coach Gerald Geisler die Erklärung parat.

Dass gibt es auch nicht alle Tage, eine Siegquote von 78:10 auf das Team Eduardo Pedroza/Andreas Wöhler. Doch in der 2.000 Meter-Dreijährigen-Prüfung zahlte der im Besitz des Stalles Turffighter stehende Cashman diesen lukrativen Toto. Offenbar hatten viele Wetter ihm das letztjährige Debüt in Sraßburg angekreidet. „Dort hat er sich sehr noch sehr dumm angestellt. Wir hatten immer eine gute Meinung von ihm. Ich wollte nicht gleich in Frankreich beginnen. Wir werden klein weitermachen, wenn er Vertrauen gefunden hat, ist das ein gutes Pferd“, meinte Andreas Wöhler nach dem deutlichen Start-Ziel-Treffer. Alsterprinz steigerte sich noch fein auf Platz zwei, lief wie ein kommender Sieger. „Ich bin sehr zufrieden. Das war eine sehr gute Vorstellung. Und er kann stehen“, versicherte Sascha Smrczek. Wie die beiden Erstplatzierten hat auch Noble House, der als Dritter spät auf Touren kam, noch eine Derby-Nennung. Enttäuschend als Letzter trudelte der Favorit Aramon an, der sich völlig geschlagen gab.

Als Tochter der Winterkönigin Slade galten der im Alter von vier Jahren in einer Meilen-Prüfung zum ersten Mal aufgebotenen Siempre Felice (24:10, I. Ferguson) natürlich einige Erwartungen. Und Stefan Zerraths Kornado-Tochter ließ ihre vielen Anhänger nicht im Stich und trumpfte noch mit starkem Speed gegen die schon in Sicherheit geglaubte Sorella und Amazing Boy auf. „Sie ist spätreif und hat viel Zeit gebraucht. Ein paar kleinere Probleme hat sie überstanden und auch in der Arbeit schon auf sich aufmerksam gemacht. Ich hatte Mumm, allerdings sollte die Stute an der Spitze gehen, was sich dann aber völlig anders gestaltete“, kommentierte die in Mülheim wirkende Trainerin Yasmin Almenräder.

Wie auch in Mannheim, so hatte German Racing auch in Mülheim den Sieger in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.600 m) getippt: Mitte der Zielgeraden packte der 54:10-Favorit Brendan (St. Hellyn) mächtig an und hatte den Wiederstand der Gegner gebrochen. East of Eden raufte sich vor Pascani für Platz zwei nach Hause. Sazou Hilleshage komplettierte die Viererwette, die nicht getroffen wurde. Trainerin Elfi Schnakenberg über den Sieger Brendan: „Bei ihm ist vieles eine Kopfsache, aber Kondition schlägt Klasse. Sein Reiter konnte lange warten und ihn gut verstecken. Als er nach außen beordert wurde, war er schnell vorne“, so seine Betreuerin Elfi Schnakenberg.

Mit einer Überraschung klang dieser versprechende Saisonauftakt in Mülheim aus, denn den in Mons wechselhaft agierenden Rosendach (2091:10, K. Clijmans) konnte man nur schwer auf den Wettschein bekommen. Nun siegte der Schützling von Frank Maria van Gorp aus Belgien, der seinen ersten Erfolg als Besitzertrainer feierte, erstmals in seiner Laufbahn. Schon weit vorne der Linie hatte sich der Außenseiter deutlich von seinem Landsmann Master Dan und Amazing Run abgesetzt.



 

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