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Vorjahreszweiter triumphiert im ersten Gruppe-Rennen in Düsseldorf

Guiliani in Düsseldorf nicht zu stoppen

Düsseldorf 10. April 2016

6.750 Zuschauer wurden bei bestem Rennwetter am Sonntag auf der Galopprennbahn in Düsseldorf Zeuge einer Gala-Vorstellung: Denn auch ein Top-Gewicht von 60 Kilo hinderte den im Besitz des Stalles Ullmann stehenden und von Jean-Pierre Carvalho in Bergheim trainierten Guiliani nicht an einem imponierenden Erfolg in der XTIP Frühjahrsmeile (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.600 m), dem ersten Grupperennen in Deutschland 2016.

Nach dem Ehrenplatz im Vorjahr landete der Tertullian-Sohn unter seinem ständigen Jockey Filip Minarik zur Quote von 35:10 den mit 32.000 Euro honorierten Volltreffer, obwohl er einige Kilos mehr zu schlappen hatte als alle seine sechs Konkurrenten.

Bis weit in die Zielgerade hinein stand die Prüfung im Zeichen von Diplomat und dem Favoriten Lucky Lion, dessen Jockey Adrie de Vries vorher an diesem Nachmittag schon vier Rennen gewonnen hatte. Guiliani war an fünfter Position auszumachen und wurde von seinem Steuermann gewohnt aus der Reserve geritten.

Doch als sich schon viele auf einen Triumph von Lucky Lion eingestellt hatten, der Diplomat Mitte des Einlaufs in den Griff bekam, da entwickelte Guiliani plötzlich an der Außenseite sagenhafte Reserven und überrollte mit einer dreiviertel Länge die Konkurrenz. Da darf man in den kommenden Monaten noch viel von dem fünfjährigen Hengst erwarten, der beim 13. Start seinen fünften Erfolg schaffte und bei einer Gewinnsumme von 248.700 Euro steht.

Jockey Filip Minarik in einem ersten Statement: „Es lief alles nach Plan. Ich hätte nicht gedacht, dass Guiliani mit 60 Kilo gewinnen würde.“ Trainer Jean-Pierre Carvalho erklärte: „Düsseldorf ist der ideale Kurs für ihn, daher wollten wir wie im Vorjahr hier wieder anfangen, auch wenn er drei Kilo mehr tragen musste als die Hauptgegner. Es hat alles wunderbar geklappt. Er ist ein sehr ehrgeiziges Pferd, war heute sehr frisch. Wir werden checken, wie er nach Hause kommt und dann schauen, was wir nun machen. Mit einem Auge haben wir den Prix d‘ Ispahan in Frankreich im Auge. Sein Hauptziel ist nun die Titelverteidigung im Großen Dallmayr-Preis in München.“

Und General Manager Gebhard Apelt signalisierte: „Ich hatte ein ordentliches Debüt erwartet, aber der Sieg ist eine Überraschung. Guiliani war gut auf dem Posten, hatte aber im Training noch nicht allzuviel gemacht. Aber Filip Minarik kennt ihn bestens und hat ihn top geritten.“

Lucky Lion lief auch als Zweiter ein starkes Rennen. „Das war eine sehr starke Leistung. Auch vor dem Rennen hat er sich bestens benommen. Allerdings war das Rennen für ihn nicht schnell genug, denn er liebt Tempo. Die Badener Meile könnte nun ein Ziel sein“, ließ sein Trainer Andreas Löwe durchblicken.

Diplomat hielt nach langer Führung Platz drei vor dem Stallgefährten Nordico, der vom letzten Platz noch etwas besser auf Touren kam und die abbauenden Weltmacht und Drummer sowie den nie prominenten Molly le Clou passierte. „Beide Pferde sind gut gelaufen. Diplomat könnte in ein Listenrennen in Köln gehen, bei Nordico machen wir die Starts vom Boden abhängig“, so Trainer Mario Hofer.

Was für ein Tag für Jockey Adrie de Vries. Kaum war der Holländer von seinem Winter-Gastspiel aus Katar zurückgekehrt, da zeigte der Sattelkünstler sein großes Können. Im XTip Derby-Trial (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.200 m) feierte er bereits seinen vierten Tagestreffer. So viele Rennen hatte er erst vor wenigen Tagen noch in dem Wüsten-Emirat gewonnen.

Verantwortlich für diesen Coup, den dritten Tageserfolg von Trainer Markus Klug, zeichnete der Wittekindshofer Swinging Duke (41:10), der damit auch nach zwei Starts ungeschlagen bleibt und schlagartig ein Kandidat für das Derby in Hambuurg ist. Mit fulminantem Speedwirbel rauschte der Duke of Marmalade-Sohn außen an allen Konkurrenten noch ganz bequem vorbei. Und das, obwohl im Training kaum etwas von ihm zu sehen war. Klug: „Er verrät in der Arbeit absolut nichts und ist faul, aber im Rennen bringt er seine Leistung. Mit einem Sieg hatte ich wirklich nicht gerechnet.“ Das Derby-Trial in Hannover bzw. das Oppenheim-Union-Rennen bieten sich als nächste Ziele auf dem Weg zum Blauen Band an.

Der Favorit Zirconic Star gab lange den Takt vor, lief abermals gut genug. „Alles in Ordnung. Der andere hatte den größeren Schwung, aber unser Pferd zog immer wieder an“, kommentierte seine Betreuerin Yasmin Almenräder. Nimrod hatte lange alle Chancen, gefiel als Dritter. „Ich bin zufrieden. Im Siegfalle wäre das Derby Italiano seine nächste Aufgabe gewesen, nun schauen wir einmal“, so sein Trainer Peter Schiergen. A Raving Beauty blieb innen immer dabei, hatte aber wenig Platz. Von Light of Air gingen bald keine Impulse mehr aus. „Er war heute wohl nicht gut drauf“, berichtete sein Reiter Jozef Bojko.

Auf karge 11:10 war in der einleitenden 1.400 Meter-Prüfung für den Derby-Jahrgang Jaber Abdullahs Monaco Show heruntergewettet worden. Und bis weit vor dem Ziel sah es auch nach einem Erfolg der heißen Favoritin aus. Doch mit starkem Speed kam Gestüt Winterhauchs Veneto (35:10) doch noch knapp an ihm vorbei. Das machte Appetit auf mehr bei dem New Approach-Sohn aus dem Stall von Andreas Löwe, einem 160.000 Euro-Auktionskauf bei der BBAG-Jährlingsauktion. Jockey Adrie de Vries landete damit gleich bei seinem ersten Ritt einen Volltreffer, es war nur der Auftakt zu seinem großen Tag. „Veneto kam langsam auf die Beine, aber immer besser auf Touren. Ich habe ihn aus dem Derby gestrichen, doch sein Maximum dürfte bei 2.000 Metern liegen. Da ist er ein erstklassiges Pferd. Der Hengst hat viele Nennungen. Sicherlich ist das Mehl-Mülhens-Rennen nun das große Ziel“, versicherte Löwe. Monaco Show unterlag in allen Ehren. „Der Boden war zu weich für sie“, erläuterte ihr Betreuer Andreas Löwe. Auch Kenrivash lief als Dritte das erwartet gute Rennen.

Und auch eine halbe Stunde später zeigte Adrie de Vries sein ganzes Können, als er den Soldier Hollow-Sohn Agosteo (52:10) in den Farben des Stalles Reckendorf gleich beim Saison-Einstand zu einem sicheren Ausgleich II-Treffer (1.700 m) über den lange wie der Sieger gehenden Waky Sol führte. Doch Agosteo hatte am Ende mächtige Reserven. „Ich hatte Bedenken wegen der Distanz und des Bodens. Eigentlich sind 2.000 Meter ideal. Aber Adrie hat ihn super geritten“, ließ Trainer Markus Klug durchblicken. Auch Waky Sol verkaufte sich sehr gut. „Für den ersten Start in diesem Jahr war das stark“, so sein Betreuer Waldemar Hickst. Vormerken sollte man sich zudem Royal Fox, der trotz Startverlusts und einem Rennen in äußerer Spur toll anpackte und sich auf Rang drei vorarbeitete.

Zwei Pferde hatte der Lengericher Trainer Dr. Andreas Bolte in den 2.200 Meter-Ausgleich III geschickt. Und am Ende stellte er die beiden Erstplatzierten. Im Einlauf hatte Dao Vasco schnell den Piloten Takeda Shingen vorne abgelöst, doch den größeren Drive entwickelte der Trainingsgefährte Venezianus (61:10, F. Minarik), der mit zwei Ehrenplätzen die Saison 2016 beendet hatte. Dao Vasco lief abermals seine Form aus, geriet auf der Geraden aber nach innen in die Spur der bestechend gehenden Favoritin Sacrifice My Soul, die zumindest irritiert worden sein dürfte. Dr. Andreas Bolte: „Venezianus kam der weiche Boden entgegen. In der Arbeit ging Dao Vasco besser, aber er mag eher trockenes Geläuf.“

Der „fliegende Holländer“ Adrie de Vries musste seine Siegesserie damit aber nur kurz unterbrechen, denn in einer Stutenprüfung über 2.100 Meter landete er mit der Röttgenerin Kasalla (44:10) – benannt nach einer Band aus dem Kölner Karneval - direkt den dritten Tagestreffer. Es sah ausgesprochen gut aus, wie schnell die Soldier Hollow-Tochter aus dem Vordertreffen wurde. Innen stieß sie mit viel Verve durch und kam zu einem richtungsweisenden Erfolg über die Außenseiterinnen Pure Paradise (hatte lange geführt) und She’s Gina, die noch gut anpackte. „Ich hatte richtig Mumm, auch wenn ich nicht wusste, wie gut die Konkurrentinnen sind. Kasalla hat eine Nennung im Diana-Trial in Hoppegarten und ist eine Kandidatin für den Preis der Diana. Sie gehört zu meinen dreijährigen dreijährigen Stuten“, meinte Trainer Markus Klug. „Ich freue mich, wieder hier zu sein. Es hat toll angefangen. Und in Röttgen haben wir sehr gute Bedingungen“, freute sich Adrie de Vries. Als Düsseldorfs NRZ-Galopper des Jahres 2015 wurde unmittelbar danach zum dritten Male in Folge Vif Monsieur ausgezeichnet.

Nach dem starken Deutschland-Debüt kam der Erfolg des von Armin Weidler aufgebotenen England-Imports Excelling Oscar (29:10) in einem 1.400 Meter-Ausgleich III alles andere als unerwartet. Eduardo Pedroza machte den Favoriten nach einem Spurwechsel zuletzt so richtig flott, schnell löste sich Excelling Oscar in der Manier eines weiter zu steigernden Pferdes von Haarib, Beau Dreamer und dem lange tonangebenden Amparo. „Er hatte große Endgeschwindigkeit, nachdem er anfangs nicht mitgekommen war“, berichtete Pedroza. Die Viererwette bezahlte 18.483:10 Euro.

In anderen Viererwett-Rennen (Ausgleich IV, 1.700 m) gab es eine große Überraschung durch den aus dem Nichts an allen davoneilenden Power Star (249:10, M. Lopez), der beim zehnten Versuch zum ersten Erfolg für seine Besitzergemeinschaft aus dem Südwesten um Georg Mayer kam. „Die Familie von Power Star kann eigentlich den weichen Boden, aber er hatte auf diesem Untergrund nie gute Leistungen gezeigt. Ich dachte auch, dass die Distanz etwas zu weit sein würde. Aber es war ein ganz toller Ritt von Miguel Lopez“, sagte Coach Sascha Smrczek. Pagan Warrior, der schon zu gewinnen schien, American Day und Smoke Charger vervollständigten die Viererwette, die 33.334:10 Euro brachte.

Trotz einer Pause seit Mai 2015 meldete sich der Ittlinger Strato (34:10) nach einem starken Finish von Andreas Suborics in einer 2.100 Meter-Prüfung mit einem Erfolg zurück. Ganz zuletzt gewann der Lando-Sohn noch hauchdünn die Oberhand über den Favoriten Oriental Ghost, der einen sehr unglücklichen Rennverlauf erwischte, und Poolparty. „Strato war früher bei Peter Schiergen in Training und ist seit Januar bei mir. Andreas hat ihn sehr gut geritten. Weitere Distanzen könnten günstig sein. Wir machen nun im Handicap weiter“, erläuterte Trainer Waldemar Hickst.

Wild Chief Sechster in Chantilly

Sechster wurde der von Jens Hirschberger in Mülheim an der Ruhr für den Stall Fürstenhof vorbereitete Wild Chief (430:10-Außenseiter unter Alexander Pietsch) bei seinem Gastspiel im Prix d‘ Harcourt (Gruppe II, 130.000 Euro, 2.000 m) in Chantilly. Lange schien der Deutsche mehr zu erreichen, doch am Ende kam er nicht weiter. Völlig überlegen stiefelte Corine Barande-Barbes Garlingari mit Stephane Pasquier den Gegnern davon. Kurios: Mit Sumbal und Affaire Solitaire auf den Plätzen gab es exakt dieselbe Dreierwette wie kürzlich im Prix Exbury (Gruppe III).

 

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