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Hickst-Stute begeistert im Ullmann-Schwarzgold-Rennen

Parvaneh fliegt allen davon

Köln 17. April 2016

Gruppe-Rennen sind die Bundesliga des Galopprennsports. Trotz vieler Top-Leistungen in gehobenen Rennen war der Kölner Erfolgstrainer Waldemar Hickst ein Treffer auf diesem Niveau 2015 versagt geblieben. Doch am Sonntag triumphierte die von ihm für Darius Racing vorbereitete dreijährige Stute Parvaneh (90:10) unter dem erst seit kurzem für ihn tätigen französischen Jockey Marc Lerner im Karin Baronin von Ullmann – Schwarzgold-Rennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.600 m) in der Domstadt in einer grandiosen Manier.

Im Memorial für die Besitzerin des Gestüts Schlenderhan gelang der Holy Roman Emperor-Tochter aus irischer Zucht beim dritten Karrierestart der erste Erfolg. Im Ratibor-Rennen im November 2015 in Krefeld war sie nach Startverlust als Dritte schon die moralische Siegerin gewesen. Heute überflog Parvaneh von einem der allerletzten Plätze ganz am Schluss noch alle neun Konkurrentinnen noch mit einer halben Länge.

„Ich war im Vorfeld hin- und hergerissen, denn man wusste nicht so recht, was ihre letzte Form wert war. Gearbeitet hatte sie vernünftig, so wie im Vorjahr auch. Die Stute kann viel laufen, aber mit einem Sieg hatte ich heute nicht gerechnet. Sie kam nicht gut auf die Beine, wurde jedoch sehr stark geritten“, gab Trainer Waldemar Hickst zu, der betonte, dass sein Schützling verschiedene Optionen, in den 1.000 Guineas, dem Mehl-Mülhens-Rennen und dem Preis der Diana habe.

Manager Holger Faust wurde noch konkreter: „Parvaneh kann fliegen. Wir waren nach dem Ratibor-Rennen schon traurig, denn damals hätte sie gewinnen können. Heute war es nicht einfach, von so weit aus der Reserve zu gewinnen, aber wir sind unserer Taktik treu geblieben. Wir versuchen es nun gegen die Hengste im Mehl-Mülhens-Rennen.“

Jockey Marc Lerner ergänzte: „Parvaneh hat eine enorme Beschleunigung. Das Rennen war sehr schnell. Die Stute hat enorm angezogen und besitzt ein großes Herz.“

Die Fährhoferin La Merced (Andrasch Starke) sah mit ihrem Vorstoß kurz wie die Siegerin aus. „Alles in Ordnung. Das war eine starke Leistung. Wir steuern mit ihr nun die 1.000 Guineas an“, kommentierte Trainer Peter Schiergen.

Mit demselben Abstand folgte als Dritte die Winterkönigin Dhaba (Adrie de Vries), die ebenfalls noch mächtig auf Touren kam und ihre ebenfalls prächtig laufende Trainingsgefährtin Tickle Me Blue passierte. Trainer Markus Klug: „Das war für das Jahresdebüt von Dhaba sehr gut. Sie hat noch lange Haare. Auch Tickle Me Blue hat sich toll aus der Affäre gezogen.“ Die stark gewettete Double Dream musste aus bester Lage am Ende passen und wurde Fünfte. Die anderen Stuten blieben wirkungslos.

Die Form des Teams Markus Klug/Adrie de Vries könnte kaum besser sein. Das bewahrheitete sich im einleitenden 2.200 Meter-Rennen für Dreijährige, als die Wittekindshofer Dylan-Thomas-Tochter La Dynamite (34:10) sich beim Debüt in versprechendem Stil gegen die an der Spitze immer zulegende Son Marcia mehr als sicher durchsetzte. Früh auf der Geraden attackierte die so glänzend gezogene Lady die Pilotin und ging trotz heftiger Gegenwehr von Son Marcia stets einen Tick besser. „Sie hat das super gemacht für den ersten Start. Ich hatte schon einigen Mumm, aber die Gegnerin hatte uns einen Start voraus. Sie könnte nun ins Diana-Trial nach Hoppegarten gehen“, gab Markus Klug die Marschrichtung vor. Deutlich hinter den beiden Erstplatzierten lief Erica als Dritte die Form voll aus.

Und nur eine halbe Stunde später gab es für dasselbe Team erneut kein Verlieren, als der Röttgener Degas (für lukrative 25:10) von dritter Stelle aus in gewöhnlichstem Handgalopp an dem Außenseiter Plein Ciel sowie Gauguin und Walun, die in totem Rennen auf Platz drei einkamen, vorbeizog. Das machte Appetit auf viel mehr. „Das war schon sehr überzeugend, aber Degas stand nach Vorjahresform auch heraus. Er steuert nun das Mehl-Mülhens-Rennen an“, signalisierte Trainer Markus Klug.

Auch nach vier Siegen im Jahr 2015 ist Ronny Heimburgers Floralys (36:10) noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. In einem 1.850 Meter-Handicap löste sich die immerhin schon siebenjährige Stute unter Andrasch Starke locker und zeitig von dem Außenseiter Jolly Boy sowie dem Schecken Silvery Moon und Iniesta. Die Viererwette bezahlte 48.780:10 Euro. Heimburger, der in Au am Rhein drei Pferde vorbereitet, sagte: „Sie stand noch günstig im Handicap, wir haben sie gut gemanagt. Auch die Trainingsleistungen waren versprechend. Andrasch Starke hat alles perfekt umgesetzt“, verriet der erfolgreiche Besitzertrainer.

Perfekte Einteilung – so kann man den Ritt der Französin Lara Le Geay (23) im Wertungslauf der Longines World Fegentri Championship for Lady Riders (Amateurreiten, Ausgleich IV, 2,400 m) umschreiben. Denn mit einem Start-Ziel-Husarenritt hatte sie mit Early Guest (62:10), der schon auf der Sandbahn zweimal erfolgreich war, früh einen überlegenen Sieg vor Faytosa und Red Runner unter Dach und Fach. „Er hat sich bei uns sehr gut eingelebt. Wir hatten uns schon entsprechende Chancen ausgerechnet“, versicherte Besitzertrainerin Kerstin Hartmann, die in Warendorf vier Pferde vorbereitet.

Großer Jubel herrschte nach dem Ausgleich II über 1.400 Meter, denn mit der fünfjährigen Areion-Tochter Antalya landete die im Besitz des vielköpfigen Stalles Frankie & Friends stehende Lady einen mehr als gefälligen Speederfolg. Es war der dritte Tagescoup für das Team Adrie de Vries/ Markus Klug. Mit mächtigem Endspurt überrollte die 61:10-Chance die von El Zagal und Lord of Leitrim angeführte Konkurrenz. „Antalya stand ein wenig unter ihrer letzten Siegmarke“, erklärte Markus Klug.

Nach zwei Sandbahn-Treffern zeigte sich der von Toon van den Troost in Belgien vorbereitete Master Dan (93:10) unter Jockey Stephen Hellyn auch auf Gras in Top-Form, als er in einem 2.200 Meter-Ausgleich III mit starken Reserven Christophe Columbus, Sign und Eliza in die Knie zwang. Die Viererwette kletterte auf beachtliche 53.960:10 Euro.

Und die großartige Klug/De Vries-Form ging in einer 1.850 Meter-Prüfung weiter: Dynastie (77:10) schaffte das Kunststück mit einer tollen Energieleistung den nicht ganz durchziehenden Favoriten Lovato noch in den Griff zu bekommen. Ein optimaler Einstand für die größte hiesige Besitzergemeinschaft, den Galopp Club Deutschland. „Die Stute hat sich schön verbessert. Sie hat richtigen Kampfgeist entwickelt.“

Im abschließenden 1.400 Meter-Rennen verhinderte die Fährhoferin Guavia (19:10, A. Starke) den fünften De Vries/Klug-Coup mit Ice Man Star. Die Siegerin aus dem Quartier von Peter Schiergen imponierte mit riesigem Speed, und dies trotz einer fast einjährigen Pause. Racing Manager Simon Stokes: „Sie hatte sich am Karpalgelenk verletzt. Da wir immer gute Hoffnungen bei ihr hatten, ist sie als Vierjährige im Training geblieben. Wir gehen weiterhin den leichten Weg“, versicherte Fährhofs Racing Manager Simon Stokes.


 

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