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Millowitsch kämpft El Loco im Super-Duell nieder

Klug-Pferde dominieren im Krefelder Highlight

Krefeld 24. April 2016

Noch vor einigen Jahren war der Rastatter Markus Klug ein nur den Insider bekannter Besitzertrainer in Iffezheim. Doch mit dem Wechsel als Cheftrainer ins Gestüt Röttgen bei Köln war krönte er 2014 schon seinen bisherigen Werdegang als Champion der Berufstrainer. Und nach einem ebenfalls sehr erfolgreichen Jahr 2015 dominiert Klug in der aktuellen Saison 2016 die Top-Ereignisse nach Belieben. Am Sonntag erlebten 6.000 Zuschauer auf der Galopprennbahn in Krefeld sogar einen Doppelerfolg für Markus Klug im Rennen um den Preis der SWK Stadtwerke Krefeld – Dr. Busch-Memorial (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.700 m).

In dieser so zukunftsweisenden Dreijährigen-Prüfung lieferten sich der im 2015 zum Spitzen-Youngster gewordene Millowitsch (43:10) unter Andreas Helfenbein und der Röttgener El Loco (Adrie de Vries) einen Kampf auf Biegen und Brechen, der das Publikum bei Aprilwetter von den Sitzen riss.

Nach anfänglicher Führung von Parthenius hatte El Loco bald schon die Spitze im achtköpfigen Feld übernommen und verteidigte sich dort nach besten Kräften. Millowitsch war an der Innenseite ebenfalls sofort prominent vor Jarahi und dem Favoriten Noor Al Hawa. Auch auf der Zielgeraden war lange El Loco die bestimmende Figur, während Millowitsch nach außen wechseln musste und ebenso neu Tritt fassen musste wie der innen unglücklich agierende Capitano.

Es entwickelte sich schließlich ein faszinierendes Duell zwischen El Loco und Millowitsch, aus dem der Sehrezad-Sohn ganz zuletzt als hauchdünner Sieger hervorging. Mit einer Nase hatte Millowitsch nach einem tollen Endkampf von Pferd und Reiter den vierten Triumph beim fünften Start perfekt gemacht. Inklusive der Siegbörse von 32.000 Euro galoppierte der nach dem Kölner Volksschauspieler benannte Hengst nun 168.500 Euro ein.

„Ich hatte Angst, ob er die Strecke von 1.700 Metern schaffen würde, aber er hat viel von seinem Vater Sehrezad. Millowitsch ist ein Kämpfer vor dem Herrn“, kommentierte Jockey Andreas Helfenbein.

El Loco hatte überall gewonnen, nur nicht im Ziel – ähnlich wie schon im November hier im Ratibor-Rennen. Dennoch verdiente auch er sich Bestnoten. Während Millowitsch nun Kurs auf das klassische Mehl-Mülhens-Rennen in Köln nimmt, da ihm die Derby-Distanz zu weit wird, dürfte El Loco ein sehr ernsthafter Kandidat für das Blaue Band sein. Trainer Markus Klug: „El Loco muss frei galoppieren. Für ihn war es schade, dass er wieder so knapp unterlag. Millowitsch hätte ohne die Störung wohl leichter gewonnen. Nun trennen sich die Wege der beiden. Millowitsch geht in die 2.000 Guineas und El Loco in den Frühjahrs-Preis nach Baden-Baden.“

Der Favorit Noor Al Hawa hatte als Dritter keine Siegchance, hielt sich beim Saisonauftakt aber ebenfalls gut. „Er ist ein schweres Pferd, das dieses Rennen noch gebraucht hat“, versicherte Trainer Andreas Wöhler.

Der Außenseiter Capitano folgte als Vierter dichtauf, hatte innen wenig Platz zur Entfaltung. Und wurde guter Vierter vor Parthenius, der kurz führte, sich aber nicht entscheidend steigern konnte. Ähnlich erging es Molly King, Jarahi und Volcancito.

Nach dem durchaus ansprechenden Debüt landete der von Peter Schiergen für den Stall Hornoldendorf von Arend Oetker trainierte Silver Sea (65:10, A. Starke) im einleitenden 2.050 Meter-Rennen einen sehenswerten Start-Ziel-Treffer. Immer wieder entwickelte der am Toto erstaunlich lang stehende Sholokhov-Sohn gegen den noch stark anpackenden Salonmedicus und den innen kurz festsitzenden Moonshiner neue Reserven. „Alles bestens, wir sind sehr zufrieden“, kommentierte Co-Trainerin Ilke Hildebrand für den in Hoppegarten weilenden Coach Peter Schiergen. Die Favoritin Deauville Crystal war nie entscheidend im Bilde.

Das Team Adrie de Vries/Markus Klug machte in einer Stuten-Prüfung für Dreijährige über 1.700 Meter dort weiter, wo es vor einer Woche aufgehört hatte – die Fährhoferin Danlia (17:10) bestimmte Start-Ziel bequem das Geschehen und beschleunigte vor der mächtig auf Touren kommenden Chapless und I love Lips stets aufs Neue. Da dürfte der Lando-Tochter eine Top-Zukunft bevorstehen. Markus Klug: „Danlias Form als Zweijährige war schon gut und sie hatte nun passenden Boden. Genannt ist sie für das Diana-Trial in Hoppegarten.“

Einen besseren Einstand für ihren neuen Trainer Dr. Andreas Bolte konnte Jule (87.10, M. Cadeddu) nicht geben als mit einem leichten Erfolg in einem 2.200 Meter-Ausgleich III. Mit Riesenschritten näherte sich die Nicaron-Tochter dem Co-Favoriten Call me Frenklin und hatte schnell alles geregelt. „Wir hatten nach Absprache mit dem Besitzer die Distanz verlängert. Sie hatte schon gut gearbeitet“, gab Bolte zu. Die Favoritin Night Melody war als Dritte unter Wert geschlagen, denn sie hatte an der Innenseite nie Platz zum Durchschlüpfen.

Was für eine Entwicklung hat dieser Dieu Merci genommen? In der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.300 m) landete der Wallach aus dem Dortmunder Stall von Ralph Schaaf seinen vierten Erfolg in Serie – zur Quote von 31:10 nach einem Glanzfinish von Jockey Michael Cadeddu, der seinen zweiten Treffer an diesem Nachmittag markierte. Ganz außen schnappte er mit hauchdünnem Vorteil deb ebenfalls groß anziehenden Charles Darwin. Tjorpe Bay und Lisselton Cross komplettierten eine nicht besonders schwer zu treffende Viererwette (Quote: 6.042:10). „Das Erfolgszept war, auf das Pferd zu hören. Ich reite das Pferd jeden Morgen selbst in der Arbeit“, erklärte Schaaf.

„Unsere Stallform steht, wir haben nun mit vier Pferden sechs Rennen in dieser Saison gewonnen“, freute sich der belgische Trainer Peter Lanslots nach dem überzeugenden Erfolg von Shilito (43:10) unter dem jungen Jente Marien in einem 1.400 Meter-Ausgleich IV. Nach frühem Vorstoß hatte der Wallach gegen Yeard Of Ale und Saibaba bald schon einen klaren Vorsprung herausgeholt.

Ein „Elfmeter“ war im abschließenden 1.400 Meter-Rennen für Markus Klug (dritter Tagessieg) und Adrie de Vries (zwei Erfolge) der Wittekindshofer Event Mozart (11:10), der ein wenig brauchte, um auf Touren zu kommen. Als dies so weit war, bekam er den Piloten One Way Ticket und Tendresse noch leicht in den Griff.




 

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