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Ex-Derby-Vierter vor „dem Cowboy“ in Köln

Eric ist wieder voll auf Kurs

Köln 26. April 2016

Mit einer spektakulären Prüfung begann bei leider nass-kalter Witterung der PMU-Dienstag auf der Galopprennbahn in Köln, denn zwei frühere Derby-Pferde (Eric, Vierter in 2014) und Giant’s Cauldron (16. im selben Jahr) trafen auf die letztjährige Derby-Hoffnung Space Cowboy. Eric war mit einer Eventualquote von 18:10 leicht gegenüber Space Cowboy (20:10) favorisiert worden. Amorous Adventure, ebenfalls ein Ex-Kandidat aus dem Blauen Band, war als Nichtstarter deklariert worden.

Erwartungsgemäß spitzte sich das 2.200 Meter-Rennen auf ein Duell zwischen Eric (A. Pietsch) und Space Cowboy zu. Lange schien der Görlsdorfer im Vorteil, doch mit zunehmender Distanz packte der stets in Top-Gesellschaft für Besitzerin Gabriele Gaul angetretene Eric immer besser an und kam noch knapp, aber sicher mit einer halben Länge in Vorteil. Der lange führende Eastsite One, ein Halbbruder von Eric, hielt nach langer Führung locker Rang drei vor dem nie weiter prominenten Giant’s Cauldron.

Natürlich war Trainer Christian von der Recke sehr angetan von der Vorstellung Erics: „Das war wichtig für seine Moral. Wir haben nun zwei Optionen, den Gerling-Preis hier in Köln oder das Oleander-Rennen in Hoppegarten. Ich denke, nach der Streichung für den Gerling-Preis werden wir uns entscheiden. Mit Eastsite One hatten wir auch eine Alternative am Montag in Mons, aber nach dem guten laufen heute brauchen wir dort nicht anzutreten.“

Space Cowboy gab ein sehr gutes Comeback, zumal er in Höhe der Startmaschine zuletzt etwas zur Seite wich. Trainer Markus Klug: „Es war ja erst sein dritter Start im Leben, und er trug anderthalb Kilo mehr als der Gegner. Das war schon in Ordnung. Das Oleander-Rennen könnte nun sein Ziel sein.“

Mehr als sehenswert war in einer 2.200 Meter-Prüfung der Sechseinhalb-Längen-Erfolg des dreijährigen Ullmann-Hengstes Savoir Vivre (21:10, F. Minarik). Lange ließ sich der Adlerflug-Sohn der Top-Stute Soudaine von dem Ammerländer Bora Rock ziehen, um dann in bester Haltung groß aufzufahren und sich abzusetzen. „Er ist ein etwas schwieriges Pferd mit Charakter. Seit ein paar Wochen haben wir es mit Scheuklappen im Training versucht, was sich ausgezahlt hat. Wir hatten immer eine gute Meinung von ihm, und sind froh, dass er diese erfüllt. Filip sollte ihn so spät wie möglich einsetzen. Wir haben nun mehrere Möglichkeiten wie die Union hier oder den Frühjahrspreis in Baden-Baden“, erklärte Siegtrainer Jean-Pierre Carvalho. Noch sehr stark packte die ebenfalls zum ersten Mal angetretene Kashmar an (Trainer Henk Grewe: „Sie war noch sehr unreif und sollte durch diesen Start hinzugelernt haben“) und eroberte noch den Ehrenplatz vor dem gesteigerten Bora Rock.

So richtig auf Touren gekommen ist Brendan (26:10-Favorit), der unter Stephen Hellyn nach seinem Mülheimer Erfolg mit gewaltigem Speed gleich noch einen Treffer landete gegen die schon in Sicherheit geglaubte Lucy Bee und Hurricane Harry, am Ende hatte er einen Kopf Vorsprung. „Er hat ihn gut versteckt, aber die vorderen Pferde waren schon weit weg. Das Problem ist immer die Startmaschine bei ihm“, erklärte Brendans Betreuerin Elfi Schnakenberg.

Völlig erwartungsgemäß war auch der Treffer von Emirati Spirit (21:10) mit seiner Lieblingsreiterin Eva-Maria Zwingelstein in einem 1.200 Meter-Handicap, der gegen Goldie Doll und Mex sehr überzeugend ausfiel. Der auf der Grasbahn bei einer so enorm günstigen Marke stehende Wallach schaffte nach drei Sand-Siegen den vierten Coup in Folge. Als er sich von der Konkurrenz Mitte der Geraden entfernte, war sofort alles entschieden. Trainer Mario Hofer: „Er hatte im vergangenen Jahr leichte Probleme, die nun aber völlig ausgestanden sind. Natürlich steht er auf Gras irrsinnig günstig und dürfte noch etwas nachholen und uns weiterhin viel Freude machen.“ Baden-Baden steht nun fest auf dem Plan des Fünfjährigen.

Die „Schnee-Königin“ ist wieder da – im Februar hatte Mombasa zum wiederholten Male die Skikjöring-Wertung in St. Moritz gewonnen. Aber auf Gras ist die neunjährige Lady noch für ihre Marke gut genug. Nach einem Ritt mit viel Vertrauen von Vinzenz Schiergen flog die 79:10-Chance an der Favoritin Azyaan und an Pearl of England vorbei. „Die Kälte hat ihr heute gepasst. Nun geht sie in Sommerurlaub und kommt dann im Herbst wieder zurück“, sagte ihr Betreuer Peter Schiergen.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 2.200 m) gab es ein weiteres formgemäßes Ergebnis, denn die Tiger Hill-Tochter Ismay (43:10) aus dem Quartier des Lengerichers Dr. Andreas Bolte gewann ihr drittes Rennen en suite. Filip Minarik platzierte die Stute sofort an dritter Position und machte sich an der Innenseite bequem von Morius Victus, Clubber Lang und Dashing Diva frei. Die Viererwette bezahlte 40.000:10 Euro, fünf Wetter kassierten jeweils 2.000 Euro.

Eng wurde es auf dem Siegertreppchen nach dem 1.850 Meter-Ausgleich III, denn die Siegerin La Facella (82:10, I. Ferguson) steht im Besitz des vielköpfigen Stalles Samt und Seide aus Krefeld. Mit mächtigem Speedwirbel überlief die Stute noch Viscount Vert und Dreamworks. „Weicher Boden war ideal, und sie ist ein dankbares Pferd, das noch nicht viel falsch gemacht hat“, kommentierte Trainer Axel Kleinkorres.

Als es bei gerade einmal 5 Grad Celsius besonders kalt geworden war, durfte man sich im abschließenden Ausgleich III über weite 2.950 Meter noch an einem packenden Finish zwischen zwei Pferden von Trainer Christian von der Recke (zweiter Tageserfolg für den Weilerswist-Coach) erwärmen: Kolonel Kirkup (35:10) schien schon locker über den stets führenden Polski Poseidon hinwegzuziehen, doch dieser gab sich nie geschlagen. Schließlich entschied ein kurzer Kopf zugunsten des „Kolonel“, der schon auf Sand zweimal erfolgreich war. Der Favorit Knock Out kam am Ende nicht mehr weiter.







 

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