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Seidnitzer Jubiläumstag wird stark von der Dresdner Trainerin geprägt

Ein Claudia-Barsig-Festival

Dresden 7. Mai 2016

Galopprennsport, das weiß man, ist natürlich kein Wunschkonzert. Aber manchmal gibt es Tage, die auch im Turf keinerlei Wünsche mehr offen lassen. Wie zum Beispiel heute bei Claudia Barsig, der Dresdner Trainerin, die einem strahlenden Jubiläumstag in Seidnitz sportlich voll und ganz ihre Prägung verlieh.

Nicht weniger als drei der insgesamt sieben Prüfungen hielt sie am Platze. Vor allem setzte ihr Schützling Tim Rocco an diesem besonderen Tag im besten Rennen des Tages seine ohnehin schon großartige Siegesserie fort und landete im über 1.400 Meter führenden Jubiläumspreis „125 Jahre Rennen Dresden-Seidnitz“ seinen fünften Treffer in Folge.

Bei strahlendem Sonnenschein und schneller Bahn zeichnet sich der Heimsieg unter Michael Cadeddu eingangs zur Geraden längst ab, obgleich hier vor allem auch noch Attitude gut im Rennen lag, die aber dann nachließ. Doch auch die stark endende Silicon Valley sowie Le Tiger Still und Loulou’s Jackpot hielt der Auenqueller Doyen-Sohn im Besitz von Christin Barsig danach sehr sicher unter Kontrolle – und der Jubel des in hellen Scharen zur Bahn herausgekommene Publikums kannte nach dem mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Ausgleich II logischerweise kaum noch Grenzen.

Zuvor schon hatten Claudia Barsig und Michael Cadeddu als Erfolgsteam von Donna Rubina, für die die Trainerin außerdem noch als Besitzerin zeichnet, nach dem Freiberger Brauhaus Cup im Mittelpunkt gestanden, als sich die dreijährige Electric-Beat-Tochter gegen Admiral und Mirage durchgesetzt hatte. Und wenig später ließ sich darüber hinaus die von Pomellato stammende Tilara unter den Farben von Sabine Klohss ebenso wenig lumpen und machte in der Hand von Maxim Pecheur den Hattrick mit einem Erfolg über Sterngold und Dream of You  im Preis der Dresdner Morgenpost perfekt. 

Für zusätzliche Stimmung sorgte später allerdings auch noch der Treffer von Christine Gräfin Kagenecks Wallach A Miracle mit Francesco Ladu im Sattel, der sich, von Trainer Lutz Pyritz bereits in perfekter Verfassung vorgestellt, als Jahresdebütant den Preis der Firma Landschafts- und Natursteinbau Rene Schütze schnappte und damit den vierten Dresdener Sieg an diesem denkwürdigen Samstag sicherstellte.

Sportlich interessant war insbesondere aber gleich zu Beginn der zweite diesjährige Erfolg von Stall Turffighters dreijährigem Cashman, der im Maxios-Cup mit der Konkurrenz wenig Federlesens machte und über 2.000 Meter souverän sein Ding durchzog, ohne dass Jozef Bojko irgendwie aktiv werden musste. Leander und Tresoli auf den folgenden Plätzen kamen dem von Andreas Wöhler vorbereiteten Ass im Feld noch am nächsten. In den nächsten Wochen und Monaten besitzt der Soldier-Of-Fortune-Sohn nebenbei noch eine ganze Reihe großer und größter Ziele, wie beispielsweise den Frühjahrs-Preis in Baden-Baden, das 181. Oppenheim Union-Rennen in Köln und vor allem auch das Idee 147. Deutsche Derby am 10. Juli in Hamburg-Horn.

Niedersächsische Akzente setzten im Laufe des Tages übrigens noch Stall Bergholz‘ Wallach All Win, der vom Langenhagener wie auch Ex-Dresdener Trainer Hans-Jürgen Gröschel betreut wird und mit Ian Ferguson als Reiter den Astro GmbH-Cup gewann, ehe dann zu guter Letzt noch Rita Roses Wallach Maresco aus dem Vienenburger Stall von Wilhelm Busch den Mopo24 Preis gewann und damit Jockey Maxim Pecheur dazu verhalf, dass er als Doppelsieger die Heimreise antreten konnte.

Der Dresdener Jubiläumstag war natürlich vor allem und vorrangig ein sportliches Ereignis. Allerdings genauso ein Event, das auch jenseits des Geläufs ausgiebig zelebriert wurde. Nostalgie und Reminiszenzen bestimmten selbstverständlich diesen Part. Die Bilder von Karina Sturm taten einiges dazu, und auch die Parade von bekannten Dresdener Rennfarben aus der Ära des DDR-Turfs fand viel Zuspruch.

Vor allem aber gefiel allen quasi die "Zweitpremiere" des lange verschollenen Dresdener Rennvereins-Marsches, komponiert im Jahr 1908 von Heinrich Stock, den die Hohensteiner Blasmusikanten aufspielten. Gerade diese Klänge versetzten ein wenig zurück in die Zeit vor über hundert Jahren. Um die Wiederbelebung des flotten Stückes erwarb sich übrigens die Musikstudentin Susanne Hardt in mühevoller Kleinarbeit ganz besondere und hohe Verdienste.


 

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