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Wasir ist im Oleander-Rennen Start-Ziel voraus

Riesenüberraschung im „Berlin-Marathon“ der Galopper

Berlin-Hoppegarten 15. Mai 2016

Riesenüberraschung im „Berlin-Marathon“ der Galopper am Pfingstsonntag bei Top-Kulisse auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten. Zur Sensationsquote von 170:10 gewann der von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh trainierte vierjährige Hengst Wasir unter dem brasilianischen Jockey Rafael Schistl das 45. Comer Group International Oleander-Rennen (Gruppe II, 55.000 Euro) über weite 3.200 Meter.

Besitzer des groß gesteigerten Rail Link-Sohnes ist Unternehmer Dr. Stefan Oschmann, der seine Pferde unter den Stall-Namen Darius Racing vorbereiten lässt – damit feierte das Team Oschmann/Wöhler nur zwei Wochen nach dem Sieg von Isfahan im Pferdewetten.de – Bavarian Classic (Gruppe III) in München den nächsten Triumph in einem Top-Galopprennen.

Nach einem brillianten Ritt von Rafael Schistl ließ Wasir Start-Ziel nichts anbrennen. Stets konnte der nun beim neunten Start zum zweiten Mal erfolgreiche Hoffnungsträger an der Spitze neu beschleunigen und alle Attacken seiner acht Konkurrenten locker kontern. Es war der bisherige Karrierehöhepunkt für Wasir, der sich im Frühjahr sogar in Dubai versucht hatte, allerdings ohne vollen Erfolg. 32.000 Euro betrug nun die Siegprämie in Deutschlands längstem Grupperennen vor den Toren der Hauptstadt, womit der Hengst seinen „Kontostand“ auf 38.700 Euro verbesserte.

Die Super-Ausbeute für Trainer Andreas Wöhler, der zum sechsten Mal im Oleander-Rennen den Sieger stellte, machten der 25:10-Favorit Alex My Boy, der immer an zweiter Stelle galoppierte, auf Wasir aber keinen Eindruck machen konnte, aber guter Zweiter wurde, und Rock of Romance auf Rang vier vor dem Co-Favoriten Walzertakt perfekt. Dazwischen schob sich als Dritte lediglich Markus Klugs Bebe Cherie, die als große Außenseiterin die Dreierwett-Quote auf 6.322:10 Euro hochtrieb in diesem Top-Event der Langstrecken-Pferde.

Andreas Wöhler meinte unmittelbar nach dem Sieg mit Wasir: „Zuletzt in Frankreich war der Boden für ihn zu weich und die Gegner stärker gewesen. Ich habe ihn stets als ein Pferd eingeschätzt, das man nicht unterschätzen darf. Er ist eher ein Galoppierer und nicht unbedingt ein Speedpferd.“

Begonnen hatte der große Frühjahrs-Renntag auf der Parkbahn ganz nach dem Geschmack der Lokalpatrioten. Denn schon die beiden ersten Prüfungen wurden eine Beute des Hoppegartener Trainers Roland Dzubasz. Vor allem waren es aber auch zukunftsweisende Görlsdorfer Siege, bei denen jeweils Frederik Tylicki der erfolgreiche Jockey war.

Den einleitenden Preis vom Bötzsee gewann der in England tätige Sohn des unvergessenen Andrzej Tylicki mit der Stute Amalie gegen den Favoriten Saxone und Ruby Red, wobei die Debütantin am Ende drei Längen Vorteil für sich hatte, und das in einem Stil, der unübersehbar andeutete, dass die Areion-Tochter bei diesem Sieg  nicht stehenbleiben wird. 

Und kaum anders wirkte es bei Meergörl, die im Preis vom Fängersee der schon wie die spätere Siegerin gehenden 18:10-Favoritin Wild Approach zum Schluss noch glatt die Show stahl. Im Gegensatz zu ihrer Stall-und Zuchtgefährtin Amalie hat die Adlerflug-Tochter in den nächsten Wochen und Monaten noch einige größere Ziele im Visier. Gewissermaßen als Nahziel bereits am 12. Juni das Diana-Trial auf ihrer Heimatbahn, für das sie augenscheinlich bestens gerüstet ist.

Einen dritten Dzubasz-Sieg gab es später dann zudem noch zu feiern, als sich die Saddex-Tochter Reality den Preis vom Seddinsee mit Robin Weber im Sattel sichern konnte, die im zweiten der beiden Viererwettrennen sowohl Lady Charlie als auch My Mission und Nemesis auf die Plätze verwies, während zuvor der Preis von Straussee mit der ersten Entscheidung einer Viererwette an Nostro Amico gegangen war, der sich unter Rene Piechulek gegen Burschentanz, Nightdance Prince und Blooming Stars durchzusetzen verstand.

Das nach dem Gruppe-Highlight zweitwichtigste Ereignis ging nach Köln, an den Stall Asterblüte von Trainer Peter Schiergen. Im BBAG Auktionsrennen Berlin-Hoppegarten wurde die von ihm für den Stall Emerald vorbereitete Bastille in der Hand von Andrasch Starke in der Schlussphase immer zwingender, was letztlich einen weiteren Heimsieg vereitelte, denn die von Uwe Stech betreute Halli Galli schien mit viel Einsatz die ganze Sache schon erfolgreich abschließen zu können. Immerhin hielt sie aber noch den Ehrenplatz gegen die einen guten Eindruck hinterlassende Avicenna.

Auf die Gewinnerin, eine vom Gestüt Westerberg gezogene Saddex-Tochter, könnte in ein paar Wochen in Hamburg bereits das nächste BBAG Auktionsrennen warten, das am 10. Juli als BBAG Meiler Auktionsrennen firmiert.

Im Preis vom Stienitzsee sah das Publikum, das zwischenzeitlich auch kürzere Regenschauer zu überstehen hatte, eine weitere Steigerung von Loolou’s Jackpot, ein Mamool-Wallach, der Christine Gräfin Kageneck gehört und dessen Züchter Horst-Dieter Beyer ist. Mit guter Unterstützung von Filip Minarik brachte der Schützling von Lutz Pyritz nämlich heute seinen ersten Ausgleich-II-Treffer gegen Oscar und Niron unter Dach und Fach.

Der Tag klang aus mit einem letzten Hoppegartener Sieg im Preis von Herrensee, wobei der Erfolg von Run On Fire, die von Martin Seidl leicht vor Saluta und Amondo über die Linie gebracht wurde, auch zu einem kleinen Trostpflaster für Trainer Uwe Stech nach der Niederlage im BBAG Auktionsrennen mit Halli Galli wurde.

Achtungserfolg für Münch-Stute im Klassiker in Deauville

Einen mehr als achtbaren fünften Rang erzielte der Ex-Bundesliga-Profi Markus Münch als Trainer, Besitzer und Züchter mit der dreijährigen Stute Spectre am Sonntag in der klassischen Poule d‘ Essai des Pouliches (Gruppe I, 450.000 Euro, 1.600 m) auf der Galopprennbahn in Deauville/Frankreich. Keine zwei Längen folgte die Siyouni-Tochter unter Pierre-Charles Boudot hinter der Siegerin La Cressonniere (Cristian Demuro).

Nächstes Highlight in Köln

Nächstes Großereignis im deutschen Turf ist am Pfingstmontag, 16. Mai das klassische Mehl-Mülhens-Rennen (Gruppe II, 153.000 Euro, 1.600 m) auf der Galopprennbahn in Köln mit dem Favoriten Millowitsch und dem Engländer Knife Edge, dessen Reiter, der Weltklasse-Jockey Ryan Moore am Sonntag in Deauville die Poule d‘ Essai des Poulains (Gruppe I, 550.000 Euro, 1.600 m) mit dem völlig überlegenen Iren The Gurkha gewann.
 

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