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Knife Edge triumphiert mit Star-Jockey Ryan Moore

Englischer Triumph im Kölner Thriller

Köln 16. Mai 2016

Dramatik pur am Pfingstmontag im ersten Klassiker der Galopp-Saison auf der bestens besuchten Galopprennbahn in Köln: Der Engländer Knife Edge unter Weltklasse-Jockey Ryan Moore und Gestüt Röttgens Degas (Adrie de Vries) stürmten im 31. Mehl-Mülhens-Rennen (Gruppe II, 153.000 Euro, 1.600 m) in einem epischen Fight der Ziellinie entgegen – mit einem Nase-Vorteil für den von Marco Botti in Newmarket für die irischen Top-Besitzer Sue Magnier und Michael Tabor vorbereiteten Knife Edge.

Start-Ziel rettete der 26:10-Favorit einen hauchdünnen Vorteil gegen den mit Riesenschritten außen heranfliegenden Degas. Erst die Zielfotografie zeigte, dass erstmals seit 2013 wieder ein Gast erfolgreich war. Für Trainer Marco Botti war es der zweite Triumph in den German 2000 Guineas nach Excelebration im Jahr 2011. Knife Edge landete beim fünften Start den zweiten Erfolg und galoppierte 100.000 Euro auf das Konto seiner prominenten Eigner.

„Wir lieben dieses Rennen und sind sehr froh, wieder gewonnen zu haben nach dem zweiten Platz im Vorjahr von Fancyful Angel. Gerne kommen wir nach Köln. Von Knife Edge haben wir noch nicht alles gesehen“, erklärte Marco Botti. „Wir hatten auf mehr Tempo gehofft, aber Ryan Moore hatte die Option, bei langsamer Fahrt auch selbst die Initiative zu ergreifen, was er auch getan hat. Einmal vorne hat er kurz nur das Nötigste getan. Die St James’s Palace Stakes in Ascot sind ein mögliches Ziel, aber ich werde das mit den Besitzern noch absprechen. Auch die Secretariat Stakes in den USA kommen in Frage.“

Jockey Ryan Moore ergänzte: „Knife Edge ist ein eher faules Pferd, das nur tut, was von ihm verlangt wird. Es kann für ihn auch über weitere Strecken gehen.“

Degas hätte wenige Meter weiter wohl gewonnen, er unterlag mit dem knappsten Abstand, während der Co-Favorit Millowitsch aus dem Vordertreffen nicht entscheidend durchzog und als Vierter auch den kurz brandgefährlich wirkenden Noor Al Hawa vor sich dulden musste. Trainer Markus Klug: „Es ist natürlich bitter, so knapp zu verlieren. Aber Degas und Millowitsch haben sich beide gut verkauft. Millowitsch war in Position, konnte sich jedoch nicht steigern.“

Noor Al Hawa zeigte als Dritter weitere Steigerung. „Er ist auf weicher Bahn noch ein ganz anderes Pferd“, signalisierte sein Betreuer Andreas Wöhler. Die Stute Parvaneh kam vom letzten Platz noch auf Rang fünf vor Baroncello. Dieser wurde von Eugen Frank gesteuert, da sein ursprünglicher Jockey Andrasch Starke im Rahmenprogramm an der Startstelle mit Mon Petit Fleur zu Fall gekommen war. Der erste Verdacht lautete auf Schlüsselbeinbruch, der Top-Jockey wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

„Es war das erwartete Match-Race“, so kommentierte Trainer Markus Klug den hauchdünnen Erfolg der Röttgenerin Weltmacht (14:10, A. de Vries) in der einleitenden 2.200 Meter-Prüfung gegen Empoli. Die beiden nach Klasse herausstehenden Pferde lieferten sich ein heißes Gefecht. Lange schien Empoli zu gewinnen, nachdem er Weltmacht zu Beginn der Geraden schnell passiert hatte, doch diese zog immer wieder an und raufte sich am Ende erneut knapp vorbei. „Vielleicht versuchen wir es nun in einem Listenrennen im Ausland“, meinte Klug. Empoli ging nicht schlechter als die Siegerin, sollte sich bald wieder in Szene setzen, während Attalos als lange gut dabeibleibender Dritter ein sehr ordentlich Comeback nach zweieinhalbjähriger Pause gab.

Nicht nur auf Schnee (hier hatte er den Großen Preis von St. Moritz gewonnen), auch auf Gras ist Stall Nizzas Jungleboogie (63:10) ein Ass. Im Ausgleich II gab es für den Nicaron-Sohn vornweg früh kein Verlieren mehr, denn er legte immer wieder entscheidend zu. Im Sattel saß anstelle von Ryan Moore, dessen Flieger erst später in Köln eintraf, Andrasch Starke, der viel Übersicht bewies. Jule machte noch viel Boden gut, während der heiße Favorit Matchwinner diesmal vielleicht zu früh gebracht wurde und mit Rang drei vorlieb nehmen musste.

Publikumsliebling Silvery Moon triumphiert

Kaum Grenzen kannte der Jubel nach einem 1.850 Meter-Ausgleich IV, denn der Publikumsliebling war ganz vorne: Silvery Moon (35:10, A. Starkes zweiter Treffer an diesem Tag), der Schecke aus dem Stall von Mario Hofer, kam nach frühem Vorstoß leicht gegen die lange führende Frieda my Love, Dutch Master und Ronnie Rockcake zu seinem zweiten Karrieretreffer. „Das war perfekt vorgetragen“, lobte Mitbesitzer Eckhard Sauren Jockey Andrasch Starke. Die Viererwette bezahlte 35.929:10 Euro.

Zur Turf-Persönlichkeit des Jahres 2015 wurde Sandra Eichenhofer von den Mitgliedern des Galopp Club Deutschland gekürt – die junge Reiterin war im Vorjahr an den Folgen eines Sturzes auf so tragische Weise verstorben. An sie erinnerte auch ein Gedächtnisrennen, der erste Lauf zum Nachwuchspreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich III, 1.600 m). Völlig verdient war hier der Favoritensieg von Dragoslav (27:10) unter der talentierten Schweizerin Sibylle Vogt (32. Sieg), die Mitte der Geraden schon alle Weichen auf Sieg stellte, gefolgt von dem lange mit Vorsprung führenden Tansfeeq und Power of Paradise.

Nach vielen guten Ansätzen setzte sich in einem 1.400 Meter-Ausgleich IV verdientermaßen Yard Of Ale (75:10, A. Pietsch) durch. Der von John Smith in den Niederlanden trainierte Wallach kam unwiderstehlich an Crystal Doll, Meerwind und Goldie Doll vorbei. Die Viererwette kletterte auf 12.237:10 Euro.

In einem weiteren 2.200 Meter-Handicap kämpfte sich der von Nadine Verheyen in Belgien vorbereitete Just Because (54:10, R. Schistl) gegen Christoph Columbus und Alasdair zum Erfolg.

In einer 1.850 Meter-Prüfung gab es durch den von Sascha Smrczek trainierten Northern Rock (213:10, M. Lopez) eine gewaltige Start-Ziel-Überraschung vor dem Favoriten Kizingo und Stealing the Show.

Große Freude herrschte natürlich bei der Kölsch-Band Kasalla, die im Anschluss an den Renntag ein Konzert auf der Bahn gab, denn die gleichnamige dreijährige Stute des Gestüts Röttgen ließ sich im abschließenden 2.200 Meter-Rennen als 20:10-Favoritin unter Adrie de Vries nicht beeindrucken und verabschiedete sich imponierend von Russian Flamenco und Silver Sea. Röttgen, Trainer Markus Klug und Jockey Adrie de Vries komplettierten damit ein Doppel.





 

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