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Auktions-Schnäppchen Quelindo imponiert zum Jubiläum

Doppeltreffer für Ungarn bei Magdeburg-Premiere

Magdeburg 22. Mai 2016

110 Jahre Rennverein Magdeburg – dieses tolle Jubiläum wurde am Sonntag im Herrenkrug gefeiert. Und man präsentierte vor 3.200 Zuschauern erstmals in der Geschichte des Rennvereins mit dem Jubiläumspreis der WOBAU Magdeburg (25.000 Euro, 2.050 m) überhaupt ein Listenrennen an einem grandiosen Tag.

Im Vorfeld hatte man auf ein Duell der beiden letztjährigen Gruppesieger Incantator und Pas de deux (beide mit 27:10 am Toto favorisiert) spekuliert. Doch es kam völlig anders, beide spielten in der Endabrechnung keine Rolle, doch war Incantator auch der Pechvogel der Prüfung.

Ganz anders die beiden Gäste aus Ungarn, einem Land, das man in Rennsportkreisen vor allem durch die Triumphe der legendären Pferde Kincsem und Overdose immer wieder für Aufsehen sorgt. Denn Quelindo (Alberto Sanna/Gabor Maronka) und Red Hot Calypso (Francisco Da Silva/Josef Roszival) belegten die ersten beiden Plätze.

Es war schon beeindruckend, wie sich der bei einem Kurs von 49:10 stark gewettete Quelindo Mitte der Zielgeraden mit eindreiviertel Längen von der Konkurrenz entfernte und beim achten Auftritt seiner Karriere den siebten Erfolg feierte! Nur im Kölner Grand Prix-Aufgalopp Ende März war der Aussie Rules-Sohn aus der Zucht des Gestüts Paschberg als Sechster und Letzter (bei allerdings knappen Abständen auf den Plätzen) nicht vorne gewesen. Gerade einmal 9.000 Euro hatte er seinen Eigner, den Stall Almodo, 2013 bei der BBAG-Jährlingsauktion gekostet.

Mit starkem Endspurt machte der 170:10-Außenseiter Red Hot Calypso den ungarischen Doppeltreffer perfekt – mit einem Kopf vor der an der Spitze immer wieder zulegenden 152:10-Chance Maha Kumari, die von Amaron tragend ist. Nur einen weiteren Kopf zurück packte Deutschlands bester Halbblüter Apoleon noch besser an und wurde guter Vierter vor Incantator, der innen wenig Platz zur Entfaltung hatte, von Maha Kumari empflindlich gestört wurde und sicherlich unter Wert geschlagen war.

Wegen der Behinderung entschied die Rennleitung, dass der Besitzer von Maha Kumari (Gestüt Graditz) 1.500 Euro Gewinnausgleich an den Eigner von Incantator (Rennstall Wöhler) zu zahlen hat. Sogar noch hinter diesem landeten der einstige Winterfavorit Brisanto und der von dritter Stelle aus völlig abbauende Pas de deux.

Aus dem Rahmenprogramm ragte der Ausgleich II über 1.300 Meter heraus. Auch in Abwesenheit des Ex-Seriensiegers Mister Spock und bei nur fünf Teilnehmern entwickelte sich eine spannende Prüfung. Und die Stallform von Neutrainerin Melanie Sauer aus Hannover scheint immer mehr anzuziehen, denn der von ihr aufgebotene Brümmerhofer Majestic Hope (48:10, F. Minarik) überrollte mit gewaltigem Speed das von dem 15:10-Favoriten El Zagal vor Kastello angeführte Feld. Interessant: 2014 war Majestic Hope sogar Vierter im Zukunftsrennen in Baden-Baden gewesen und nach einjähriger Pause wieder vorsichtig aufgebaut worden.

Interessant: In diesem Memorial für den Sprinter und Publikumsliebling Ach was spendete dessen Besitzer Christian Sundermann dem siegreichen Besitzer (Gestüt Brümmerhof) die 400 Euro-Nenngeld für den neugeschaffenen Match Race Cup in Hoppegarten.

Im einleitenden 2.050 Meter-Handicap gab es mit der von Monika Lindemann in Hannover trainierten Opalin (28:10, I. Poullis) einen allseits erwarteten Erfolg. Die Favoritin sowie Bahn- und Distanzsiegerin hatte nach einem idealen Rennen von dritter Position mit Tsihrina und Pesaro keinerlei Mühe.

Auch Markus Klug, die Nummer eins der aktuellen Trainer-Statistik landete einen Treffer – mit der im Besitz des Ehepaars Moser aus Iffezheim stehenden Sorella (30:10), die beim zehnten Versuch nach vielen Platzierungen Vanbijou und Vive l‘ Ami noch sehr sicher in den Griff bekam und erstmals auf der Siegerstraße wandelte.

In ausgezeichneter Form hat auch der Bremer Trainer Pavel Vovcenko seine Pferde. Das zeigte sich auch in der 1.300 Meter-Prüfung für den Derby-Jahrgang, als der 15:10-Favorit Butch Cassedy (zweiter Punkt für Filip Minarik) Start-Ziel vor Noble Agrippina und Königin Callme regelrecht auf und davon ging. Das Auktionsrennen in Dresden im Juni könnte nun ein lukratives Ziel für den 20.000 Euro-Auktionskauf sein.

Zum ersten Mal unter der Regie von Ralf Rohne stellte sich die vierjährige Lord of England-Tochter Elea (84:10, J. Bojko) in einem 1.800 Meter-Ausgleich IV vor. Und mit tollem Kampfgeist zwang die Stute Coya und den deutlicher zurück folgenden Shinnaui in die Knie.

Und der Düsseldorfer Coach legte in einer 2.050 Meter-Prüfung für Dreijährige mit dem Lindenhofer Samum-Sohn Sir Scott (153:10, R. Schistl) gleich beim ersten Start dieses Hengstes nach, der den 15:10-Favoriten Grants Pass und Pretty Woman niederkämpfte.

Auf passend abgetrockneter Bahn zeigte sich Jutta Pohl Mystical Wind (57:10, F. Da Silva) in seinem Element, denn er sicherte sich mit starkem Speed den 1.800 Meter-Ausgleich III vor Andiamo und Rosentor.

Einfach nicht gewinnen kann der dauerplatzierte High Prince. Im abschließenden 2.050 Meter-Amateurreiten kam der bei 37 Starts zuvor 16 mal platzierte, aber eben bisher nie siegreiche Wallach einfach nicht an dem vorne tapfer weiterstiefelnden Torqueville (99:10, M. Timpelan) vorbei.





 

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