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Stuten beherrschen die 38. Badener Meile

Royal Solitaire ist die „Königin“ in Iffezheim

Baden-Baden 26. Mai 2016

12.200 Zuschauer sahen bei strahlendem Sonnenschein am Fronleichnams-Donnerstag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim den Triumph von Deutschlands 2016 bisher am stärksten gesteigerten älteren Stute: Royal Solitaire, im Besitz des Gestüts Ammerland von Dietrich von Boetticher, landete bei ihrem dritten Erfolg hintereinander den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere.

Die vierjährige Shamardal-Tochter aus dem Kölner Top-Stall von Peter Schiergen sicherte sich nach einem exzellenten Ritt des Italieners Daniele Porcu, der den aktuell verletzten Andrasch Starke würdig vertrat, die 38. Badener Meile (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.600 m).

Der siebte Karrieretreffer beim zwölften Auftritt von Royal Solitaire war wahrlich „königlich“: Von dritter Position aus wehrte die 58:10-Chance mit erstaunlichem Kampfgeist alle Attacken der Konkurrenz ab und setzte sich am Ende mit einer halben Länge Vorsprung durch. 40.000 Euro Preisgeld wandern auf das Ammerland-Konto.

Trainer Peter Schiergen: „Die Stute hat sich von Start zu Start gesteigert. Der Knoten ist so richtig geplatzt. Sie hatte früher allerlei Kleinigkeiten. Wir haben ihr die notwendige Zeit gegeben, was sie belohnt. Sie kann Distanzen von 1.600 bis 2.000 Meter. Eigentlich sollte sie etwas mehr aus der Reserve gehen, aber der Jockey hat sich zum Glück lange führen lassen. Es passte alles. Mal schauen, was wir nun machen. Vielleicht ist der Dallmayr-Preis in München ein Ziel.“ Diese Gruppe I-Prüfung steigt auf der Bahn, auf der ihr Besitzer Präsident des Rennvereins ist.

Jockey Daniele Porcu ergänzte: „Royal Solitaire hat sich noch einmal gesteigert und einen richtigen Sprung gemacht. Wir hatten im Stall riesigen Mumm auf sie.“ Interessant: Bei der Siegerehrung kam Turf-Legende Hein Bollow (95) mit aufs Treppchen.

Auch auf Rang zwei landeten zwei Stuten, in totem Rennen: Die Mitfavoritin Nymeria, die nach wenig glücklichem Rennverlauf noch sehr schnell wurde, und die immer weiterziehende Außenseiterin Rosebay. „Nymeria läuft ihre Form immer aus. Es ist aber etwas Pech, wieder Zweite zu sein. Aber irgendwann schnappt sie sich solch ein Rennen“, signalisierte Trainer Waldemar Hickst. Und Markus Klug meinte über Rosebay: „Sie hat von vier- auf fünfjährig noch zugelegt. Das war eine tolle Form.“

Lange alle Chancen hatte der als Vierter ebenfalls dichtauf endende Felician. Ferdinand Leve über den Sieger von 2013: „Wenn der Boden einen Tick weicher gewesen wäre, dann hätte er sich dieses Rennen geschnappt. Wir steuern jetzt den Großen Preis der Dortmunder Wirtschaft über 1.750 Meter an.“

Die anderen Teilnehmer drängten sich bald nicht mehr auf. Klar unter den Erwartungen blieb der 23:10-Favorit Wildpark, der von der Spitze früh überlaufen wurde und nur auf Platz sieben einkam. Jockey Filip Minarik: „Er hatte heute wohl keinen Bock und zog nicht durch. Aber er schuldet uns nichts.“

Sie war die Titelverteidigerin, und wie schon vor einem Jahr tanzte Sabine Goldbergs Techno Queen (57:10) wieder ihre Gegnerinnen aus. Es war imponierend, welche Aufholjagd die Tochter des Welt-Champions Manduro im Preis der Baden-Badener Hotellerie & Gastronomie (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.200 m) startete. Denn vom letzten Platz überlief die Fünfjährige eine Gegnerin nach der anderen und kam nach einem Klasseritt von Adrie de Vries noch sicher zum Zuge – der Lohn waren 14.000 Euro Prämie.

Trainer Toni Potters aus Großenkneten, der Techno Queen erst im Laufe der vergangenen Saison in seinen Stall bekam: „Die Stute war schon knapp geschlagene Vierte in einem Gruppe II-Rennen. Über Winter stand sie lange bei ihrer Besitzerin, kam dann sechs Wochen vor ihrem ersten Start wieder zu mir und absolvierte in Hannover einen guten Aufgalopp. Das Rennen heute entwickelte sich dann wie erwartet, Adrie ist eben ein Champ. Wenn man ihm eine Order gibt, wird man nicht enttäuscht. Wir steuern nun den Hansa-Preis in Hamburg an.“

Lange stand die Prüfung im Zeichen der am Vortag an den Stall Alexa verkauften Arles, die schon Start-Ziel zu gewinnen schien und bestens standhielt. „Leider war Amazone Nichtstarter, so dass wir kein Führpferd hatten und sie selbst die Pace bestimmen musste. Vielleicht läuft sie als nächstes in drei Wochen in Hannover“, versicherte ihr Betreuer Andreas Wöhler. Die Überraschung im Vordertreffen war die drittplatzierte Anna Mia, die deutlich gesteigert war. Trainerin Melanie Sauer: „Sie ist toll gelaufen. Es kann für sie ruhig noch einen Tick weiter gehen. Sie gehört in diese Klasse.“

Die favorisierte Französin Five Fifteen war stets im Brennpunkt, kam aber wie die anderen Kandidatinnen nicht weiter. Amona fand nie in das Geschehen.

Wie schon am Mittwoch, so gab es auch einen Tag später zu früher Gelegenheit einen sehr beeindruckenden Erfolg der Stiftung Gestüt Fährhof: In toller Start-Ziel-Manier verabschiedete sich die Dreijährige Sarandia (29:10) aus dem Stall von Peter Schiergen in einer 2.200 Meter-Prüfung von She’s Gina, die als Einzige folgen konnte, und Event Mum. „Das war sehr überzeugend. Wir gehen Schritt für Schritt vor, aber wir halten wie der Trainer eine Menge von der Stute.“ Der Almased-Cup in Hamburg und der Henkel – Preis der Diana könnten nun auf dem Plan von Sarandia stehen.

Pudelwohl fühlt sich in Iffezheim der Hoppegartener Gast Jackobo (38:10), der sich im 1.400 Meter-Ausgleich II wieder einmal auf dieser Bahn durchsetzte. Und es war stark, wie der von Eduardo Pedroza gesteuerte Achtjährige hier Start-Ziel dominierte. Nie kam ein Konkurrent auch nur in seine Nähe. Trainer Uwe Stech: „Er ist im Handicap sieben Kilo heruntergekommen. Es lief alles nach Plan. Er sollte von vorne gehen. Vielleicht melde ich ihn für den Match-Race Cup in Hoppegarten an.“

More Than Honey packte noch gut an und bestätigte ihre neue Marke vor dem nach Startverlust nicht ganz durchdringenden Royal Fox, während der hochgehandelte Lord of Leitrim bald kein Faktor mehr war.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.800 m, 35.000 Euro Jackpot in der Viererwette) wurde Besitzertrainer Christian Peterschmitt seinem Ruf als Baden-Baden-Spezialist wieder einmal gerecht, denn der gerade in Zweibrücken erfolgreiche Nereus (190:10, St. Hofer) schnitt durch das Feld und kam sehr sicher gegen American Day, Twain und Avorio zum Zuge. „Ich bin überrascht, dass er trotz des unpassend trockenen Geläufs und der vier Kilo Aufgewicht hier gewonnen hat. Aber Steffi kennt ihn und hat das bestens gemacht“, lobte Peterschmitt sie siegreiche Amazone. Die Viererwette (Quote: 700.000:10) wurde einmal getroffen – ein Wetter darf sich über 35.000 Euro freuen! Der Schecke Silvery Moon belegte Rang fünf.

So richtig aufgewacht ist der von Sascha Smrczek trainierte Power Star (103:10, M. Lopez), der in einem Meilen-Ausgleich III mit gewaltigem Endspurt gegen den Favoriten All Win sowie Amazing Boy den dritten Sieg in Folge feierte.

In einer Meilen-Prüfung wehrte der von Mario Hofer für den Düsseldorfer Guido Schmitt aufgebotene Rock Academy (49:10) knapp alle Angriffe des Schweizer Gastes Cominols ab, hinter dem der nicht vom Rennverlauf begünstigte Belango tapfer Rang drei eroberte.

In absoluter Glanzform agiert weiterhin die von Markus Klug trainierte Sacrifice My Soul (24:10, A. de Vries), die in einem 2.200 Meter-Ausgleich III den Piloten Margie’s Rock und den Außenseiter Insider nach einem perfekten Rennverlauf locker in den Griff bekam und ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht wurde. Klug: „In Köln war sie zuletzt einen Tick zu früh vorne. Heute hat ihr Jockey etwas länger gewartet und sie super geritten.“

Einen Husarenritt legte Jockey Andreas Suborics auf dem bisher noch sieglosen Zantaro (72:10) hin, denn er verschaffte dem Wallach in einem 2.400 Meter-Handicap einen Riesenvorsprung, von dem er bis zum Schluss zehrte. Zwar kamen die Gegner am Ende näher, aber Gefahr bestand für den Schützling von Mario Hofer, der seinen dritten Meetingserfolg schaffte, nie. Die Viererwette komplettierten Dalmore, Whisperwind und Dashing Diva – die Quote betrug 160.463:10 :10 Euro.

Klein, aber fein war das abschließende 1.800 Meter-Rennen für Dreijährige besetzt, denn drei der fünf Kandidaten haben noch eine Nennung für das Deutsche Derby. Darunter natürlich auch der von Yasmin Almenräder aufgebotene Licinius (26:10, St. Hellyn), der ganz zuletzt noch den sich stark verkaufenden Escadron sowie den gut anpackenden Zanini einholte. Möglicherweise sieht man den Halling-Sohn nun im swb-Derby-Trial in Bremen wieder.

Am großen Familientag platzte die Rennbahn in Iffezheim aus allen Nähten, auch das Maskottchenrennen fand wieder großen Anklang. Schon jetzt herrscht Vorfreude auf den zweiten Lauf der German Racing Champions League – den Großen Preis der Badischen Wirtschaft (70.000 Euro) am Sonntag in Baden-Baden. Hier treffen mit Ito (gewann den ersten Wertungslauf, den Gerling-Preis in Köln) und der Top-Stute Nightflower die beiden besten deutschen Pferde aufeinander.




 


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