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Uczitelka Tanca erobert die Hauptstadt

Der tolle Kampf der polnischen Sprinterin

Berlin-Hoppegarten 1. Juni 2016

Rechtzeitig zum PMU-Abendrenntag am Mittwoch schien die Sonne über der Hauptstadt-Rennbahn Berlin-Hoppegarten, und ein besonders weit gereistes Team durfte richtig strahlen: Im wichtigsten Rennen, dem ersten Vorlauf zur Hoppegartener Sprintserie 2016 (Ausgleich II, 10.000 Euro, 1.200 m) triumphierte mit der fünfjährigen Uczitelka Tanca aus dem Stall von Miachael Borkowski in Breslau ein Gast aus Polen.

Und es war erstaunlich, welche Aufholjagd Jockey Szczepan Mazur mit der Lady startete, die in ihrer Heimat schon hinlänglich ihre Klasse bewiesen hat, denn es war beim 19. Auftritt bereits der siebte Sieg für die Cloword-Tochter, die zur Quote von 80:10 ganz am Schluss noch hauchdünn an der fast schon in Sicherheit geglaubten Donna Rubina vorbeikam.

„Im Vorjahr haben wir herausgefunden, dass die Stute eine begabte Sprinterin ist. In Polen hatte sie 2015 drei und in diesem Jahr schon dreimal gewonnen. Daher sind wir hierher gekommen“, hießt es aus ihrem Umfeld. Als Dritte komplettierte der Tscheche Wobull Se Now das Top-Ergebnis für die Pferde aus Osteuropa. Der Favorit My Mate konnte sich aus dem Vorderfeld nicht steigern. Bleibt zu hoffen, dass man die Siegerin, die sogar schon in Hürdenrennen engagiert war, in weiteren Prüfungen der Serie hier erleben wird.

Gleich zum Auftakt gelang der vierjährigen Stute Nagreta (70:10) aus dem Stall von Daniel Paulick beim elften Versuch in einem 2.400 Meter-Handicap endlich der erste Karrieretreffer. Jockey Martin Seidl rettete gegen die immer näher kommende Favoritin Saluta und Astigo einen knappen Vorsprung über die Ziellinie. Besitzer der Contat-Tochter ist mit Ralf Paulick der Vater des Trainers.

Fast ein Jahr war Pass The Trophy nicht mehr gelaufen (damals noch für Besitzer Jaber Abdullah und Trainer Andreas Wöhler. Doch beim Neubeginn für Frank Lippitsch bewies der Wallach seine Klasse in einer 1.800 Meter-Prüfung. Bis zur Zielgeraden ließ sich die 66:10-Chance aus Wittichenau von Marmelade führen, die dann schnell nach hinten verschwand. Jozef Bojko schaltete früh einen Gang höher, und dann verabschiedete sich der Iffraaj-Sohn auf zahlreiche Längen von Königsadler, hinter dem der Pole Tyran nach Startverlust gerade noch Rang drei gegen Nordfeuer eroberte. Es war gleichzeitig der erste Saisontreffer für Frank Lippitsch. „Er hatte einen Beinschaden. Wir haben ihn im Herbst gekauft und langsam wieder aufgebaut“, berichtete der Betreuer.

Eine ausgezeichnete Gesamtform brachte die von Eva Fabianova in Hoppegarten vorbereitete Nemesis (66:10) mit, da war der Erfolg in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.400 m) keine Überraschung. Unter dem aus Kazachstan stammenden dreifachen tschechischen Championjockey Bayarsaikhan Murzabayev kam die Dashing Blade-Tochter sehr sicher vor Free Beauty, dem früh in Front gezogenen Meerwind und der Außenseiterin Rubylana zum Zuge. Die Viererwette bezahlte 40.003:10 Euro. Fünf Wetter bekommen jeweils 2.000 Euro ausgezahlt.

Nicht alles war an diesem Abend für den holländischen Besitzertrainer Lucien van der Meulen nach Wunsch gelaufen, aber in einem Meilen-Handicap erinnerte sich der im Winter auf den Sandbahnen immer wieder positiv aufgefallene All Percy (128:10) an seine Bestform. Tommaso Scardino entlockte dem sträflich unterschätzten Wallach vor Reality und der Favoritin Winola immer neue Energie.

Mächtig verbessert ist unter der Regie des Dresdener Trainers Lutz Pyritz der Mamool-Sohn Loulou’s Jackpot – nach einem perfekt getimeten Ritt von Filip Minarik landete der 56:10-Mitfavorit den zweiten Erfolg auf dieser Bahn hintereinander für Besitzerin Christine Gräfin von Kageneck (Geschäftsführerin der Dresdner Frauenkirche), in dem er sich noch locker an der Riesenaußenseiterin Delegation und Nostro Amico vorbeischob. Der auf 19:10 heruntergewettete Oriental Ghost verschwand nach seiner Tempofahrt ganz nach hinten.



Schon beim jüngsten Hoppegartener Renntag hatte das Gestüt Görlsdorf als Besitzer gemeinsam mit Trainer Roland Dzubasz zwei Dreijährigen-Treffer gefeiert. Diesmal zeichnete sich die erstmals aufgebotene Adlerflug-Tochter Herzprinzessin (61:10) aus, die den Favoriten Weißer Stern und die ebenfalls als Debütantin gestartete Oriental Cat knapp in Schach hielt. Für Jockey Martin Seidl war es der zweite Erfolg an diesem Abend.

Und eine halbe Stunde später, im abschließenden 2.000 Meter-Ausgleich III, schaffte auch Roland Dzubasz seinen zweiten Sieg – mit dem von Robin Weber Start-Ziel sicher gegen A Miracle und Marcello nach Hause gebrachten Licoln County (28:10), der als einziger Favorit bei dieser Soiree vorne war.


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