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Packender Endspurt der Lokalmatadorin im Diana-Trial

Berlinerin Triumph durch Görlsdorferin Meergörl

Berlin-Hoppegarten 12. Juni 2016

Der Jubel der knapp 6.000 Zuschauer am Sonntag auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten kannte keine Grenzen mehr: Im Diana-Trial (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.000 m), dem Top-Vorbereitungsrennen für den klassischen Henkel-Preis der Diana Anfang August in Düsseldorf, landete die von Roland Dzubasz vor Ort trainierte Meergörl in den Farben des Gestüts Görlsdorf der Familie Bischoff-Lafrentz aus der Uckermark einen Heimerfolg!

Unter dem in England tätigen Frederik Tylicki, einem Sohn des früheren Erfolgsreiters Andrzej Tylicki, der seinen ersten Sieg in einem Gruppe II-Rennen landete, triumphierte die dreijährige Adlerflug-Tochter nach einem atemberaubenden Kampf.

Erst auf den allerletzten Metern fing die 95:10 am Totalisator stehende Stute bei ihrem dritten Karrierestart und zweiten Sieg die schon auf Vorsprung enteilte Pagella noch knapp ab! Mit Riesenschritten hatte sich Meergörl, die einer Görlsdorfer Traditionslinie entstammt, ihrer Konkurrentin genähert, um nach perfekter Einteilung ihres Jockeys gerade noch hauchdünn vorbeizukommen. 40.000 Euro Siegbörse waren der Lohn!

„Als Frederik Tylicki Meergörl beim letzten Mal geritten hat, da habe ich ihn gleich gebeten, sich den 12. Juni als Termin freizuhalten“, gab Niko Lafrentz vom Gestüt Görlsdorf zu.

Trainer Roland Dzubanz feierte seinen zweiten Erfolg nach Vanjura im Jahr 2010 im Diana-Trial: „Wir waren guter Dinge, der Reiter und das Pferd haben gekämpft wie ein Löwe. Es sah erst so aus, als sei Pagella schon weg, aber Meergörl hat sie noch eingeholt“, berichtete der Coach.

Pagella ging nicht schlechter als die Siegerin, sie unterlag am Ende mit einem Hals. „Es lief eigentlich alles perfekt im Rennen, sie hat sich super eingesetzt. Natürlich ist es bedauerlich, ganz am Ende noch gestellt zu werden“, gab Trainer Jens Hirschberger zu.

Deutlich hinter den beiden Protagonistinnen schob sich die Röttgenerin Kasalla auf Platz drei. „Wir sind sehr zufrieden. Sie hat gezeigt, dass sie in diese Klasse gehört. Der Reiter hat alles gut gemacht“, kommentierte Dr. Günter Paul, der Vorsitzende der Mehl-Mülhens-Stiftung.

Night Music machte als Vierte noch einigen Boden gut vor der unterwegs mit Vorsprung führenden Mary Sun. Die stärker gewettete La Dynamite blieb als Achte wirkungslos. Die hochgehandelte Olala zieht einen Start beim Royal Ascot-Meeting in der kommenden Woche vor.

Match Race Cup als Zuschauer-Attraktion

Eine echte Zuschauer-Attraktion war das Viertelfinale im pferdewetten.de – Match Race Cup über 1.200 Meter der Geraden Bahn. In den vier Prüfungen qualifizierten sich Jackobo, Volverino, Lord Roderick und El Zagal fürs Halbfinale am 24. Juli.

Jackobo (E. Pedroza) ließ sich lange von Beau Reve führen, doch sein Reiter rührte keinen Finger und machte sich mit dem Brieskorn-Galopper von dem Konkurrenten souverän frei. Der dritte Tagestreffer für Trainer Uwe Stech war perfekt. „Nach dem Abspringen sollte der Jockey entscheiden, was er macht. Er ist eigentlich kein 1.200 Meter-Pferd, aber er wurde so geritten, wie es sich für die Gerade Bahn gehört“, verriet Stech.

Ähnlich war auch die Taktik von Daniele Porcu auf Eva Fabianovas Volverino im 2. Lauf, der in der Schlussphase mit dem Piloten Takeda Shingen nicht die geringsten Probleme besaß. „Er kann viel mehr als das, was er bis jetzt gezeigt hat. Nur pullen darf er nicht“, sagte Trainervertreter Jan Korpas.
Und auch im 3. Viertelfinal-Lauf zeichnete sich die Wartetaktik auf dem in Frankreich von Carina Fey trainierten Lord Roderick (M. Seidl) aus, der am Ende besser ging als Jasnin. Der Sieger wechselt nun in den Besitz von Christian Sundermann, der gemeinsam mit Guido Schmitt diesen Wettbewerb ins Leben gerufen hatte.

Im abschließenden Durchgang des Tages hatte Christian Sprengels El Zagal Start-Ziel unter Francisco Da Silva gegen Sol Y Vida leichtes Spiel. Leider konnte wegen Problemen am internationalen Totosystem und bei der Telekom nicht auf die Match Races gewettet werden.

Völlig vernachlässigt wurde von den Wettern im Ausgleich I über 2.400 Meter Deutschlands bester Halbblüter Apoleon. Als 103:10-Chance stürmte der Wallach unter dem jungen Robin Weber am Ende leicht an Fair Trade und Jungleboogie vorbei. „Viele hatten gedacht, es würde mit einem Nachwuchsreiter nicht gehen. Das ist der Wahnsinn. Nun steuern wir Hamburg an“, sagte Besitzer Volker Franz Schleusner über den nun siebenfachen Sieger Apoleon.

Ein Pedigree zum Niederknien hat die im Besitz des Stalles Nizza stehende Nazbanou als Halbschwester von Derbysieger Nutan und der im Großen Preis von Berlin erfolgreichen Nymphea. Umso erstaunlicher, dass die von Peter Schiergen in Köln nun erstmals aufgebotene Dreijährige in einer 2.000 Merer-Prüfung mit 65:10 nun noch sehr viel Geld bezahlte. Mit gewaltigem Speed rauschte sie zuletzt an kämpfen Gegnern wie Oriental Cat und Tresoli vorbei. „Sie hat ihre Zeit gebraucht und ist natürlich durch ihre Geschwister vorbelastet. Ziel war erst einmal, ein Rennen zu gewinnen, danach schauen wir jetzt weiter“, erklärte ihr Betreuer.

Hoppegarten hat eine große Derby-Hoffnung, das steht nach einer 2.200 Meter-Prüfung fest. Denn die Manier, in der sich der von Uwe Stech für Karin Brieskorn trainierte Larry (19:10, M. Cadeddu) Start-Ziel durchsetzte, war atemberaubend. Obwohl der Literato-Sohn unterwegs immer von Gondaro gedrückt wurde, verabschiedete er sich auf Nimmerwiedersehen von dem stark anpackenden Novizen Draconis und dem ganz zuletzt für den Ehrenplatz abgefangenen Topography (im Mitbesitz von Trainer-Legende Sir Alex Ferguson). Schwitzen musste das Siegerteam wieder an der Startstelle, denn erst nach wiederholten Bemühungen war Larry auf seinen Startplatz zu bewegen. Trainer Uwe Stech: „In der Arbeit hatte er keine Probleme mit der Startmaschine, aber er scheint ein ganz intelligentes, abgebrühtes Pferd zu sein. Wir gehen nun direkt ins Derby.“

Im letzten Rennen des Frühjahrs-Meetings in Baden-Baden hatte sich Run On Fire sehr achtbar geschlagen. Nun landete die Lokalmatadorin unter Martin Seidl als 50:10-Chance im einleitenden 2.400 Meter-Ausgleich III einen sicheren Speederfolg über die Favoritin Saluta und Nagreta. „Die Strecke war ein Experiment, denn auch in Hamburg soll sie auf dieser Distanz antreten. Sie hat alles brav gemacht“, kommentierte Trainer Uwe Stech.
Dank der Initiative von Renntechnik-Chef Hans-Ludolf Matthiessen waren die beiden von Anna Schleusner-Fruhriep vorbereiteten Lepanosie und Pasca Bella noch nachträglich ins Feld eines 1.600 Meter-Handicaps gerutscht, und tatsächlich kehrte nach starker Speedoffensive Pasca Bella (77:10, F. Minarik) auf die Siegerstraße zurück. Flying Prince, Praise und der Veteran Kalypso King komplettierten die Viererwette, die 70.390:10 Euro bezahlte. „Unsere Arbeitsreiter haben gesagt, sie sollte auf längeren Distanzen laufen, aber ich war mir sicher, dass die kürzere Strecke besser ist“, gab Besitzer Volker Schleusner zu.

Wie ein Pferd mit Zukunft trumpfte der Auenqueller Global Storm als 34:10-Favorit unter Alexander Pietsch in einem 1.800 Meter-Ausgleich III auf. Start-Ziel ließ der Wallach aus prominenter Familie nie etwas anbrennen und war Start-Ziel die dominierende Figur. „Wir hatten immer Mumm auf ihn“, ließ Trainer Roland Dzubasz nach dem zweiten Erfolg beim erst dritten Start des Dreijährigen durchblicken. Cash the Cheque, Andiamo und Belinda Too schafften es ansonsten in die Viererwette, die 11.702:10 bezahlte.

Veteran Vesuv in Verden

Bei der jährlichen Rennveranstaltung in Verden zeichnete sich der schon Zwölfjährige Vesuv (101:10, H. Hamann) aus dem Stall von Annelise Bollien in einer 2.400 Meter-Prüfung aus. Sicher hielt er seinen Vorsprung gegen die einstige Derby-Hoffnung Giant’s Cauldon (16:10-Favorit) und Styletto. Mit Arabian Dreamer (I. Poullis, 39:10) und Nightdance Prince (23:10, T. Scardino) landete Trainer Rudolf Storp gleich zu Anfang ein vielbeachtetes Doppel.

Für eine große Überraschung sorgte Dirk Lükers Soreion als 216:10-Außenseiter unter Miguel Lopez, der in einem 1.650 Meter-Ausgleich IV Fazenda’s Girl und L‘ aiglonne bezwang.

Jockey Miguel Lopez zeichnete sich auch im Sattel von Just New (57:10) aus dem Quartier von Sascha Smrczek im Jagdrennen aus, das der Wallach gegen Gelona und Supervisor an sich brachte.


 

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