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Dreijähriger Monsun-Sohn gewinnt beim After-Work-Renntag wie ein Routinier

Klasse Debüt von Wind of Change

München-Riem 15. Juni 2016

Ein Debütant des Stalles Ullmann, zumal er auch noch ein Monsun-Sohn ist, hätte wohl auf jeder Bahn im Westen eine völlig uneingeschränkte Favoritenrolle eingenommen. Doch beim zusätzlich ins Jahresprogramm aufgenommen heutigen After-Work-Renntag in München-Riem begegnete man dem dreijährigen Wind of Change noch mit einer leichten Skepsis. Die letztendlich gänzlich unangebracht war, denn der kapitale Bursche überzeugte auf Anhieb mit einem sehr sicheren Erfolg über die ihm am Toto knapp vorgezogene Stute Laurette.

Mit Filip Minark im Sattel gewann der Novize aus dem Bergheimer Quartier von Trainer Jean-Pierre Carvalho nahezu wie ein alter Routinier und vor allem auch ein Pferd, dem so schnell kein weg zu weit werden dürfte. Vielleicht lag es daran, dass Wind of Change im Gegensatz zu vielen seiner gleichaltrigen Stall- und Trainingsgefährten keine weiterführenden Nennungen für namhaftere Rennen besitzt, dass jenes gewohnte Urvertrauen der Wetter in den Carvalho-Ullmann-Starter diesmal etwas weniger demonstrativ ausfiel. Andererseits haben die meisten natürlich auch gesehen, dass sich seine von Cadeaux Genereux stammende Mutter Wells Present im Gestüt bis dato noch nicht groß ausgezeichnet hatte, legt man einmal die üblichen Qualitätsstandards der Zucht des Stalles Ullmann an.

Dass Wind of Change allerdings in einer anderen Straße wohnt und seine Geschwister allesamt übertreffen wird, war jetzt schon zu erkennen. Und für die gut laufenden Laurette war es wirklich keine Schande, diesem Hengst unterlegen gewesen zu sein. Wie auch der nach einer recht turbulenten Startphase etwas gehandicapte Tirano, der sich ebenfalls erstmals vor Publikum versuchte, als Dritter den Umständen entsprechend alles andere als eine schlechte Figur abgab.

Sogar noch einen Deut imponierender gewann im Verlauf des weiteren Programms dann allerdings noch die gleichaltrige Ammerländerin Aigrette Coquette unter Daniele Porcu, die im Einlauf schnell einen entscheidenden Satz machte und damit den Preis der c.s.a. strategie und management gmbh im Handumdrehen unter Dach und Fach bekam. Dabei ließ die Lope-de-Vega-Tochter aus Peter Schiergens Stall Asterblüte bei ihrem zweiten Start auch der bis auf 13:10 heruntergewetteten Amiga nicht den Funken einer Chance und setzte sich überzeugend mit vier Längen Vorsprung gegen die heiße Favoritin durch, die ihrerseits für Platz zwei die recht gut mitmischende und geförderte Winsome Academy hielt.

Der Renntag, der auf Initiativen diverser Gruppen zustande gekommen war, wie etwa der Bayerischen Besitzervereinigung oder einiger Riemer Vereinsmitglieder, die teils auch ihr privates Portemonnaie aufgemacht hatten, nahm mit einem Iffezheimer Erfolg durch Lips Dancer im After-Work-Handicap seinen Anfang, wobei Reiterin Eva-Maria Zwingelstein auf dem Geisler-Schützling vor Glad Libero und Bondi dabei einmal mehr ihrem aktuellen Erfolgstrend treu blieb.

Gut 60 Minuten später schlug dann aber auch die Stunde der Lokalmatadore, als der von Jutta Mayer gesattelte Rossetti in der Hand von Martin Seidl im Preis der Riemer’s Gaststätte selbst von der geballten Kampfkraft zweier Glanz-Schützlinge nicht zu stoppen war, sodass King Goofi und Pythagoras beizeiten zum Kampf um die Plätze verurteilt waren, beide gleichzeitig jedoch ihren Teil zu einer klaren Riemer Vorherrschaft mit beitrugen.

Jockey Martin Seidl, dessen weiter nach oben zeigende Karriere vor Jahren ja in München ihren Anfang genommen hatte, setzte mit dem Wallach Koreen danach noch eins drauf, wobei Andrea Schwarzenbeck die obligatorischen Glückwünsche nach dessen Erfolg im Preis der Rennvereinsmitglieder über Check Point und Winfield sowohl als Besitzerin als auch als Trainerin entgegennehmen konnte.

Im Zeichen einer niederländisch-bayerischen Co-Produktion stand danach der 2.Lauf zum Bayerischen Amateur-Championat 2016, da die von John Hillis aufgebotene Stute Distant Day vom Holländer Roy van Eck gesteuert wurde, dessen Reitweise sehr zu gefallen wusste, selbst wenn die Vespone-Tochter heute auch tatsächlich das beste Pferd im Feld war, das am Ende vor Val d’Intelvi und Superkate das Ziel erreichte. Aber wie der Mann aus dem Land der Windmühlen die Gegner nach früher Führung in der Geraden noch einmal herankommen ließ und erst danach den endgültigen und entscheidenden Satz machte, zeugte durchaus von einer recht guten reiterlichen Schule.

Zum guten Schluss standen dann noch einmal Jutta Mayer als Trainerin von Action Pure und Martin Seidl als deren Reiter im Mittelpunkt der Siegerehrung nach dem Preis der Rennbahnarbeiter. Nach einem von Shinko Danon angezettelten Temporennen zeichnete sich der Erfolg des Schimmels über Kowalsky und Valdez bereits früh ab. Für die Betreuerin der siegreichen Toylsome-Tochter bedeutete dies  Treffer Nummer zwei zu vergleichsweise später Stunde  – und für ihren ehemaligen „Stift“ die Vollendung einer Triplette. An diesem 15. Juni die Reise aus dem Rheinland in frühere bayerische Gefilde gemacht zu haben, brauchte Martin Seidl also in keiner Weise zu bereuen.



 

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