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Gröschels Shy Witch die Top-Stute in Hamburg

Wieder ein Triumph des Altmeisters

Hamburg 2. Juli 2016

Der Hannoveraner Trainer Hans-Jürgen Gröschel bleibt einer der Protagonisten dieser Wochen im deutschen Galopprennsport. Der 73-jährige Altmeister aus Hannover sicherte sich am Samstag zum Auftakt der Derby-Woche in Hamburg bei regnerischem Wetter einmal mehr das Hauptereignis – das Franz-Günther von Gaertner-Gedächtnisrennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.600 m) mit der dreijährigen Stute Shy Witch.

Für die 45:10-Mitfavoritin, im Besitz und aus der Zucht von Karin Schwerdtfeger aus Bayern (weilte bei der Hochzeit ihrer Enkeltochter) war es ein völlig verdienter und mit 32.000 Euro honorierter Triumph. Denn ihr Ehrenplatz hinter der Engländerin Hawksmoor in den klassischen 1.000 Guineas in Düsseldorf war die beste Form im neunköpfigen Feld (A Raving Beauty und Monaco Show waren Nichtstarter). Bein ihrem sechsten Auftritt landete Shy Witch ihren dritten Erfolg, den bedeutendsten ihrer bisherigen Laufbahn.

Es war schon bemerkenswert, mit welchem Speed die Areion-Tochter unter Ian Ferguson an der Außenseite die Konkurrenz regelrecht überrollte. Mit mächtigem Spurt zog die Gröschel-Lady auf klaren Vorteil davon und stand deutlich vor dem Ziel als Siegerin fest.

„Sie braucht ihre Zeit, um auf die Beine zu kommen. Zum Glück musste sie nicht von ganz hinten kommen. Es hat mich überrascht, wie sie auf einen Rush nach außen ging, aber die Stute besitzt riesigen Speed“, schilderte ihr Jockey Ian Ferguson.

Trainer Hans-Jürgen Gröschel war natürlich voll des Lobes: „Ich hatte nur Angst wegen des weichen Bodens, aber sie hat in letzter Zeit große Fortschritte gemacht. Ihre Endgeschwindigkeit ist phänomenal. Als die Lücke aufging, war mir klar, dass Shy Witch gewinnen würde. Ich bin dankbar, solch ein Pferd zu trainieren. Wahrscheinlich steuern wir nun das Darley-Oettingen-Rennen in Baden-Baden an. Und wenn sie danach noch gut drauf ist, könnten wir einen Start in Paris riskieren.“

Eine tolle Partie lieferte mit guten Reserven auch die Favoritin Nymeria als Zweite. „Ich hätte mit ihr gerne einmal eine innere Startnummer, damit sie zwei, drei Plätze weiter vorne gehen kann. Aber die Siegerin hätten wir heute nicht geschlagen. Sie war jetzt viermal Zweite, ist ungemein treu und hätte sich einen Erfolg verdient“, kommentierte Jockey Andreas Suborics.

Mit viel Einsatz raufte die Pilotin Schützenpost Rang drei knapp nach Hause. „Besser geht es nicht, sie war nur hinter den besten Stuten“, berichtete ihr Besitzer Walter Busch. Knapp hinter ihr wurde die Französin Toinette Vierte (sie hatte außen ein sehr unglückliches Rennen), hauchdünn dahinter lief auch Blumenfee beachtlich, während die stärker beachteten Rosebay (Sechste) und Excilly aus England (Vorletzte) sehr blass blieben.

Gleich zum Auftakt des Eröffnungstages, an dem die ersten vier Prüfungen über die PMU nach Frankreich übertragen wurden, hatte es in einem 1.000 Meter-Handicap einen Gästesieg gegeben: Und mit dem von Toon van den Troost in Belgien vorbereiteten Ponthieu (74:10) war durchaus zu rechnen zu gewesen. Nach maßgerechter Einteilung von Stephen Hellyn schob sich der Wallach auch unter Höchstgewicht aus der günstigen Startbox eins noch mehr als sicher in Front vor den noch besser anpackenden Salinas Road und Mon Petit Fleur.

So richtig aufgewacht scheint die von Günter Lentz in Bremen-Mahndorf trainierte Tshirina. Lange hatte die Stute bis zu ihrem ersten Erfolg benötigt, doch nun landete die Sabiango-Tochter unter Martin Seidl gleich ihren zweiten Punktgewinn hintereinander. Ihr Jockey Martin Seidl vertraute ganz auf den Speed der 55:10-Mitfavoritin, die den noch stärker gewetteten und früh in Front gezogenen Clubber Lang sowie Anaximenes auch bequem in den Griff bekam.

„Das ist ein Luftholer für das Derby“, mit diesen Worten hatte Besitzertrainer Guido Förster aus Fürstenwalde den Start seines dreijährigen Hengstes Buzzy (58:10, M. Milojevic) in einer Maidenprüfung über 1.800 Meter vorher umschrieben. Und der Mamool-Sohn löste diese Aufgabe zur vollen Zufriedenheit seines Betreuers und feierte mit starkem Endspurt vor der von zweiter Position gut standhaltenden Lacrimosa sowie der Pilotin Pretty Woman seinen ersten Karrieresieg. Natürlich wird Buzzy am 10. Juli im IDEE 147. Deutschen Derby als Riesenaußenseiter gelten, aber immerhin geht er nun als bereits einmal erfolgreicher Kandidat in das Rennen des Jahres.

Das nennt man einen traumhaften Neustart: Zum ersten Mal bot Trainerin Juliane Arnold aus Jöhstadt ihre Neuerwerbung Bavarian Beauty (130:10) am Samstag überhaupt aufgeboten – und in einem 1.800 Meter-Ausgleich III triumphierte die Desert Prince-Tochter auch nach Belieben. Zugute kam ihr ein bemerkenswerter Ritt von Rebecca Danz, die derAußenseiterin an der Spitze aus Box eins alles bestens einteilte. Der Vorsprung war schon früh gewaltig und geriet trotz der guten Schlussoffensive von Donau, die vor Laboe Zweite wurde, nie in Gefahr.

Eine gewaltige Überraschung gab es im ersten Viererwett-Rennen (Ausgleich IV, 2.800 m) durch Ana Bodenhagens Culworth Boy (265:10), der mit dem jungen Francisco Ladu am Ende noch den Favoriten Wisperwind abfing. Aitutaki und Avio komplettierten die Viererwette, die 83.751:10 Euro brachte.

Nach dem Mannheimer Erfolg präsentierte sich Sascha Smrczeks Bellcanto (81:10, B. Ganbat) auch im 1.200 Meter-Ausgleich II erfolgreich. Aus dem Vordertreffen hatte der Wallach gegen den Seriensieger Charles Darwin und Whispering Hero bald die Weichen auf Sieg gestellt.

Mit einem Traumergebnis von Trainer Toni Potters aus Großenkneten endete der 1.600 Meter-Ausgleich III, denn die von ihm entsandten Rose of Eden (86:10, M. Pecheur) und Amazing Boy machten die Prüfung unter sich aus. Die Stute kam dabei ihrem Trainingsgefährten kurz sehr nahe, doch war die Störung erst unmittelbar vor dem Ziel. See Dex und Liverbird vervollständigten die Viererwette, die 13.804 brachte. „Rose of Eden war früher schwer krank und hat lange gebraucht. Jetzt ist der Knoten geplatzt“, sagte Potters.

Im abschließenden 1.400 Meter-Ausgleich III landete die frische Siegerin Adria (121:10, D. Porcu) aus dem Stall von Peter Schiergen gleich einen zweiten Treffer hintereinander. Mit Beau Dreamer und Tendresse hatte sie nie irgendwelche Schwierigkeiten und scheint ihrem neuen Eigner sehr viel Freude zu bereiten.



 

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