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Ex-Melbourne Cup-Gewinner mit dem zweiten Hansa-Preis-Sieg

Protectionist-Gala begeistert die Fans

Hamburg 3. Juli 2016

Protectionist ist der Protagonist – so lautete vor zwei Jahren die Schlagzeile nach dem Großen Hansa-Preis. Und in der von pferdewetten.de gesponserten und mit 70.000 Euro dotierten Top-Gruppe II-Prüfung über 2.400 Meter am ersten Sonntag des Derby-Meetings in Hamburg gab der Melbourne Cup-Sieger des Jahres 2014 aus der Zucht von Dr. Christoph Berglar für Australian Bloodstock als Besitzer abermals eine atemberaubende Vorstellung als neuerlicher Triumphator. Es war faszinierend, wie der 24:10-Favorit dieses Rennen vor 6.000 Zuschauern beherrschte und wieder in der Bel Etage des Galopprennsports angelangt ist.

Als Jockey Eduardo Pedroza den Sohn der deutschen Deckhengst-Legende Monsun von vierter Stelle aus auf der Zielgeraden einsetzte, war die Frage nach dem Sieger (40.000 Euro Prämie) sofort beantwortet. In der Manier eines Superstars verabschiedete sich Protectionist von der Konkurrenz und schraubte seine Gewinnsumme nun auf über 2,6 Millionen Euro! Der siebte Erfolg beim 20. Start des Sechsjährigen riss die Zuschauer regelrecht von den Sitzen.

Jockey Eduardo Pedroza in einem ersten Statement: „Er ist erstaunlich, wie er seit seinem letzten Start in Düsseldorf zugelegt hat. Ich hatte immer ein gutes Gefühl. Ich war vielleicht etwas früh in Position, aber er hat super reagiert.“

Ein besonderes Kompliment hat sich Trainer Andreas Wöhler (Spexard bei Gütersloh) verdient, der Protectionist nach dem erfolglosen Intermezzo bei einem australischen Coach wieder so in Form gebracht hat. Sein Kommentar: „Was dieses Pferd in den letzten zehn Wochen zu Hause in der Arbeit gezeigt hat, war stark. Er machte jetzt zum Hansa-Preis einen besseren Eindruck als vor zwei Jahren. Wir haben gewusst, dass zwei Pferde vorne gehen wollten, da haben wir Eddie gesagt, er sollte sich einen schönen Platz im Mittelfeld sichern. Er ist ein phänomenales Pferd. Wir entscheiden von Start zu Start wie wir weitermachen.“ Auf die Frage, ob ein erneuter Auftritt im Melbourne Cup, dem Top-Rennen Australiens, in Frage käme, hielt sich Wöhler bedeckt. Die Möglichkeit bestehe, aber auch eine Europa-Kampagne sei eine Option.

Als einziger kam der jüngste Badener Überraschungssieger Iquitos als Zweiter mit dreieinviertel Längen Rückstand noch ein wenig in die Nähe von Protectionist und hielt sich bestens. „Er hat nichts verkehrt gemacht und lief ein Riesenrennen. Auf diesem Boden war es für ihn auch nicht einfacher. Der Dallmayr-Preis in München oder der Große Preis von Berlin kommen für seinen nächsten Start in Frage.“

Guignol steigerte sich auf den dritten Platz und komplettierte die Dreierwette der Favoriten: „Er war nur geschlagen von den beiden besten deutschen Pferden“, sagte sein Trainer Jean-Pierre Carvalho.

Auch die Stute Techno Queen machte als Vierte noch ein wenig Boden gut und hielt sich vor dem als Einzigem stets hart an der Innenseite gehenden Eric, dem auf unpassendem Boden nie gefährlich wirkenden Sirius, sowie Fair Mountain und dem lange führenden Vif Monsieur gut genug.

Schon jetzt warten die Turffreunde voller Hochspannung auf das Top-Rennen der gesamten Rennsaison, das IDEE 147. Deutsche Derby am 10. Juli in Hamburg. Das mit 650.000 Euro dotierte Gruppe I-Event ist zugleich der vierte Lauf der neugeschaffenen German Racing Champions League.

Im dritten Lauf zum German Tote Junior Cup Nord 2016 war Sylvia Platzdasch auf Dschingis Khan (75:10) vor Schwarze Perle und Luigi früh allein auf weiter Flur.
Besser konnte der Einstand von Pure Pearl für ihren neuen Trainer Markus Klug kaum ausfallen – in einer 1.600 Meter-Prüfung löste sich die Park Wiedinger Areion-Tochter als 25:10-Favoritin unter Adrie de Vries mit gewaltigem Speed locker von der Pilotin Dafina und For England, sowie der sehr unglücklich agierenden Mirage.

„Sie ist nach dem Badener Start zu mir gekommen und hatte ordentlich gearbeitet. Wir hatten schon etwas Mumm und werden versuchen, bald Black Type mit ihr zu erzielen“, berichtete Markus Klug.

Jetzt scheint der Knoten so richtig aufgegangen zu sein bei der von Stefan Richter in Dresden trainierten Süße Maus (47:10), die mit Formjockey Michael Cadeddu in einem 1.600 Meter-Handicap eine Kampfpartie, bei der die Jockeys die unterschiedlichsten Spuren wählten, gegen den schon in Sicherheit geglaubten Yeah Cool, Absolute Amy und Artemis für sich entschied und den dritten Treffer hintereinander schaffte. Der Vorjahressieger Matchwinner scheint ein verpflichtendes Vorbild zu sein. Die Viererwette kletterte auf 91.182:10 Euro.

Zu Beginn seiner Karriere war Sun at work kein leichter Fall, doch nun landete der Wallach seinen dritten Treffer in Folge – in einem 1.600 Meter-Ausgleich II. Start-Ziel diktierte der Areion-Sohn nach sehr guter Einteilung von Andreas Helfenbein als 41:10-Chance gegen Rock Shandy und den Favoriten Global Storm das Geschehen. „Werner Haustein hat einen großen Anteil am Erfolg, denn bei ihm war Sun at work drei Monate lang zur Vorbereitung, bevor er in meinen Stall kam. Man muss ihn unterwegs in Ruhe lassen“, berichtete Trainer Jean-Pierre Carvalho.

Ein Pferd mit einer großen Zukunft scheint der von Jens Hirschberger für das Gestüt Sommerberg trainierte Dreijährige Capitano (85:10) zu sein, der unter Alexander Pietsch im Ausgleich I über 1.800 Meter eine Glanz-Vorstellung hinlegte. Zwar stemmte sich Empire Hurricane (Trainer Dr. Andreas Bolte: „Er ist normalerweise ein Boden gut-Pferd, das war eine tolle Leistung“) vehement dagegen, doch Capitano ging stets einen Tick besser.

„Eigentlich hatte ich ihn sogar mal für ein Grupperennen hier vorgesehen, das ist ein sehr gutes Pferd, das zuletzt in Baden-Baden nur am festen Boden gescheitert ist und damals Schienbeine bekam. Er dürfte nun höhere Aufgaben avisieren“, kommentierte Hirschberger. Auch der Ittlinger Starwood packte als Dritter noch besser an, während der Favorit Atreju nicht weiterkam.

Auch ein hohes Alter hindert manche Vollblüter nicht an guten Leistungen, wie den Erftländer Christoph Columbus (65:10), der als Neunjähriger einen Ausgleich III über 2.200 Meter für sich entschied. Erst war der Wallach schon von Nagreta passiert, doch dann packte er nach einem starken Finish von Jozef Bojko erneut an und raufte sich wieder an der Konkurrentin vorbei. „Er stand ja einmal bei einer höheren Marke, das darf man nicht vergessen und ist ein großer Kämpfer“, erläuterte sein Trainer und Besitzer Michael Blau. Niron und Saluta vervollständigten die Viererwette, die 36.084:10 Euro bezahlte.

Der holländische Trainer John Smith gilt als großer Meetings-Spezialist. Das untermauerte er durch den knappen Erfolg mit Banzai (53:10, S. Brüggemann) im Amateurreiten (Ausgleich IV, 2.000 m) gegen den schon in Sicherheit geglaubten Diani, die sich weit von Ivrea abgesetzt hatten.
Im abschließenden 2.000 Meter-Rennen kam die von Stephen Hellyn gerittene Vanbijou (71:10) für Trainerin Eva Fabianova nach teilweise sehr deutlicher Führung noch sicher gegen Itobo und die klarer zurück drittplatzierte All for Fun zum Zuge.






 

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