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Wittekindshoferin triumphiert vor 7.000 Zuschauern im Nutan-Rennen

Near England die Überraschungssiegerin in Hamburg

Hamburg 9. Juli 2016

Vier Ladies hatte der Köln-Heumarer Erfolgstrainer Markus Klug am Samstag im Nutan-Rennen (Hamburger Stuten-Preis in Anlehnung an den letztjährigen Derby-Sieger, Gruppe III, 55.000 Euro, 2.200 m) in Hamburg gesattelt, dem Höhepunkt am Derby-Vortag. Und nach der Top-Prüfung durfte der Champion von 2014 vor 7.000 Zuschauern auch die Siegerin in Empfang nehmen – allerdings galt die von ihm für das Gestüt Wittekindshof von Hans-Hugo Miebach in Rüthen-Kneblinghausen im Sauerland vorbereitete Near England unter Jockey Andreas Helfenbein bei einer Quote von 117:10 als große Außenseiterin. Doch mit einer großen Energieleistung sicherte sich die Lord of England-Tochter ihr erstes Grupperennen.

Offenbar hatte man ihr die schwache Vorstellung in den klassischen 1.000 Guineas hart angekreidet, doch war Near England dort aus einer äußeren Startbox unter Wert geschlagen. Jockey Andreas Helfenbein hatte nun das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, denn von zweiter Position hinter der Pilotin She’s Gina ging er mit der Außenseiterin auf der Zielgeraden früh in Front und auf dem schweren Boden auf die beste Spur an der Außenseite.
Und dort wehrte Near England alle Attacken der sehr unglücklich agierenden Son Macia, die lange den Weg versperrt hatte, sicher mit einer Länge ab. 32.000 Euro Siegbörse waren der Lohn. „Es sind bereits einige Monate seit meinem letzten Gruppesieg her, als ich im April mit Millowitsch das Dr. Busch-Memorial in Krefeld gewonnen habe“, erklärte Jockey Andreas Helfenbein, nachdem die deutsche Nationalhymne für ihn und die anderen Beteiligten des Siegerteams gespielt worden war.

Trainer Markus Klug, dessen She’s Gina als Dritte an der Spitze bestens standgehalten hatte, während die Favoritin Kasalla und die Ex-Winterkönigin Dhaba als Fünfte bzw. Siebte nie von hinten wegkamen, bilanzierte: „Der Boden hat heute entschieden. Near England vertritt die Wittekindshofer N-Linie, diese Pferde können alle solches Geläuf. In den 1.000 Guineas ist sie an der Distanz und der Startnummer gescheitert. Heute war der Rennverlauf für sie ideal. Wir steuern mit ihr nun den Preis der Diana an, das gilt auch für She’s Gina, die sich von der Spitze tapfer geschlagen hat, und Kasalla, die mit dem Boden nicht zurechtkam. Und für Dhaba war die Strecke zu weit. Die Pferde, die heute von Anfang an vorne dabei waren, machten auch die Rennen unter sich aus.“

Die moralische Siegerin war sicherlich Son Macia, die bei freier Bahn vielleicht gewonnen hätte. Trainer Andreas Löwe: „Wenn sie Mitte der Zielgeraden nicht den Stopp gehabt hätte, dann hätte die Stute überzeugend gewonnen. Es war sehr viel Pech.“

Night Music folgte als Vierte schon deutlicher zurück und blieb nur vor Kasalla, Olala, die laut Trainer Michael Figge als Speedpferd ebenfalls unter Wert lief, Dhaba und Kashmar, die unterwegs angaloppiert wurde.

Die Spannung steigt nun immer mehr, denn am Sonntag findet mit dem IDEE 147. Deutschen Derby (Gruppe I, 650.000 Euro, 2.400 m) um 17:10 Uhr in Hamburg das bedeutendste Galopprennen der hiesigen Rennsaison statt. Es handelt sich gleichzeitig um den vierten Lauf der German Racing Champions League.

21 Nichtstarter dezimierten die Starterfelder an diesem Tag erheblich. Alle Prüfungen wurden mit der Flagge gestartet. Auf drei Kandidaten zusammengeschmolzen war das Feld in der 1.400 Meter-Zweijährigen-Prüfung, und der Auenqueller Soldier Hollow-Sohn Bariton (20:10) gab bei seinem ersten Start eine imponierende Vorstellung. Jockey Alexander Pietsch beorderte den Hengst aus dem Mülheimer Stall von Jens Hirschberger von zweiter Position aus auf der Zielgeraden auf die Außenspur, und dort stiefelte Bariton mühelos der Pilotin Alwina und der nie gefährlich wirkenden Ashiana davon. „Ich hatte mit nichts anderem gerechnet. Bariton ist ein frühes und gutes Pferd. Wir haben eine Nennung für das Badener Zukunfts-Rennen abgegeben, aber werden in Ruhe schauen, was wir jetzt machen“, erklärte Hirschberger. Alwina legte eine flotte Fahrt vor und bleibt vorzumerken.

Es zahlt sich aus, wenn ein Jockey sich genau überlegt, welche Spur und Taktik er wählt – das bewies Alexander Pietsch gleich eine halbe Stunde später erneut, als er mit Edelstein (55:10) früh die Initiative ergriff und außen die beste Position wählte. Dort konterte der Wallach beim ersten Karrieretreffer locker die Angriffe der Außenseiterin Rubylana, während Goldie Doll als Dritte schon mit Abstand folgte. „Nach seiner guten Form aus Köln hatte ich mir schon Chancen ausgerechnet. Der Jockey hat das aber auch super gemacht“, sprach Trainerin Olga Laznovska (Schloss Arff) Alexander Pietsch ein besonderes Lob aus.

Und Pietsch agierte weiterhin in Überform – in einem 2.800 Meter-Handicap landete der Champion von 2015 nicht nur seinen dritten Tagescoup, sondern verhalf Olga Laznovska mit Downton (63:10) sogar zu einem Doppelsieg. „Er ist einfach der Beste“, erklärte die Trainerin. „Solch einen Tag habe ich noch nie erlebt. Von vorne galoppiert Downton ganz anders.“ Start-Ziel ließ ihr Wallach vor Culworth Boy, Shalin und Well’s Wonder nichts anbrennen. Die Viererwette bezahlte stolze 275.028:10 Euro.

Mehr als verdienten Lohn bekamen viele Top-Aktive dieses Sports bei einer Ehrung, die Erika Mäder vom Trainer- und Jockey-Verband vornahm: Mario Hofer, Andreas Wöhler, Hein Bollow (zum 80. Mal beim Derby), Christian von der Recke, Hans-Jürgen Gröschel, Jozef Bojko, Peter Schiergen, Filip Minarik, Eduardo Pedroza, Andreas Helfenbein, Andreas Löwe und Andrasch Starke (der wegen seiner Verletzung nicht vor Ort weilte) sowie der erst später eintreffende Hans-Albert Blume wurden für mehr als 1.000 Siege mit einer Ehrennadel ausgezeichnet! Die Gewinner von mehr als 20.000 Rennen standen auf der Bühne!

25 Rennen hatte der Franzose Guiland Bertrand in seiner Karriere als Amateur bereits gewonnen. Und im Wertungslauf der Longines World Fegentri Championship für Gentlemen Riders (Ausgleich IV, 1.600 m) führte er von zweiter Position aus den 40:10-Mitfavoriten Ronnie Rockcake zu einem lockeren Sieg über Fazenda’s Girl und die lange führende Kimara. „Beim letzten Mal war er am Start problematisch gewesen. Mit den Blinkers gab es heute keine Schwierigkeiten“, signalisierte Trainer Christian von der Recke über Ronnie Rockcake.

Seinen bereits fünften Meetingstreffer feierte Jockey Jozef Bojko in einem 1.400 Meter-Handicap auf Dashings Diamond (53:10) aus dem Stall von Frank Fuhrmann – der von ihm gesteuerte Wallach hatte sich schon vor einem Jahr hier durchgesetzt. Früh attackierte Bojko die führende Crystal Doll und kam ganz außen sicher gegen diese und La Commune hin. „Ein guter Jockey macht heute viel aus. Dabei sind 1.400 Meter eigentlich schon zu weit für ihn“, kommentierte Fuhrmann.

Die Taktik des Gehens und dies auf der Außenspur – das war der Schlüssel zum Erfolg, auch in einem 1.800 Meter-Rennen, in dem der Start-Ziel früh von der Konkurrenz im kleinen Viererfeld auf acht Längen davonspazierende Ever Strong 823:10, F. Minarik) gegen Bourree allein auf weiter Flur war. „Der Reiter hatte freie Wahl, was er macht. Ganz außen ist der Boden nicht so schwer“, kommentierte Trainer Dr. Andreas Bolte über den Erfolg in den Farben seiner Ehefrau Annette Christina.

Das Kölner Urgestein Horst-Dieter Beyer, von allen nur „Hodibe“ genannt, landete mit der fünfjährigen Stute Cindaralla (56:10) in einem 1.800 Meter-Handicap einen Kampferfolg. Unter Alexander Weis entschied die Lord of England-Tochter eine Kampfpartie gegen den stets führenden Lairy zu ihren Gunsten und gewann beim 15. Start endlich ihr erstes Rennen. „Sie war ja schon ein paarmal sehr gut gelaufen und kann auch den Boden“, sagte Trainerin Sarah Weis. Weit zurück komplettierten Divantia und Grand Rex die Viererwette, die 91.917:10 Euro bezahlte.

Jockey Alexander Weis legte im anschließenden 1.400 Meter-Ausgleich III mit dem von Andreas Löwe gesattelten Evario (30:10) noch einen weiteren Punktgewinn nach – auf passendem Untergrund raufte sich der Wallach knapp gegen Halona und den klarer zurück folgenden Yard Of Ale nach Hause.

Großen Jubel gab es nach dem Amazonenreiten (Ausgleich III, 1.800 m), als Esther Ruth Weißmeier auf der von ihrer Mutter Regine aufgebotenen Germanwings (105:10) locker gegen Dynastie und Ciocco Sam ihren 50. Erfolg im Rennsattel schaffte und nunmehr den Titel „Jockey“ tragen darf.

Seinen dritten Treffer während der Derby-Woche machte Trainer Dr. Andreas Bolte mit der Dreijährigen Tigerin (zweiter Tagessieg für Filip Minarik und den Betreuer aus Lengerich) in einer 2.200 Meter-Prüfung perfekt: Die 86:10-Außenseitern präsentierte sich deutlich gesteigert und setzte sich zeitig von Cosmic Power und Irrwisch ab. „Das war überraschend, aber die Stute ist eine Spezialistin für den Boden“, verriet der Coach.







 

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