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Kaspersky zeigt in der Aengevelt Meilen Trophy enorme Kämpferqualitäten

Italienischer Triumph und große Schiergen-Starke-Serie

Düsseldorf 17. Juli 2016

Deutsche Siege in Mailand oder Rom, den führenden Galopprennbahnen in Italien, haben schon seit Langem nichts mehr Sensationelles an sich. Die großen Rennplätze Italiens sind jedes Jahr immer wieder Ziel bundesdeutscher Vollblüter, deren dortige Erfolgsbilanz sich durchaus sehen lassen kann. Italienische Pferde kommen in deutschen Grand-Prix-Rennen hingegen so gut wie nie an den Start. Der Sieg des Hengstes Kaspersky, der in Düsseldorf heute die Aengevelt Meilen Trophy gewann, besitzt also durchaus Seltenheitswert.

Mit Jockey Umberto Rispoli im Sattel setzte sich der Fünfjährige als 31:10-Chance in der mit insgesamt 70.000 Euro dotierten Gruppe-II-Prüfung über 1.600 Meter gegen den favorisierten Wallach Pas de deux durch, der wiederum mit einem Kopf den Ehrenplatz vor dem Hengst Drummer über die Linie brachte, der normalerweise auf etwas kürzeren Distanzen besser aufgehoben ist und sich gegen die Meilenspezialisten mithin bravourös schlug.

Vierter wurde nach einem von Wildpark schnell angegangenen Rennen der fünfjährige Diplomat, der bei seinem diesjährigen Erfolg in Rom im Premio Presidente della Repubblica eben diesen Kaspersky bereits geschlagen hatte, der damals lediglich Fünfter wurde.

Auch wenn der in Irland gezogene Sohn des Hengstes Footstepinthesand des Allevamanto La Nuova Sbarra letztendlich noch einen Vorteil von einer Länge ins Ziel brachte, so war es doch ein echter Kampfsieg. Der von Trainer Endo Botti, Mitglied einer der namhaftesten italienischen Turf-Dynastien, betreute vierbeinige Gast von jenseits der Alpen schien nämlich gegen Pas de deux und Drummer schon den Kürzeren zu ziehen, ehe er sich dann noch einmal groß zurückkämpfte und das Blatt wieder zu seinen Gunsten wendete.

Dass Kaspersky, der die 1.600-Meter-Distanz in 1:34,98 Minuten absolvierte und zugleich eine der schnellsten Zeiten in der jüngeren Geschichte dieses Rennens schaffte, in den kommenden Wochen und Monaten noch einen weiteren Versuch in einem der deutschen Grand-Prix-Rennen über die Meile starten wird, ist nach dem heutigen Ergebnis gut vorstellbar.

Eine Schiergen-Starke-Serie prägte den Düsseldorfer Großkampftag allerdings auch noch in besonderer Weise. Das Trainer-Jockey-Team vom Kölner Stall Asterblüte wurde nicht weniger als viermal zur Siegerehrung gebeten und sicherte sich damit beinahe die Hälfte der Rennen des gesamten Programms.

Besonders zu schätzen wussten alle Düsseldorfer Verantwortlichen jedoch, dass diesmal im Vergleich zu mancher Regenschlacht in jüngerer Zeit fast schon ein kleines „Kaiserwetter“ auf dem Grafenberg vorherrschte, was von vornherein für gute Laune sorgte. 

Bei Albrecht Woeste, dem Vorstandsvorsitzen des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen sowie Vize-Präsidenten des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins, der überdies noch einer der Teilhaber des Stalles Grafenberg ist, resultierte die frohe Miene indes auch von einem frühen Erfolgserlebnis. Unter den Grafenberger Farben gewann nämlich der zweijährige Debütant Barteaux den einleitenden Merz & Pillini-Preis.

Wobei der Heimsieg des von Sascha Smrczek trainierten Tertullian-Sohnes zugleich für eine faustdicke Überraschung sorgte, wie eine Siegquote von 127:10 zeigt. Allerdings fand das Finale komplett ohne die Favoritin Zaffinah statt, die am Übergang mächtig ins Straucheln geraten war, worauf Eduardo Pedroza hart aus dem Sattel musste. Am Ende kamen Ross und Reiter jedoch noch halbwegs glimpflich und mit dem Schrecken davon, selbst wenn der Wöhler-Jockey danach seine weiteren Engagements nicht mehr wahrnahm und möglicherweise eine Woche pausieren muss.Die Frage, ob Barteaux auch ohne das Missgeschick der Stute gewonnen hätte, ist kaum zu beantworten. Schließlich ging der zweijährige Lokalmatador zum Zeitpunkt des Zwischenfalls kaum schlechter als die Gegnerin. Und ohne sie behielt Bayarsaikhan Ganbat auf Barteaux die Situation dann jederzeit im Griff, zunächst gegen den früh den Weg zeigenden Oriental Eagle – und dann auch gegen die zunehmend besser in die Partie findenden Saloon Sold und Ronaldo.

Am Toto „rappelte“ es dann noch ein weiteres Mal, als der Wallach Better Value als 173:10-Außenseiter unter Stephen Hellyn einen niederländischen Erfolg im Ford Mustang-Preis der NRW Garage markierte. Viel weiter hätte es für den gleich mit fliegenden Fahnen loslegenden Sechsjährigen aber nicht werden dürfen. Denn die im geschlossenen Pulk heranrückenden Beau Dreamer, Black Wolf Run und Tweet Lady verkürzten den Abstand mit jedem Galoppsprung. Zu guter Letzt war dem holländischen Gast auch lediglich noch ein Halsvorteil verblieben.

Ebenfalls das Heft gleich in die Hand genommen hatte der seit gestern wieder einsatzbereite Andrasch Starke im horces-bucks-de-Rennen auf der dreijährigen Lady Emerald, die damit zugleich die Maidenklasse verließ. Die Tiger-Hill-Tochter des Stalles Emerald aus Peter Schiergens Asterblüte-Kavallerie blieb im Prinzip jederzeit die Herrin im Hause; der heiße Favorit Shadow Chaser blies zuletzt also nur noch einmal vergeblich zum Angriff. Vom Rest kam Si Signora als Dritte noch am weitesten.

Der zweite Schiergen-Starke- Treffer ließ dann gar nicht mal lange auf sich warten. Wieder war es eine dreijährige Stute und erneut eine Tiger-Hill-Tochter, die punktete. Nämlich die Ittlingerin Fidji, die den Preis der Kaldenhoven GmbH als eine von zwei hier startenden Repräsentantinnen des Jahrgangs 2013 gegen Sir Bruno und Meerwind sicher nach Hause brachte.

Was Mishtaag mit einem schon deutlicheren Vorsprung im Preis der Ford NRW Garage weniger gelang. Der Vorteil des Wallachs, der für einen Moment fast schon alles in der Hand zu haben schien, schmolz aber dahin, und jede Menge anderer Protagonisten enterten im Rennen mit der Viererwette  daraufhin die Bühne. Allen voran der spätere Sieger Wisewit, der sich kürzlich in Hamburg bereits von besserer Seite gezeigt hatte. Doch Esther-Ruth Weißmeier in seinem Sattel musste bis zuletzt auf der Hut bleiben, denn der Konkurrenz fehlte es in keiner Weise an Ehrgeiz und Einsatz. Vor allem Lunar Prospect wurde zunehmend gefährlicher, aber auch Zuzu Angel an seiner Seite ließ sich nicht lumpen. Vorne blieb dennoch alles, wie es war: Der Weißmeiersche Familiensieg kam in trockene Tücher. Große Freude natürlich bei Regine Weißmeier, der Trainerin, und beim Besitzer Joachim Thomas Weißmeier ebenso.

Als einzige Dreijährige im Feld behauptete sich sogar Jaber Abdullahs Signora Queen im besten Handicap des Tages, dem Preis der Freunde und Förderer des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins e.V. von 1844. Ohne die von Andreas Wöhler trainierte Exceed-and-Excel-Tochter wäre es mit ziemlicher Sicherheit eine alleinige Angelegenheit vom sofort in Front gezogenen Beau Reve geworden, dessen Reiter sich schon mit einen kurzen Blick zur Konkurrenz einen Eindruck verschafft hatte, dann aber schnell zu dem Ergebnis kommen musste, dass gegen Signora Queen diesmal kein Kraut gewachsen war. Gut denkbar, dass sich die Stute im August im Großen Sparkassenpreis noch einmal in Düsseldorf vorstellen wird. Für Beau Reve blieb immerhin der Ehrenplatz, den er immer sicher vor den nur durch Kopfabstand getrennten Haarib und Antalya zu verteidigen verstand.

Das Finale beherrschten schließlich noch einmal zwei Asterblüte-Pferde, und für Trainer Peter Schiergen sowie seinen Jockey Andrasch summierten sich am Ende vier Erfolge. Nebenbei darf man den Sieg der Fährhoferin Sarandia ohne weiteres auch eine Empfehlung für den am 7. August anstehenden 158. Henkel Preis der Diana betrachten. Jedenfalls machte es ziemlich Eindruck, wie sie im Preis der Xtip Sport- und Pferdewetten mit der Konkurrenz umsprang. Zwei so talentierte Stuten wie Always Hope und wie La Duma ließ die Dansili-Tochter aus einer Wittekindshofer Erfolgsfamilie am Ende schlicht und einfach nur stehen, und das mit nicht weniger als fünfeinhalb Längen.

Zum guten Schluss wurde außerdem die Ittlingerin Salamati endlich einmal ihren großen Vorschusslorbeeren vollauf gerecht. Gegen die 11:10-Favoritin gab es im Party-Service Fröhlich-Rennen wirklich nichts zu bestellen. Als sie aus dem Fahrwasser der des führenden On y va herausgezogen wurde und zum Vorstoß ansetze, kam von dem keinerlei Gegenwehr mehr. Er musste sich einfach fügen, wie auch die zügig endenden She’s A Rebel und Navio vergeblich versuchten, noch einmal mit ihr auf Tuchfühlung zu gelangen


 

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