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Zwei Außenseiter werden zu Großverdienern in Bad Harzburg

Glückskauf Excelling Oscar und „glänzender“ All Access

Bad Harzburg 23. Juli 2016

Was für ein Glückskauf: Für einen absoluten Schnäppchenpreis hatte Besitzertrainer Armin Weidler im vergangenen Jahr bei einer Auktion in Ascot den Wallach Excelling Oscar erworben. Der Besitzertrainer, der seine Pferde in Reifenberg bei Zweibrücken vorbereitet, doch zu den schnelleren Arbeiten stets nach Honzrath fährt, ist Stammgast beim Meeting in Bad Harzburg und triumphierte nun mit dem Excellent Art-Sohn im Preis der Öffentlichen Versicherung Braunschweig, dem ersten Superhandicap, das bei Sommer-Wetter vor 8.500 Zuschauern wegen des gewaltigen Andrangs von zweimal 16 Pferden vom Harzburger Rennverein in zwei Abteilungen gelaufen wurde und zu einer großen Attraktion am Eröffnungs-Samstag wurde.

Nach einem tollen Ritt von Francisco Da Silva, der seinen ersten Erfolg überhaupt im Harz feierte, stand Excelling Oscar früh als Gewinner in diesem mit stattlichen 20.000 Euro dotierten Ausgleich III über 1.850 Meter fest. Der nun beim 35. Start zum sechsten Mal erfolgreiche Vierjährige war von den Wettern bei einer Quote von 157:10 völlig unterschätzt worden. Und das, obwohl er fast nur gute Formen mitgebracht hatte. „Eigentlich hatte ich gar keine Außenbox beantragt, da lag wohl ein Fehler vor, aber es hat ja prima funktioniert“, freute sich Armin Weidler nach dem mit 11.500 Euro honorierten Coup.

Der Bahnspezialist Mr Beauregard schaffte es mit viel Speed noch auf den Ehrenplatz. „Das war stark, zumal er ein Eisen verloren hat“, sagte Trainerin Claudia Barsig. Auch Vinea Valentine flog regelrecht auf Rang drei. „Wir sind sehr zufrieden, sie hat enormen Speed gezeigt“, hieß es von ihrem vielen eigens angereisten Besitzern, den Turffreunden Baden. Auch Rose of Eden kam noch besser ins Bild und komplettierte die Viererwette, die 200.000:10 Euro bezahlte. Somit kamen zwei Wetter in den Genuss von jeweils 10.000 Euro (die Garantie-Auszahlung betrug 20.000 Euro). Der Favorit Weltwunder war unter Andrasch Starke nie ein Siegkandidat.

In seinem heimischen Stall in München hatte Trainer Werner Glanz das zweite Superhandicap, die andere Abteilung des Preises der Öffentlichen Versicherung Braunschweig (Ausgleich III, 20.000 Euro, 1.850 m) verfolgt. „Ich habe etliche Leute heute vor Ort gehabt, daher bin ich in München geblieben, aber am zweiten Samstag bin ich hier“, sagte der Coach auf Telefon-Anfrage von German Racing. In seiner Abwesenheit trumpfte der als 158:10-Außenseiter gestartete All Access nach einem Super-Finish von Daniele Porcu, der in absoluter Glanzform agiert, hier auf. Mit gewaltigem Endspurt überrollte der Adlerflug-Sohn an der Außenseite regelrecht die Konkurrenz. „Er ist einer der wenigen Adlerflug-Nachkommen, die keinen schweren Boden mögen. In Hamburg wären wir auf tiefer Bahn besser nicht angetreten, aber wenn man so weit fährt, dann startet man eben auch. Im Vorjahr war All Access ja Dritter in diesem Rennen, und Daniele ist eben ein toller Jockey“, fügte Glanz noch an.

Der so gelobte Daniele Porcu sagte nach seinem dritten Tagestreffer: „Den Berg hinunter habe ich nicht mit einem Sieg gerechnet, aber den Berg hoch auf der Zielgeraden kam All Access mit Riesenspeed. Er hatte auch im Führring schon sehr gut ausgesehen und kannte die Bahn vom letzten Jahr.“

Der Favorit Amazing Boy – im Besitz der Harzburgerin Karen Kaczmarek – hatte lange alles für sich und wurde Zweiter vor dem aus dem Vordertreffen immer weiterziehenden Nottingham Forest und den wacker standhaltenden Cash the Cheque. Die Viererwette belief sich auf 70.698:10 Euro. Von dem Schecken Silvery Moon ging diesmal keine Gefahr aus.

Alle Geduld, die das Gestüt Görlsdorf mit dem Adlerflug-Sohn Hot Like Mexico hatte, scheint sich auszahlen. Denn der fünfjährige Wallach aus dem Hoppegartener Stall von Roland Dzubasz hatte beim zweiten Start nach seiner überlangen Pause im einleitenden 2.400 Meter-Rennen von zweiter Stelle aus keinerlei Probleme mit dem länger führenden Piloten Polski Poseidon. Schon im Schlussbogen ging Hot Like Mexico (20:10) deutlich besser als der einzige Konkurrenz, hinter dem Pearl de Deauville klar zurück Rang drei zeitig sicher hatte. Siegjockey Daniele Porcu: „Schon die Bremer Form war gut, und heute hatten wir einen perfekten Rennverlauf, denn er sollte nicht vorne gehen und hatte an Polski Poseidon ein ideales Führpferd.“

Und auch eine halbe Stunde später durfte sich Jockey Daniele Porcu feiern lassen – denn er führte den von Toni Potters in Großenkneten vorbereiteten Anpak (68:10) zu einem knappen Erfolg gegen die gut anpackende Absolute Amy und Fell Runner, der spät Rang drei eroberte. Potters: „Es war ja heute nicht die Creme de la Creme am Start. Der Handicapper sollte das entsprechend beachten.“

Nach der mehrfach aufgewerteten Bremer Form schaffte Stall Sesekes So Proud (18:10) in einer Dreijährigen-Prüfung den verdienten ersten Sieg. Aus optimaler Lage suchte Filip Minarik mit der von Formtrainer Dr. Andreas Bolte aufgebotenen Sir Percy-Tochter im Einlauf früh die Entscheidung und löste sich mit ihr bequem von Idolo und dem Außenseiter Okeanos. 30.000 Euro hatte So Proud früher auf der BBAG-Auktion gekostet, scheint sicherlich noch weiter zulegen zu können. „In dieser Klasse musste es für sie immer reichen“, signalisierte Filip Minarik.

Der Erfolgsjockey setzte sich auch im Memorial für den viel zu früh verstorbenen Dortmunder Trainer Uwe Stoltefuß (Ausgleich IV, 2.000 m) durch – auf Karin Brieskorns Rosenkönig (73:10), der nicht nur von der Rückkehr in die tiefere Klasse profitierte, sondern auch von der Tatsache, dass ihn sein neuer Betreuer Pavel Vovcenko im Training springen ließ, denn eigentlich spekuliert man auf Starts auf der Hindernisbahn, daher war der Wallach auch in das Bremen-Mahndorfer Quartier gewechselt. Es war aber ein gutes Stück Arbeit, bis Rosenkönig den Außenseiter Arabian Dreamer im Griff hatte. Mit Cumbriano wurde ein weiteres weniger beachtetes Pferd Dritter, weshalb die Dreierwette auf 60.747:10 Euro kletterte.

Die weite Anreise aus Iffezheim hatte sich vollauf gelohnt: Holgasson, ein bisher noch siegloser Wallach schaffte in einem Lauf zur Sport-Welt Amateur-Trophy (Ausgleich IV, 2.000 m) den ersten Karrieresieg. Championesse Lena Mattes entlockte dem Touch Down-Sohn erstaunliche Reserven gegen Petite Gold und Tinkers Lane. „Die Pferde des Rennstalls Ortelsburg waren über Winter im Gestüt Ohlerweiherhof. Sie sind erst seit kurzem bei uns und in dieser Kategorie stark verbesserungsfähig“, ließ Trainergatte Hans-Georg Rotering durchblicken.

Eine sehr beeindruckende Vorstellung bekamen die Zuschauer im Hürdenrennen über 3.400 Meter geboten, als die im Besitz des österreichischen Stalles Nicole stehende Koffi Lady (19:10-Favoritin) mit Cecon Chan gegen das Präsidenten-Pferd Good Prince leicht und locker die Oberhand behielt. „Die Stute ist in zwei Jahren über Sprünge mein bestes Pferd im Stall“, traut Trainer Pavel Vovcenko, der seinen zweiten Tagestreffer markierte, der Samum-Tochter noch jede Menge zu. „Sie läuft nun entweder am Mittwoch im Jagdrennen oder am Donnerstag im Listenrennen über Hürden.“ Good Prince hielt sich als Zweiter bestens vor Nuevo Leon, der nach einem Schwächemoment noch einmal wiederkam.

Die Rabenklippe ist ein beliebtes Ausflugsziel im Harz, danach benannte Buchmacher Bernd Albers seinen Rennstall. Und mit dem schon elfjährigen Bahnspezialisten Danon Perth (39:10) unter dem jungen Robin Weber feierte ein Pferd in diesen hier so besonders populären Farben einen Kampferfolg im abschließenden 1.200 Meter-Handicap. Der Schützling von Monika Lindemann kam gegen den Favoriten Powerplay knapp zum Zuge, wohingegen Nantiago nach unglücklichem Start noch auf den dritten Platz kam. Die Rennwoche in Bad Harzburg wird nach dem Top-Samstag (mit einer deutlichen Umsatzsteigerung gegenüber 2015) am Sonntag fortgesetzt.



 

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