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Champion-Team Chan/Vovcenko mit Top-Treffer in Bad Harzburg

Auf dem Weg zum Hürden-Star: Koffi Lady

Bad Harzburg 28. Juli 2016

Cevin Chan und Pavel Vovcenko bleiben das Erfolgsteam im deutschen Hindernissport. Im mit elf Kandidaten aus sechs Ländern (Kolonel Kirkup war am Probesprung reiterlos geworden und zurückgezogen worden, sein Jockey Paul Johnson hatte sich mehrere Vorderzähne ausgeschlagen) sensationell besetzten Hindernis-Highlight am mehr als gelungenen Donnerstags-Renntag der Bad Harzburger Rennwoche trumpften die Champions vor 7.800 Zuschauern einmal mehr auf – mit der noch am vergangenen Samstag erfolgreichen Koffi Lady im Preis des Ehrenmitgliedes Günter Schulze – Große Bad Harzburger Hürden-Trophy (Listenrennen, 14.000 Euro, 3.400 m.

Die aus der Zucht des Gestüt Idee von Kaffeekönig Albert Darboven stammende Samum-Tochter im Besitz des Stalles Nicole (des Österreichers Hannes Mayer) hatte bei einer Quote von 24:10 auch sehr viel Vertrauen bei den Wettern gefunden. Und sie entsprach dieser Einschätzung in großartiger Manier.

Chan ritt die Stute wirklich meisterlich, wartete zunächst am Ende des Feldes in aller Seelenruhe ab, das North Point und später Worldor anführten. Mitte der letzten Gegenseite führte er Koffi Lady immer näher an die vorderen Pferde heran. Nach einem Zwischenfall, bei dem Notti Magiche (Jockey John Paul Brennan wurde mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus gebracht), Illuminati und der in neuen Farben angetretene North Point zu Boden mussten, war Koffi Lady schon in bester Haltung zur Stelle. Und ab dem Schlussbogen entfernten sich der Schwede Calvados gemeinsam mit ihr weit von der Konkurrenz.

Dieser versuchte auf der Geraden dagegenzuhalten, aber Koffi Lady zog unwiderstehlich an und löste sich leicht auf viereinhalb Längen. 7.200 Euro waren der Lohn für den vierten Sieg beim erst sechsten Start über Hindernisse der Super-Lady, die nach drei Treffern hintereinander noch eine große Karriere vor sich haben sollte.

Jockey Cevin Chan in einem ersten Statement: „Ich war mir etwas unsicher wegen des kurzen Abstands zu ihrem Rennen am Samstag. Denn es war ein toll besetztes Rennen. Koffi Lady hat alles super gemacht.“ Trainer Pavel Vovcenko war ebenfalls voll des Lobes: „Das war leichter als wir uns vorgestellt hatten gegen diese Konkurrenz. Nun kommt ein Start am 28. August in Meran in Frage.“

Calvados war der Einzige, der Koffi Lady in etwa folgen konnte und blieb für den Ehrenplatz ungefährdet vor Good Prince, der sich als Dritter tapfer aus der Affäre zog. „Das war ein ganz starkes Rennen. Weicher Boden wäre noch besser“, signalisierte Besitzer Stephan Ahrens gemeinsam mit Trainerin Elfi Schnakenberg.

Inferna komplettierte die Viererwette, die 10.956:10 Euro bezahlte. Der Umsatz in dieser Wettart war ebenso völlig in Ordnung wie die insgesamt rund 37.000 Euro Wettaufkommen in dieser Prüfung. Es war die Premiere einer Viererwette in einem Hindernis-Rennen. Chicago hatte als Fünfter trotz einer guten Position unterwegs bald keine Chance mehr und blieb nur vor Bazalka.

Im zweiten Hürdenrennen über 3.400 Meter kam Cevin Chan zu einem weiteren Erfolgserlebnis, als er für Paul Johnson den Ritt auf Rennstall Darbovens Polski Poseidon (36:10) übernommen hatte. Mit starken Reserven gestaltete der Areion-Sohn sein Hindernis-Debüt gleich siegreich, als er den früh in Front gezogenen Jupiter leicht überspurtete. Auch der als Dritter deutlicher zurück folgende Alexander Lucas verkaufte sich achtbar. Damit siegte nach Koffi Lady ein weiteres Darboven-Pferd auf der Hürdenbahn. Trainer Christian von der Recke nach seinem zweiten Tagestreffer: „Viele Aktien an dem Erfolg hat Paul Johnson, der Polski Poseidon eingesprungen hat und immer viel Mumm auf ihn hatte“, signalisierte der Coach.

Zu großer Form hat die Schimmelstute Anarchie im Stall von Toni Potters gefunden, und im Ausgleich II (10.000 Euro, 2.000 m) schaffte die Santiago-Tochter die Krönung, denn beim erst dritten Saisonstart gelang ihr der erste Erfolg. Noch ziemlich bequem kam die 39:10-Mitfavoritin an der mit allem Gewicht bestens standhaltenden Summershine vorbei, hinter der die speedstarke Sign die Stuten-Dreierwette perfekt machte, womit der lange führende Favorit Le Tiger Still als Vierter passen musste. Für Daniele Porcu war es schon der fünfte Treffer während der Rennwoche. Trainer Toni Potters verriet: „Anarchie hatte viele Probleme, aber mit einer sehr guten Therapeutin am Stall haben wir diese in den Griff bekommen. In Hamburg war sie zu früh in Front gewesen.“

In den prominenten Farben von Lady O‘ Reilly bot Trainer Christian von der Recke im einleitenden 2.000 Meter-Rennen die bisher in Frankreich noch nicht groß in Erscheinung getretene Mesaria (15:10) auf, die es hier natürlich sehr einfach antraf und sich unter Alexander Pietsch fast Start-Ziel auch souverän von Rock of Tiger und Boston Park freimachte. „Ich hatte schon die Mutter Parakopi in Training bekommen, um mit ihr ein Rennen zu gewinnen. Das hat in Mannheim auch geklappt, auch damals saß Alex im Sattel“, berichtete Recke die kuriose Geschichte.

„Am ersten Wochenende hatte er Pech, als er mit einer Nase geschlagen war, heute war es umgekehrt, da hatten wir das Glück auf unserer Seite. In dieser Klasse läuft er meistens beständig nach vorne“, freute sich der Bremer Trainer Pavel Vovcenko, nachdem er sein viertes Rennen bei der Rennwoche mit dem 25:10-Favoriten Powerplay hauchdünn gewonnen hatte. Auch für Jockey Filip Minarik läuft es nach wie vor blendend, er hielt einen knappen Vorsprung gegen den nie nachlassenden Iggy, der in neuen Farben angetreten war, fest. Praise kam noch auf Rang drei.

Mit einem meisterlichen Finish wartete Jockey Alexander Pietsch im abschließenden 1.850 Meter-Ausgleich IV auf. Vom allerletzten Platz rauschte er mit dem in den Niederlanden von John Smith trainierten Yeah Cool (57:10) ganz an der Außenseite mit langgezogenem Speed noch an dem Piloten Novacovic und Renoir vorbei. Trainergattin Sandra Vetter strahlte übers ganze Gesicht: „Es war eigentlich gar nicht geplant, so weit hinten zu gehen, aber es hat ja alles bestens funktioniert.“

Mit einem ausgezeichneten Umsatz, der noch deutlich über dem Mittwochsergebnis lag, war auch der Donnerstag in Bad Harzburg ein voller Erfolg. Nun darf man sich auf den Samstag mit vielen Höhepunkten freuen.




 

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