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„Alter Schwede“ profitiert von Falconetteis Ausfall

Überraschender See-Sieger Elegant Song

Bad Harzburg 31. Juli 2016

Nach dem Super-Samstag endete das hocherfolgreiche Meeting in Bad Harzburg am Sonntag mit einer mehr als abwechslungsreichen Karte vor abermals toller Kulisse von 11.000 Besuchern. Gottlob setzten die heftigen Regenschauer erst zu den letzten drei Rennen ein.

Das bedeutendste Rennen gab es am Schluss, und das abschließende Seejagdrennen (12.000 Euro, 3.550 m) hatte es in sich. Zunächst brach der Mitfavorit Wutzelmann aus, doch im See kam es noch heftiger. Während Elegant Song mit deutlichem Vorsprung das Nass ansteuerte und auch verließ, machte der 11:10-Favorit Falconettei mehrere Fehler, als er wegrutschte, verlor völlig den Anschluss und wurde von Cecin Chan unmittelbar danach angehalten. Auch Coyaique war wenig später aus der Partie und Gelona verlor in der Gegenseite den Anschluss.

Elegant Song wurde später von Fair Lucky abgelöst, die sich immer mehr absonderten, da Long Pond nicht mehr mithalten konnte, doch kam Fair Lucky am letzten Hindernis zu Fall. Allerdings ging zu diesem Zeitpunkt Elegant Song noch gut und hätte ihn möglicherweise auch ohne das Malheur noch erreicht. So war der Weg endgültig frei für den „alten Schweden“ – der 13-jährige sorgte zu einer Quote von 173:10 unter seiner Besitzerin Johanna Hederström für eine große Überraschung, doch hatte er hier vor einer Woche bei seinem Ausfall noch Chancen gehabt. „Er wurde am letzten Sonntag von einem anderen Pferd abgedrängt und reiterlos. Zu diesem Zeitpunkt ging er noch gut“, erklärte Trainer Tobias Hellgren. Der Tscheche Long Pond kam kampflos zum zweiten Geld vor der meilenweit zurück als Dritte eintrudelnden Gelona.

Die Quote schnellten nach dem Pech Falconetteis in die Höhe: Die Zweierwette kletterte auf 14.977:10 Euro (sie wurde mit einem Euro getroffen), die Dreierwette auf 29.254:10 Euro (wurde mit zwei Euro getroffen).

In der Dreijährigen-Prüfung über 2.000 Meter meldete sich mit dem Distant Music-Sohn Quick Step ein Hengst zurück, der nach einem guten Beginn im Frühjahr mehrere Male die Erwartungen nicht erfüllt hatte. „Man darf nicht vergessen, dass er im März Zweiter zu Derby-Starter Berghain war“, erklärte Trainer Christian von der Recke, der eine sehr erfolgreiche Rennwoche hinlegte. Jockey Francisco Da Silva verschaffte Quick Step, der stattliche 148:10 auf Sieg bezahlte, einen knappen Vorteil gegen die Ammerländerin Baltic Best, während die Favoritin Wiesenlerche als Dritte nie eine Siegmöglichkeit besaß.

Trainer Markus Klug landete in einem 2.400 Meter-Ausgleich III einen mehr als überzeugenden Treffer mit Sworn Terz (37:10). Der Tertullian-Sohn des Kölner Stalles Päädsmann verabschiedete sich mit Maxim Pecheur auf Nimmerwiedersehen von Perfect Swing, der noch besser Tritt fasste, und Claudia Octavia, während die Favoritin Sumara sich mit Rang fünf begnügen musste.

Trainer Christian von der Recke setzte seine tolle Form in einem 2.000 Meter-Rennen fort, als der Wallach Delaire (16:10) mit Rene Piechulek ein Deutschland-Debüt nach Maß schaffte. Nach gutem Kampf behauptete sich der Favorit gegen Southampton und die weiter zurück folgende Minnetonka. „3.000 Guineas hat er in Ascot gekostet“, erzählte Recke. Und Nina Bach vom Stall ABA erklärte: „Das war ein schöner Abschluss für uns. Mein Vater hat ihn gekauft, nachdem er die Beteiligung an Major Hollow abgegeben hatte.“

Wenn zwei sich streiten, dann freut sich der Dritte – das war das Motto im einleitenden Altersgewichtsrennen über 1.850 Meter. Denn im kleinen Viererfeld beharkten sich die heiße 14:10-Favoritin Al Queena und Eastsite One stets an der Spitze, während sich Maxim Pecheur mit Ardeola (57:10) am Ende aufhielt und in aller Ruhe das Geschehen abwartete. Und mit viel Speed stürmte die im Vorjahr hier in einem Ausgleich II viertplatzierte Stute trotz einer Pause seit Januar locker an Al Queena, die in dieser Saison noch gar nicht gelaufen war, und Eastsite One vorbei. „Sie hatte einen Griffelbeinbruch, doch alles ist wieder gut, wie man heute gesehen hat“, kommentierte Siegtrainer Uwe Schwinn.

So richtig im Aufwind segelt Coco (21:10), der in einem 2.800 Meter-Handicap den dritten Saisontreffer schaffte. Start-Ziel teilte Tommaso Scardino dem Wallach alles bestens ein und hatte Winaldo und Vesuv bestens im Griff. „Er war früher ein sehr schwieriges Pferd. Nun hat es noch einmal geklappt. Der Jockey hat auch alles gut gemacht“, freute sich Trainerin Elfi Schnakenberg über den Doppelsieg.

Auch für Trainer Frank Fuhrmann läuft es nach wie vor blendend im Harz. Mit der im Amateurreiten von Monique Lübcke auf der Geraden souverän vor das Feld gebrachten Ivrea (27:10) landete der Coach einen weiteren Treffer, der gegen Ohne Tadel und Phoenix Shadow schon sehr früh feststand. „Leider war sie lange verletzt, aber jetzt ist die Stute endlich wieder da“, erklärte Fuhrmann.

Das Meeting im Harz war auch eine absolute Erfolgswoche für Jockey Daniele Porcu. In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.550 m) feierte er mit dem 141:10-Außenseiter Highly Favoured seinen achten Triumph in dieser Woche. Der erste Treffer des Wallachs war gegen Atlas Royal, Gonscharga und Fazenda’s Girl eine sehr sichere Sache. Trainer Rudolf Storp: „Ich wollte bei zehn Startern hier zwei Rennen gewinnen, das haben wir geschafft. Dass die Form aus Magdeburg kein Ausrutscher war, hat Highly Favoured heute bestätigt. Daniele hat eine sehr ordentliche Leistung abgeliefert.“ Die Viererwette bezahlte 9.174:10 Euro.

Dem Halbblutrennen musste Geladi fernbleiben - er hatte beim Aufgalopp Reiter Luca Murfuni abgeworfen, der sich eine stark blutende Wunde am Kinn, einen lockeren Zahn sowie eine Schulterprellung zugezogen hatte. Vom letzten Platz stürmte die von Ralf Rohne trainierte Levana (45:10) an Biederich und Bahnfrei vorbei. Es war der dritte Tagessieg für Jockey Maxim Pecheur.

Am Finaltag der Rennwoche war eine Autogrammstunde mit Schauspielerin Ulrike Frank („Gute Zeiten, schlechte Zeiten) natürlich ein besonderes Highlight. Auch das Eishockey-Team der Harzer Falken gab sich die Ehre. Und ein Maskottchenrennen sorgte für viel Spaß.

Die Erwartungen übertroffen wurden bei den Wettumsätzen. Hier stand besonders der Samstag mit Wetteinsätzen von 331.216 Euro in neun Rennen heraus. Ein solcher Wert wurde in Bad Harzburg zu Euro-Zeiten an einem einzigen Renntag noch nie erreicht und ist auch deutschlandweit eine ausgezeichnete Zahl. Am Sonntag wurden 190.412 Euro gewettet, minimal über dem Vorjahreswert. 60.800 Zuschauer wetteten an den sechs Renntagen 1.159.183 Euro, ein Plus von 11,3 % gegenüber 2016.



 

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