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Zweijähriger Farshad beeindruckt im Auktionsrennen

Der nächste Darius-Coup in Köln

Köln 1. August 2016

Gerade erst drei Wochen sind es her, als der Stall von Dr. Stefan Oschmann (Darius Racing) mit Isfahan das IDEE 147. Deutsche Derby in Hamburg gewann. Und auch bei den Zweijährigen scheint der Eigner bestens gewappnet. Denn am sehr ansprechend besuchten PMU-Montag auf der Galopprennbahn in Köln landete der in seinem Besitz stehende Farshad einen sehr bedeutenden Treffer. Im XTIPP – BBAG Auktionsrennen Köln (52.000 Euro, 1.300 m) gewann der Kendargent-Sohn unter Marvin Suerland, der seinen ersten bedeutenden Sieg seit seiner Rückkehr aus Katar landete, Start-Ziel in grandioser Manier. Schon früh auf der Zielgeraden stiefelte er seinen sieben Konkurrenten auf zahlreiche Längen davon und wurde der Rolle als 26:10-Favorit vollauf gerecht. Es war beim dritten Start der zweite Erfolg für Farshad, der aus der Zucht von Holger Faust stammt. 25.000 Euro betrug das Preisgeld.

Faust, der die Darius Racing-Pferde auch managt, in einem ersten Kommentar über den Schimmel: „Ich bin sehr glücklich und erleichtert. Denn es ist ja schon ein gewisser Druck, wenn man als Züchter ein Pferd weiterempfiehlt. Aber Farshad scheint einige Sprünge gemacht zu haben.“

Trainer Henk Grewe, der Farshad vor Ort in Köln vorbereitet, meinte: „Nachdem sich leider die Stute South Captiva verletzt hat, ist er sicherlich die Nummer eins unter meinen Zweijährigen. Er trug heute zwei Kilo mehr als die anderen Pferde. Seine Schlussarbeit am Dienstag hatte mich gar nicht so optimistisch gestimmt, aber offenbar zeigt er im Rennen mehr als im Training. Wir haben nun viele Optionen, aber der Sprung in die Gruppe-Klasse im Zukunfts-Rennen in Baden-Baden bietet sich schon an. Ich denke, dass die 1.400 Meter dort auch die Grenze für ihn sind.“

Zuletzt schob sich die im Besitz von Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren stehende Ashiana mit starkem Speed noch auf den Ehrenplatz. „Das Rennen war schnell genug, und die Leistung geht voll in Ordnung. Ich denke, dass wir in Auktionsrennen weitermachen“, versicherte ihr Betreuer Peter Schiergen. Auch der Iffezheimer Gast San Diego hielt sich als Dritter gut und verriet Reserven. „Er hat schön gekämpft und von seiner Routine profitiert- Wahrscheinlich geht es nun wieder nach Frankreich“, so sein Betreuer Mirek Rulec.

Ming Jung, der Bruder von Vorjahressieger Millowitsch, kam spät noch besser auf und an dem Trainingsgefährten Dia Del Sol vorbei – der Bruder des ausgezeichneten Degas musste von zweiter Position aus am Ende passen. Ronaldo war nach Startverlust sehr flott auf Rang zwei vorgerückt, doch im Einlauf verließen ihn ebenso wie die Kräfte wie bei Dream on me und Danny Boy.

Gewaltig war das Vertrauen im einleitenden 2.400 Meter-Ausgleich IV in den von Henk Grewe trainierten Wisperwind (23:10, N. Richter), der schon lange für einen Sieg überfällig war. Und Mitte der Geraden entfernte er sich nach einem idealen Rennverlauf auch souverän von Sexy Girl, die weit vor Rasoul als Einzige in etwa folgen konnte. „Beim letzten Mal fehlte es ihm etwas an Unterstützung, heute haben wir zudem das erste Mal Seitenblender angelegt. 2.400 Meter scheinen ideal für ihn zu sein“, kommentierte Grewe.

Schon beim Frühjahrs-Meeting in Baden-Baden hatte der früher in höherer Klasse erfolgreiche Wilson sich wieder mit einem Treffer zurückgemeldet. Und in einem 2.200 Meter-Handicap klappte es einmal mehr nach einem maßgerechten Ritt von Martin Seidl, der von zweiter Stelle aus mit dem 43:10-Mitfavoriten sicher mit einer halben Länge gegen die vom drittletzten Platz zu spät eingesetzte Las Fuentes und Koonari zum Zuge kam. „In Hamburg war zuletzt der Boden zu schwer, heute hat alles gepasst und wir erwischten einen Super-Rennverlauf“, bilanzierte Seidl.

So richtig auf blüht nun der Wallach Evario (137:10), der im Ausgleich III über 1.400 Meter nach seinem Hamburger Treffer gleich einen weiteren Punkt nachlegte. Unter Marc Lerner kam der Vierjährige mit langgezogenem Speed noch an dem stark im Handicap debütierenden Gittan und dem bestens durchziehenden Piloten Takeda Shingen sowie Fiorella vorbei. „Das Pferd beschenkt uns so richtig, denn er hatte so große Zahnprobleme, bei denen es um Leben und Tod ging. Doch nun zahlt er alles zurück“, freute sich Trainer Andreas Löwe. Die Zweierwett-Quote belief sich auf stattliche 6.549:10, die Dreier- und die Viererwette wurde nicht getroffen, so dass es demnächst einen Jackpot geben wird.

Noch einiges Steigerungspotenzial sollte in der Adlerflug-Tochter Fifth Avenue schlummern, die für das Gestüt Haus Ittlingen im Ausgleich III über 1.850 Meter mit enorm viel Schwung den etwas unglücklich agierenden Arando und See Dex überspurtete. Michael Cadeddu zeigte auf der 69:10-Chance viel Übersicht. „Sie darf nicht zu früh vorne sein. Speed hat sie. Als Schwester von Felician dürfte sie noch zulegen können“, glaubt ihr Betreuer Ferdinand Leve.

In einem heißen Gefecht der beiden Favoriten klang die Dreijährigen-Prüfung über 1.850 Meter aus, wobei Saxone (29:10) nach einem starken Finish von Wladimir Panov einen knappen Vorteil gegen die Nutan-Schwester Nazbanou festhielt, während Amiga Rang drei eroberte. „Das war schon eine stramme Leistung mit Höchstgewicht“, hieß es aus dem Umfeld von Trainer Hans-Jürgen Gröschel.

Nur erste und zweite Plätze hat in jüngster Vergangenheit Jolly Boy auf seinem Konto. „Er ist das ganze Jahr über sehr gut auf dem Posten und immer brav gelaufen, nachdem er früher kaum etwas gezeigt hatte“, berichtete der Iffezheimer Trainer Gerald Geisler nach dem sicheren Erfolg des 28:10-Favoriten in einem 1.850 Meter-Ausgleich IV gegen Zuzu Angel und Camberwell. Adrie de Vries verwandelte den „Kistenritt“ für Eva-Maria Zwingelstein, die laut Gerald Geisler „nach dem Meeting in Bad Harzburg wieder Probleme mit einer früheren Knieverletzung“ bekommen hatte.

Im abschließenden Ausgleich IV-Amateurreiten über 1.600 Meter gab die von Michael Alles aufgebotene Lucy Bee (57:10) unter Olga Laznovska Start-Ziel den Takt vor und geriet nie in Bedrängnis. Mit Anna Sophie schob sich eine 1.226:10-Außenseiterin auf den zweiten Platz vor Black Wolf Run und Hurricane Harry, die sich in totem Rennen den dritten Rang teilten.

Mit Erdogan Atalay und Daniel Roesner von der TV-Serie „Alarm für Cobra 11“ weilten zu Dreharbeiten auf der gut besuchten Kölner Rennbahn und überreichten nach dem 2. Rennen die Ehrenpreise.


 

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