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Devastar gewinnt bwin Sachsenpreis vor Arles

Vorne alles formgemäß

Dresden 6. August 2016

Rechnung und Form wurden eindeutig bestätigt: Der bwin Sachsenpreis, eine der namhaftesten Prüfungen im Dresdener Saisonkalender, ging heute an Gestüt Park Wiedingens Hengst Devastar. Der vierjährige Areion-Sohn gewann gegen die gleichaltrige Stute Arles, womit sich im mit 25.000 Euro dotierten Listenrennen über 1.900 Meter bei weicher Bahn, aber sommerlichen Rahmenbedingen jene beiden Starter behaupteten, die schon im Vorfeld die „gemeinten“ Pferde gewesen waren.

Überraschend war allerdings der starke Auftritt von Apoleon, Deutschlands führendem Halbblüter, der zwar gegen die beiden vorderen Gegner keine Chance besaß, sich allerdings in der Auseinandersetzung um Platz drei mit viel Verve gegen Rouge Runner, Ever Strong und Lovato zu behaupten verstand, nachdem Arles gleich vorne erschienen war und dem Dresdner Traditionstitel lange Zeit ihren Stempel aufgedrückt hatte.

Doch als Jockey Adrie de Vries dann Devastar in die Entscheidung warf, zeichnete sich schnell ab, dass die Frontrennerin trotz aller Gegenwehr gegen den Schützling von Trainer Markus Klug den Kürzeren ziehen sollte. Devastar hatte vorher schon nie weit hinter Arles eine gute Ausgangsposition bezogen gehabt, und es war alsbald zu erkennen gewesen, dass sein Reiter vorrangig darauf bedacht war, dem 23:10-Favoriten einen störungsfreien Rennverlauf zu servieren.

Ein Konzept, das voll und ganz aufging und ein wesentlicher Baustein zum heutigen ersten Jahreserfolg des Hengstes war, der einer der absolut klassischen Linien der Zucht von Helmut von Finck entstammt. Gute diesjährige Auftritte hatte der jüngste Sachsenpreis-Sieger zuvor schon als Zweiter in Hoppegarten zu Articus und auch bei einem vierten Platz im Großen Preis der Badischen Wirtschaft in Baden-Baden gegeben.
Auf der Iffezheimer Bahn wird man Devastar voraussichtlich schon bald wiedersehen, denn hier besitzt er eine Nennung für den 61. Preis der Sparkassen Finanzgruppe, das frühere Spreti-Rennen, am 27. August. Ein denkbares Ziel im Herbst wäre überdies noch der pferdewetten.de – 26. Preis der Deutschen Einheit am 3. Oktober in Hoppegarten.
Da die ersten vier heutigen Seidnitzer Rennen zum PMU-Programm in Frankreich zählten, ging es in Dresden mal wieder beizeiten los. Nichtsdestotrotz besaß die Zuschauerkulisse zu vergleichsweise früher Stunde bereits beachtliche Stärke, selbst wenn das eigentliche Top-Ereignis erst Stunden später in der zweiten Programmhälfte anstand. Alle, die zeitig erschienen waren, dürften dies indes nicht bereut haben.
Jedes der Rennen im der ersten Programmabschnitt nahm schließlich einen spannenden Verlauf. Auch beim Sieg von Mystical Wind unter Robin Weber gleich zu Beginn war das so, selbst wenn sein Erfolg am Ende noch sicher ausfiel. Aber auch im Preis der Lößnitz-Druck GmbH war zunächst alles lange ziemlich offen geblieben, da Bear Paolina, Nemesis und Rosentor allesamt wie Gegner auftraten, die sich keineswegs sang- und klanglos geschlagen geben wollten.

Sogar letztendlich nur hauchdünn setzte sich die Ittlingerin Fidji mit Andrasch Starke im Sattel gegen die immer stärker werdende Connected im Preis der Hein Mück Fischhandel GmbH durch, in dem sich die Dreijährige mit einem kurzen Kopf förmlich ins Ziel rettete.

Ebenso gelang es der von Jozef Bojko gerittenen und am Platz beheimateten Beresina im Rennen mit der Viererwette erst auf den letzten Metern, den sprichwörtlichen Sack zuzumachen, um sich im Burger Werbetechnik Cup gegen Gloval Love, A Miracle und Vallante zu behaupten.

Allenfalls der Milos Milojevic gesteuerte New Jersey hatte seinen Sieg zeitig in trockenen Tüchern, seinen übrigens zweiten Erfolg binnen 14 Tagen, wobei er sich im DIAMIR-Cup gegen Ustana und Shabraque durchzusetzen verstand.

Später sorgte Lokalmatador Global Thunder in der Hand von Martin Seidl ebenfalls frühzeitig für klare Verhältnisse im bwin Sommerpreis und markierte bei seinem Sieg über Tyran und Fresanta gleichzeitig den zweiten heutigen Treffer für Trainer Stefan Richter, der zuvor bereits Beresina als Gewinnerin vom Geläuf abgeholt hatte.

Es war im Übrigen ein Renntag „ohne besondere Vorkommnisse“. Die Rennleitung trat lediglich nach dem Georg Sowa Erinnerungsrennen einmal auf den Plan, weil es im Eifer des Gefechtes für die stets prominente Lysanda auf den letzten Metern kurz recht eng geworden war. Ob die 19:10-Favoritin andernfalls noch über Platz vier hinausgekommen wäre, bleibt natürlich eine offene Frage. Jedenfalls besaß zum Schluss die Gewinnerin Sweet Lips unter Filip Minarik den mit Abstand größten Schwung – und insbesondere auch Teddilee sowie Sweet Moments konnten noch spürbare Reserven freimachen.

Der Vorhang schloss sich dann mit einem Erfolg von Royal Rubin in der Prüfung, die „ Auf Wiedersehen zum Renntag am 04. September“ betitelt war. Für den erkrankten Michael Cadeddu, der zuvor bereits stets von Kollegen ersetzt worden war, sprang hier Eduardo Pedroza als Ersatz ein – und es bestätigte sich einmal mehr die alte Turf-Weisheit, dass Kistenritte oft nicht die schlechtesten Engagements ein müssen. Wie auch immer: Sowohl Liary als auch der nicht gerade übermotiviert wirkende Pesaro besaßen gegen den Gewinner keinerlei ernsthafte Möglichkeiten.



 

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