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Team Wöhler/Australian Bloodstock mit Top-Treffer

Double Dream erfüllt alle Träume

Berlin-Hoppegarten 13. August 2016

Wenn das kein gutes Omen war für den Auftritt von Protectionist einen Tag später im Longines – Großer Preis von Berlin! Das Erfolgsteam Australian Bloodstock als Besitzer und Trainer Andreas Wöhler aus Spexard bei Gütersloh landete vor 5.300 Zuschauern am Auftakt-Samstag zum Grand Prix Festival Meeting in Berlin-Hoppegarten einen ersten Top-Erfolg.

Im Jubiläumspreis des Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreises (Listenrennen, 27.000 Euro, 1.600 m) trumpfte für diese Mannschaft, von der auch Miteigner Jamie Lavett in der Hauptstadt vertreten war, die dreijährige Stute Double Dream als 33:10-Favoritin unter Jozef Bojko in sehr sehenswerter Manier auf. Lange galoppierte die Lawman-Tochter hinter dem mit viel Verve und einigen Längen führenden Gereon an zweiter Position. Doch Mitte der Zielgeraden bekam die Lady, die zuletzt in großen Gruppe-Rennen, u.a. in den 1.000 Guineas unterwegs war, den sich tapfer wehrenden Piloten Gereon sehr sicher in den Griff.

„Wir hatten Double Dream bewusst eine Pause gegeben, da sie früh in diesem Jahr angefangen hatte. Ihr Ziel war Black Type, und das klappte heute gut“, erzählte Andreas Wöhler. „Double Dream hatte ein schönes Führpferd und einen optimalen Rennverlauf. Der Herbst ist ihre Zeit. Denn auf weichem Boden traue ich ihr noch mehr zu. Heute war das Geläuf schon die Grenze für sie. Natürlich versuchen wir es bald auch wieder auf Gruppe-Ebene.“

Gereon hielt an der Spitze toll stand und rettete den Ehrenplatz knapp gegen die von dritter Position aus heranstürmende Mary Sun. „Bei Gereon lief alles wie geplant. Er ist ja auf schnelle Rennen angewiesen. Er zeigte noch mehr als beim letzten Mal und könnte nun im Handicap starten oder in einer Gruppe-Prüfung in Düsseldorf“, versicherte Christian Zschache. Mary Sun kam immer besser in die Partie und wurde Dritte. „Sie braucht eine gute Pace, damit sie sich beruhigt. Das war super. Nun haben wir zwei Optionen in Listenrennen in Baden-Baden“, sagte Trainer Henk Grewe.

Abendwind folgte als Vierter schon mit etwas Abstand, hielt sich aber solide. „Wir werden es weiter auf dieser Ebene versuchen“, signalisierte Besitzerin Gisela Remmert. Die anderen Kandidaten spielten am Ende keine Rolle mehr.

Jackobo der Match Race Cup-Gewinner

Eine große Zuschauer-Attraktion war das Finale im pferdewetten.de – Match Race Cup (19.500 Euro, 1.200 Meter der Geraden Bahn. Lange war die Parie zwischen Jackobo und El Zagal sehr offen, doch am Ende verfügte Karin Brieskorns Lokalmatador Jackobo als 16:10-Favorit über die größeren Reserven als sein in allen Ehren unterlegener Konkurrent. Eduardo Pedroza kam mit dem achtjährigen Wallach nach einem starken Finish von Eduardo Pedroza sicher nach Hause. „Das war ein interessanter Spaß fürs Publikum und schönes Geld für die Besitzerin. (Anm. d. Red.: 14.000 Euro gab es allein für den Final-Triumph). Nun startet Jackobo vielleicht am kommenden Sonntag in einem Ausgleich I in Hannover“, kommentierte Trainer Uwe Stech.

Nach seiner kürzlichen Niederlage in einem Match Race gegen El Zagal steuerte der Dreijährige Lord Roderick, die Neuerwerbung von Mit-Initiator Christian Sundermann (Stall Wo laufen sie denn?), den 5. Vorlauf zur Hoppegartener Sprintserie 2016 (Ausgleich II, 1.200 m, Gerade Bahn) an. Und nach einer packenden Kampfpartie siegte der Schützling von Jungtrainerin Sarah Steinberg aus München vor der Favoritin Guavia und Universal Star. „Er ist schon ein Guter, denn mit diesem hohen Gewicht hier zu gewinnen, war eine starke Leistung“, freute sich der Eigner des Siegers.

Der Traberfahrer Jens-Holger Schwarma war völlig begeistert: „Wo der herkam, unglaublich“, wirkte selbst er verblüfft nach dem abermaligen Erfolg des in seinem Besitz stehenden Matchwinner. Der 28:10-Favorit aus dem Neusser Stall von Axel Kleinkorres, der den Sternkönig-Sohn aus kleinsten Anfängen heraus enorm steigerte und nun zum siebten Sieg beim zwölften Start vorbereitete, war im Ausgleich I über 2.200 Meter abermals eine echte Augenweide.

Vom allerletzten Platz aus und trotz einem Spurwechsel von ganz innen komplett an die Außenseite stürmte Matchwinner mit sensationellem Speed regelrecht an Agosteo (Trainer Markus Klug: Er ist nach vier zweiten Plätzen wirklich fällig“), Notre Same und Empoli vorbei, und das noch überaus locker. Auch jetzt geht Matchwinners Trainer Schritt für Schritt vor. „Keiner weiß, was noch alles in ihm steckt. Wir starten nun noch einmal in einem Ausgleich I in Baden-Baden. Und dann könnte ein Grupperennen in Krefeld die nächste Station sein“, verriet Axel Kleinkorres.

Trainer Andreas Wöhler landete gleich anschließend in einer 1.600 Meter-Prüfung für dreijährige Stuten mit der 20:10-Favoritin Calantha für den Stall Turffighter einen weiteren Treffer. Unter Eduardo Pedroza bestimmte die Literato-Tochter gegen Walun, ihre einzige ernsthafte Konkurrentin, sowie Nada Alward Start-Ziel das Geschehen und legte immer wieder entscheidend zu. „Jetzt ist sie Siegerin und listenplatziert. Das war das Ziel. Vielleicht steuern wir als nächstes eine Listen-Prüfung in Baden-Baden an“, so Wöhler.

Was für ein Einstand! In einer 2.400 Meter-Prüfung für Dreijährige legte die im Besitz des belgischen Stalles Molenhof stehende Forever Gold (62:10, St. Hellyn) ein glänzendes Debüt hin. Denn vom letzten Platz überspurtete die Lord of England-Tochter die Gegner in zukunftsweisender Manier. „Wir sind extra auf diese Distanz gegangen, da das nächste Ziel der T. von Zastrow-Stutenpreis auf dieser Strecke in Baden-Baden ist. Forever Gold hatte viele Pause wegen diverser Wehwehchen, aber ich hatte stets eine gute Meinung von ihr“, gab ihr Kölner Trainer Andreas Löwe zu und nannte eine Gruppe-Prüfung bei der Großen Woche als nächste Aufgabe. Salasso und Escobar, der von der Siegerin etwas gestört wurde, präsentierten sich dahinter weiter gesteigert, während der heiße Favorit Draconis vielleicht unterwegs in dritter Spur etwas zu viel tat und am Ende wie die Pilotin Allez Y nicht weiterkam.

Zehn Pferde hat Guido Förster in Fürstenwalde (rund 20 Auto-Minuten von Hoppegarten entfernt) in Training, und vor allem New Jersey agiert derzeit in überragender Form. Nur eine Woche nach dem Erfolg in Dresden setzte sich der von ihm vorbereitete New Jersey (61:10) erneut und nun schon zum dritten Mal in Serie durch. Start-Ziel bestimmte Filip Minarik mit dem Wallach, der noch an der Startstelle reiterlos geworden war, in einem 2.000 Meter-Ausgleich III gegen Nagreta und Cash the Cheque bequem den Richterspruch. „Er entwickelt sich jetzt so richtig. Wir haben inzwischen bei ihm auch den richtigen Dreh gefunden“, kommentierte Förster den neuerlichen Erfolg.

21 Anläufe hat Praise gebraucht, doch nach einer Flut an Platzierungen reichte es in einem 1.400 Meter-Handicap endlich zum ersten Treffer für die Stute aus dem Quartier von Frank Fuhrmann. „Sie ist ja immer beständig nach vorne gelaufen und war wirklich überfällig. Heute hatte sie ein Super-Rennen“, berichtete der Coach nach dem sicheren Speed-Sieg unter Francisco Da Silva gegen die von zweiter Stelle früh in Front gezogene Sakima und die erst spät anpackende Bear Paolina.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 2.000 m) knüpfte die von Lutz Pyritz in Dresden vorbereitete Sydney City (144:10) an ihre Hamburger Siegform an. Zugute kam der Außenseiterin ein maßgerechter Ritt von Filip Minarik, der der Stute Start-Ziel immer neue Reserven entlockte. Die Riesenaußenseiter Amondo und Grand Rex sowie Humpry kamen an nicht mehr an sie heran. „Der Jockey hat die Taktik so gewählt. Da hat trotz des hohen Gewichts alles gut geklappt“, so Pyritz. Die Viererwette wurde nicht getroffen, so dass demnächst ein Jackpot ausgespielt wird. Interessant: Erhan Yavuz, der Jockey des Zweitplatzierten, kommt laut Trainer Frank Fuhrmann aus der Türkei und hat dort rund 1.400 Rennen, darunter 17 Gruppe I-Rennen, gewonnen.



 

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