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Wallach I do gewinnt den Großen BMW Saarland Preis nach Zielfoto

Österreichischer Triumph

Saarbrücken 15. August 2016

Die Verbindung zwischen BMW und dem Galopprennsport in Saarbrücken besitzt schon eine lange Tradition. Auf anderen deutschen Plätzen waren ähnliche Partnerschaften auch über lange Zeit sehr intensiv, doch mancherorts ist das inzwischen nur noch ein Stück Vergangenheit. Auf der Güdinger Bahn sitzt die weiß-blaue Automobilmarke aber nach wie vor quasi fest mit im Sattel, was sich beim heutigen BMW-Renntag zum Traditionstermin an Mariä Himmelfahrt einmal mehr dokumentierte. Den sportlichen Höhepunkt des Tages sicherte sich unter Jockey René Piechulek dabei der neunjährige Wallach I do, der sich im Großen BMW Saarland Preis knapp gegen Bearheart und den Frontrenner Bombelli behauptete.

Im Rahmen eines wahren Festprogramms, bei dem natürlich auch die Traberfakultät wieder mit eingebunden war, schrieb er als Gewinner aus Österreich gleichzeitig ein besonderes Kapitel Saarbrücker Galopp-Historie. Der alte Kämpe aus der Alpenrepublik hatte beim Start zuvor in Bad Harzburg schon einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen, und Klaus Kogler, sein Besitzer wie auch Trainer, hatte sich im Vorfeld des mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Ausgleich II über 1.900 Meter recht optimistisch gezeigt, wie Reiter René Piechulek bei der Siegerehrung kundtat. Er nahm alle Ehrenpreise in Empfang, da Klaus Kogler seinen Schützling selbst geführt hatte und mithin zur gleichen Zeit im Stallbereich sein Pferd versorgte.

Schade für ihn, denn mit anwesend war Annegret Kramp-Karrenbauer, die Ministerpräsidentin des Saarlandes, die heute Ehrengast Nummer eins in Güdingen war, wohin auch Jan Antony Vogel, das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, angereist war. 

Dass der Erfolg von I do alles andere als eine Sensation bedeutete, zeigt die Quote von 60:10. Sein Reiter hatte den Lando-Sohn immer in Kontakt zum Geschehen ganz vorne gehalten, welches vor allem vom sofort an die Spitze strebenden Bombelli, aber auch der Röttgnerin Kizingo bestimmt wurde. Ebenso sah man Bahnspezialist Kitaneso beizeiten auf Tuchfühlung zum vorderen Duo, das sich dann allerdings immer mehr vom Feld abzusetzen verstand, ehe I do bereits vor Erreichen der Geraden die Lücke zunehmend kleiner werden ließ, um dann in der Geraden zum Angriff zu blasen. 

Während Kitaneso nicht mehr groß weiterkam, hielt Bombelli tapfer dagegen. Dies insbesondere auch gegen die permanenten Attacken des nun außen auftauchenden Bearheart. Aber die Gegenwehr von I do erwies sich gegen seinen Vorstoß letztendlich um eine Idee effektiver als jene von Bombelli, was das Zielfoto mit einem kurzen Kopf zugunsten des österreichischen Gastes wenig später dokumentiere. Platz vier ging noch an All Access, der ähnlich wie Dragoslav nicht mehr in die engere Entscheidung eingreifen konnte. Beide kamen lediglich noch an Kizingo vorbei, hinter der dann Pissarro und der zuletzt durchgereichte Kitaneso folgten. 

Ein Südwest-Sieg hatte im Übrigen den Galopp-Part eingeleitet, wobei es im Preis BMW i nicht unerwartet eine Endabrechnung gab zwischen der beim Start zuvor in Bad Harzburg für den Niederländer Theo Rovers bereits erfolgreich gewesenen Ardeola sowie From Frost und Wild Motion. Nachdem es zunächst lange nahezu Handicap-mäßig offen geblieben war, setzte sich die von Uwe Schwinn betreute Manduro-Tochter unter Maxime Pecheur zunehmend durch. Der Saarbrücker Lokalmatador war schon im Harz im Sattel von Ardeola gewesen und half jetzt wesentlich mit, dass es gegen die außen aufziehende Wild Motion und den zäh seine Führung verteidigenden From Frost noch ein weiteres Mal klappte.

Harzburger Sieg-Meriten hatte zudem der Wallach Holgasson des Rennstalles Ortelsburg für den Preis der Niederlassung Saarbrücken mitgebracht. Und auch er vermochte heute direkt noch einen weiteren Treffer anzufügen. Der Schützling von Marion Rotering übernahm mit Lena Mattes im Sattel gleich die Dominanz über den Rennverlauf, die auch der zeitweise heftig attackierende Allez Gerard nie groß infrage zu stellen vermochte. Doch in der Schlussphase schien dann insbesondere die Außenseiterin Olkaria das Blatt noch zu wenden. Aber ihr Schlussakkord drang nicht vollends durch und reichte allein, um sich den Ehrenplatz vor dem ebenfalls gut endenden Petite Gold zu sichern.

Beim Jubiläumspreis 100 Jahre BMW AG erwies sich die Rennbahn unterhalb des Brockens erneut als eine Art ideales Vorbereitungsfeld für diesen Saarbrücker Montag zu Mariä Himmelfahrt. Denn auch der von Filip Minarik gesteuerte dreijährige Cumbriano hatte sich zuvor hier versucht gehabt und dabei bereits einen achtbaren dritten Platz in einem Handicap besetzt. Sein heutiger Erfolg zeichnete sich bereits ab, als der von Christian Freiherr von der Recke trainierte Wiener-Walzer-Sohn von Hans Horst Brand unter Partnern kurz vor Erreichen des Einlaufs zur Tat schritt, womit zugleich der Rückzug des lange führenden Saraceno eingeläutet wurde, der sich für seine Führdienste aber immerhin noch das vierte Geld sichern konnte. Auf Cumbriano drangen jetzt zwar noch Injoy und Manchurian ein,  das Blatt jedoch zu wenden, gelang ihnen ebenfalls nicht mehr. Gleichwohl verkaufte sich die Stute überraschend gut, und in Anbetracht seiner Steeplerbürde von 64 Kilo lief  Manchurian als Dritter ebenfalls ein sehr ordentliches Rennen.

Die Prüfung mit der Viererwette blieb dann wieder im Südwesten; dank der Stute Kylina,  die ausnahmsweise mal vorher nicht in Bad Harzburg, sondern in Köln aktiv gewesen war. Wo sie besser lief, als es das Ergebnis widergespiegelt habe. So hatte es zumindest Cristof Schleppi, ihr Besitzer und Trainer, gesehen – und damit recht gehabt. Als Martin Seidl sie im Preis der BMW Niederlassung Saar-Pfalz im Einlauf kurz geradegestellt hatte, bahnte sich sofort die endgültige Entscheidung an, da die noch führende Golden Touch kaum mehr in der Lage war, wirkunsvoll zu kontern. Und auch die zügig endenden Avantica Directa und Perfect Son kamen lediglich noch an Golden Touch vorbei. Ebenso wenig setzten Cazador, Superkate und Spirit Danon auf den weiteren Plätzen noch irgendwelche nennenswerte Akzente.

Der Saarbücker Turf- und Trab-Tag endete schließlich mit einem kräftigen Paukenschlag am Toto. Für die Quote von sage und schreibe 205:10 holte sich nämlich der Wallach Little Man den abschließenden Preis der BMW Niederlassung Saarlouis. Mit einem beherzten Ritt gelang es Marco Casamento mit dem Schützling von Martin Schu, keineswegs allein nur den heißen Favoriten Dawn Prayer in die Schranken zu weisen, sondern dazu noch, seiner als wesentlich chancenreicher eingestuften Stall- und Trainingsgefährtin Princess Sara die Show zu stehen, die die Farben des Stalles Häsfeld nur im Hintertreffen über die Linie brachte. Im Vergleich hierzu schlugen sich Zarrentin, der hinter Dawn Prayer den dritten Platz besetzte, und Baker Man, der unterwegs zeitweise schwer zu dirigieren gewesen war, es aber immerhin noch bis auf Rang vier schaffte, mithin deutlich besser. 







 

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