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Hauchdünner Favoritensieg in Bad Doberan

Cadeddus Maßarbeit auf Fifth Avenue

Bad Doberan 19. August 2016

Bei strahlendem Sonnenschein und vor über 3.000 Zuschauern startete das Ostsee-Meeting mit dem Ladies Day an diesem Freitag in Bad Doberan. Rund 1.000 Damen beteiligten sich laut Präsident Harald Morgenstern am großen Hutwettbewerb. Sportlich ragte der Ausgleich II über 1.750 Meter heraus. Und in einem absolut packenden Finish klang dieses Hauptrennen aus, denn vier der sechs Kandidaten schenkten sich bis zum Ziel kaum einen Meter.

Im allerletzten Galoppsprung raufte sich die 20:10-Favoritin Fifth Avenue aus dem Gestüt Haus Ittlingen mit mächtigem Speedwirbel von weit hinten noch ganz nach vorne – das war Maßarbeit von Jockey Michael Cadeddu auf der Adlerflug-Tochter, die mit einem kurzen Kopf Vorteil beim fünften Start ihren dritten Erfolg hintereinander feierte. Albert Kästner, der Trainer Ferdinand Leve (Warendorf) vertrat: „Die Stute hat den Eindruck aus Köln bestätigt. Es war ja schon ein Sprung in diese Klasse, und diesen hat sie toll bewältigt.“

Der Bahnspezialist Theo Danon und die lange mit Vorsprung führende Simplon (Pavel Vovcenko: „Es hat nur ein wenig Glück gefehlt“) teilten sich in totem Rennen den Ehrenplatz, wie auch die innen vorstoßende Anarchie (Toni Potters: „Sie hat ihren Sieg bestätigt, braucht aber weitere Wege“) als Vierte nur einen weiteren Hals zurüch fülgte. Vatenko und Kleopatra Kimberly hatten dagegen bald keine Möglichkeiten mehr.

Als erster Sieger 2016 trug sich auf Deutschlands ältester Galopprennbahn der von Dr. Andreas Bolte in Lengerich trainierte Dingo (F. Da Silva) in die Siegerliste ein. Mit starken Reserven bekam der immerhin schon achtjährige Wallach als 23:10-Favorit Zazoulino und die auf kurzer Distanz von weit hinten etwas spät anpackende Chantilly noch locker in den Griff. Züchter Knut Kaufmann: „Er hatte lange pausiert, danach habe ich ihn zu Hause wieder geritten und gemerkt, dass er wieder Lust hat. Nach dem Antrainieren habe ich ihn zu meinem alten Freund Dr. Andreas Bolte gegeben. Seine ersten beiden Starts nach drei Jahren Abstinenz waren gut genug. Einmal gegen sehr starke Konkurrenz, das andere Mal hat er noch viel Boden gutgemacht. Früher war er in meinen Augen ein Gruppe-Pferd.“

Eine tolle Form brachte Rennstall Germanius‘ Volverino (29:10) vom vergangenen Sonntag aus Hoppegarten mit, denn in einem sehr stark besetzten Handicap folgte der Wallach als Fünfter dichtauf, nachdem er auch beim Match Race Cup in der Hauptstadt einmal erfolgreich gewesen war. Unter Bauyrzhan Murzabayev, der einen tadellosen Ritt hinlegte, entwickelte der Mitfavorit in einem 1.200 Meter-Ausgleich III noch enorm starke Reserven und schnappte den stets führenden Ex-Seriensieger Emirati Spirit (Eduardo Pedroza: „Schade, auf den letzten paar Metern wurde er müde“) sowie Jazz Bay noch. „In Hoppegarten hatte Volverino Pech mit der Außenbox, da hatte er keine Anlehnung. Und er braucht ein paar Pferde neben sich. Der Jockey hat ein Super-Feeling“, kommentierte Manager Jan Korpas.

„Unter normalen Umständen durfte nichts anderes passieren“, fühlt sich der Hannoversche Trainer Hans-Jürgen Gröschel nach einer 2.050 Meter-Prüfung bestätigt, nachdem die von ihm vorbereitete Dreijährige Elbflorenz (19:10-Favoritin) unter Norman Richter von dritter, vierter Position aus früh gegen die Pilotin Belinda Too und den spät anziehenden True Soldier früh souverän war. „Sie war trotz eines unglücklichen Rennverlaufs Fünfte in den Oaks in Karlsbad und dabei vor dortigen Derby-Platzierten“, fügte Gröschel noch an. Interessant. Sein Bruder Hans-Jürgen Gröschel feierte am Freitag seinen 75. Geburtstag.

Einen Heimsieg gab es in einem 2.600 Meter-Ausgleich IV durch den von Anna Schleusner-Fruhriep wenige Kilometer von Bad Doberan entfernt vorbereiteten Wutzelmann (30:10). Unter Jozef Bojko war der Wallach, der eigentlich auf der Hindernisbahn zu Hause ist, Start-Ziel nie zu gefährden und ließ die Außenseiter American Dreamer und Dolasilla überlegen hinter sich. „Toll, wie er immer wieder zugelegt hat. Nun steuern wir das Seejagdrennen in Quakenbrück an“, ließ Besitzer Volker Schleusner durchblicken.

Nach dem jüngsten Ansatz in Hoppegarten gab es in einem 1.900 Meter-Ausgleich IV mit 84:10 noch erstaunlich viel Geld auf den Treffer von Frank Lippitschs Chrysanthus (J. Bojko), der mit Gregorious und Tshirina aus dem Vordertreffen keine Probleme besaß.

 

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