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German -1.000-Guineas-Dritte überzeugt im Großen Sparkassen-Preis

Dynamic Lips in Top-Form

Düsseldorf 21. August 2016

Es hat fast den Anschein, als brauche die dreijährige Dynamic Lips die Umgebung des Düsseldorfer Grafenbergs. Hier hatte die Stute des Stalles Lintec bekanntermaßen ja schon eine tolle Vorstellung als Dritte in den German 1.000 Guineas gegeben. Und das immerhin hinter Klassestuten wie Hawksmoor und Shy Witch. Auch heute demonstrierte die von Andreas Löwe trainierte Excellent-Art-Tochter wieder überzeugend in Können. Diesmal im 30. Großen Sparkassenpreis – Preis der Stadtsparkasse Düsseldorf, den sie unter Andreas Helfenbein gegen die Engländerin Subtle Knife und ihre Stall- und Trainingsgefährtin Lips Planet gewann.

Gleichzeitig machte die Dreijährige ihren nach ihrer klassischen Platzierung erfolgten Abstecher nach Hannover schnell vergessen. Denn schon hier hatte man sie in einem Listenrennen als Gewinnerin erwartet. Gemäß des gängigen Spruchs, dass aufgeschoben nicht aufgehoben ist, avancierte sie heute im mit insgesamt 33.000 Euro dotierten Tageshöhepunkt über 1.400 Meter nun zur Listensiegerin. 

Und das in einem wirklich überzeugenden Stil, der ihre Umgebung ermuntern dürfte, nun auch eine Reise in Richtung Baden-Baden zu unternehmen, wo die vom Stall Parthenaue gezogene Stute noch im Coolmore Stud Baden-Baden Cup startberechtigt ist. Verlockend wäre zudem ein weiterer Versuch in Düsseldorf später im Oktober im Großen Preis der Landeshauptstadt, den Dynamic Lips dann als veritable Bahnspezialistin in Angriff nehmen würde.

Schützenpost und ihre anfangs etwas schwer zu dirigierende Trainingsgefährtin Donna Doria machten sich zunächst ums Tempo verdient, doch war die favorisierte Schützenpost in der Geraden überraschend früh mit ihrem Latein am Ende. Donna Doria hielt länger stand, aber dem Druck der späteren Siegerin wie auch den Vorstößen der allgemein wohl etwas unterschätzten Engländerin Subtle Knife und der über sich hinauswachsenden Lips Planet war sie dann doch nicht gewachsen.

Für Platz vier reichte es indes immer noch. Weder Pabouche noch Halli Galli besaßen nämlich die Mittel, um noch weiter nach vorne zu kommen. Sie passierten lediglich die früh nicht mehr bemühte und beizeiten geschlagene Schützenpost, hinter der dann ein schon leicht aufgelöster und von Antalya angeführter Rest das Ziel erreichte.

Ein Heimsieg hatte den zweiten Renntag im Monat August auf dem Grafenberg im Übrigen eingeleitet. Aus dem Quartier von  Sascha Smrczek setzte sich im SSK Düsseldorf Top-Fonds-Rennen nämlich die Debütantin Silver Cloud durch. Der Erfolg der Soldier-Hollow-Tochter im Besitz von Erika Müller, die auch ihre Züchterin ist, deutete sich schon an, als die Stute zum gleich führenden Wow bereits vor Erreichen des Einlaufs aufschloss. Als dessen Gegenwehr auf Höhe des Übergangs so gut wie gebrochen war, gehörte das gesamte Terrain nur noch der von Francesco Da Silva gesteuerten Silver Cloud, während Wow seinerseits Platz zwei früh sicher hatte, da von hinter nichts mehr kam. Auch Wilder Wein, der beizeiten auf Platz drei zu sichten gewesen war, ließ entscheidende Reserven vermissen.

Für klare Verhältnisse sorgte danach noch eine weitere Debütantin, und zwar die von Erika Mäder betreute Lindaja, die Zalim Bifov gehört und der für die Lope-de-Vega-Tochter ebenso als Züchter zeichnet. Mit Jozef Bojko im Sattel beherrschte die Dreijährige die Konkurrenz im Nachhaltigkeitsfonds-Wertvoll 1825-Rennen jederzeit und Start-Ziel. Für einen Moment schien die Favoritin Runahead im Einlauf das Blatt wenden zu können, doch der Konter von Lindaja erstickte diese redlichen Bemühungen schon im Keim. Der Rest hatte mit dem Ende nie etwas zu tun; Elegant Queen und Lady Leoso besetzten nur die nächsten Plätze hinter Runahead.

Der Mäder-Stall legte im Vermögens-Strategie-Rennen gleich noch einmal nach. Das Doppel perfekt machte Otto Margrafs Wallach Twain, dessen Speed von seiner Reiterin Eva-Maria Zwingelstein perfekt inszeniert wurde. Zunächst schien allerdings Meerwind erneut von vorne aus hinzukommen. Bis Mitte der Geraden jedoch das Pendel zunehmend in Richtung von Gonscharga umschlug , deren Vorteil aber sofort wieder dahin war, als nun Twain zur Tat schritt und schnell und problemlos alles in trockene Tücher bekam. Der starke Schlussakkord von Absolute Amy besaß folglich nur Relevanz für die weitere Platzierung, kostete jedoch Gonscharga noch Rang zwei und zugleich Meerwind den dritten Platz. 

Höllisch spannend verlief das paydirekt-Rennen, über das zugleich die „Wettchance des Tages“ mit der Viererwette entschieden wurde. Der Sieg der von Henk Grewe betreuten Stute Tendresse brachte ihrem Anhang eine lohnende Quote von 128:10, die in dieser Höhe schon etwas überraschend daherkommt, hatte die die Croco-Rouge-Tochter des Ecurie Argentin doch lediglich bei ihrem unmittelbarem Start zuvor nicht viel geboten gehabt. In den letzten Wochen und Monaten ansonsten aber konstant gute Leistungen gezeigt. Den Takt gaben lange Giolino und Cloud vor. Letzterer verabschiedete sich im Einlauf  dann schnell von seiner Begleitung, während zugleich Dark Fighter, Elmarani und letztendlich außen auch Tendresse immer besser ins Bild kamen. Ihr sicherte Andreas Suborics zum Schluss die entscheidenden Zentimeter, die zum Erfolg über Elmarani reichen sollten, die nichtsdestotrotz unverdrossen kämpfte. Stark endete zudem Nadelwald, der noch an Cloud vorbei auf den dritten Platz vorstieß, während Tjerk hinter Cloud auf Platz fünf vor Giolino landete. Black Wolf Run und Adria kamen indes nie über das Mittelfeld hinaus.

Für Andreas Suborics ging es zügig weiter; auch er avancierte heute zu einem Düsseldorfer Doppelsieger. Und sein auf den Sieg mit Tendresse folgender Erfolg mit dem Ittlinger Sound Check kam sicherlich alles andere als unerwartet, selbst wenn Lando-Sohn erstmals in diesem Jahr im Einsatz war. Bei diesem Schiergen-Schützling handelte es sich ja immerhin um den Fünften des vorjährigen Preis des Winterfavoriten. Im Preis der PROVINZIAL machte er gleich klar, wer das Sagen haben würde. Sound Check erschien direkt vorne und blieb es dann auch. Für Spannung sorgten allein die Trainingsgefährtinnen Queen Viktoria und Arriba aus dem Heumarer Klug-Stall, die Platz zwei untereinander ausfochten, welcher dann mit einem kurzen Kopf an die Erstgenannte ging. Für Sound Check war der Düsseldorfer Sieg sicherlich ein standesgemäßer Neubeginn. Man wird sehen, wie sein Betreuer die weitere Agenda gestalten wird. Preis von Europa, Preis der Deutschen Einheit und Großer Preis von Bayern stehen im Herbst jedenfalls noch auf der Agenda des Dreijährigen aus dem Gestüt Ittlingen.

Einen zweiten Tagestreffer verbuchte außerdem Trainer Sascha Smrczek nach dem einleitenden Sieg mit der Stute Silver Cloud. Das zweite Erfolgserlebnis verschaffte ihm im MasterCard-Preis Manfred Schmelzers Blue Diamond, der erst seinen ersten Jahresstart absolvierte, nachdem er vor einiger Zeit aus Frankreich wieder nach Deutschland zurückgekehrt war. Der King’s –Best-Sohn behauptete sich im besten Handicap des Tages nicht nur gegen die Konditionsvorteile aller Gegner. Vielmehr zeigte der Vierjährige unter Miguel Lopez dazu noch einen leidenschaftlichen Kampfgeist, mit dem er den kaum minder beherzt auftretenden Sworn Terz mit einem kurzen Kopf soeben in Schach hielt. Das vehemente Schlussduell hatte beide zuletzt klar vor das restliche Feld gebracht. Erst sieben Längen zurück folgte nämlich Dabadiyan als klarer Dritter vor Angreifer, während Freedom Time, die lange federführende Prairie Pearl und Jule zum Schluss gänzlich abgemeldet waren.

An ihre gute Frühform erinnerte direkt anschließend noch die Stute Usbekia mit Vinzenz Schiergen im Sattel, der im pushTAN-Rennen die ganze Sache für den Stall Asterblüte rund machte und damit seinem Vater Peter auch den zweiten Tagestreffer bescherte. Nachdem es kurz nach einem Sieg der außen heranstürmenden Eyes on Me ausgesehen hatte, änderte sich das Bild dann aber zugunsten von Usbekia - und auch von Dutch Master, der seine letzten Formen heute überbot, während Mood Indigo und Dashing Diva auf den Plätzen vier und fünf steckenblieben.

Und zum guten Schluss wurde dann noch die Rennleitung aktiv, die im BauFIX-Rennen die Gewinnerin Winley disqualifizierte. Die Stewards sahen es als erweisen an, dass die Stute den auf Platz vier eingekommenen Scataro entscheidend behindert hatte. Konsequenz daraus war ihre Zurückstufung auf Platz vier. Was zur Folge hatte, dass Marc-Christopher Schmitts Well’s Wonder zum Sieger erklärt wurde - und Trainer Rudi Storp sowie Jockey Francesco Da Silva ebenfalls auf Platz eins vorrückten, womit der Reiter seinen zweiten Tagessieg über den sprichwörtlichen grünen Tisch bekam. Und last  not least rückte auch die Stute Zubaida noch eins auf; sie erhielt durch die Intervention der Rennleitung den zweiten Rang zugesprochen, während als Drittplatzierter nun  Scataro auf dem Richterspruch steht.


 

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