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Dreharbeiten und De Vries-Power in Köln

Schauspiel-Star Dieter Hallervorden auf der Rennbahn

Köln 23. August 2016

Bevor in fünf Tagen die Große Woche in Baden-Baden die Turffans in Atem halten wird, gab es am Dienstag auf der Galopprennbahn in Köln noch einen bestens bestückten PMU-Renntag bei sommerlicher Witterung. Unter den 3.800 Zuschauer war mit Dieter Hallervorden auch einer bekanntesten deutschen Schauspieler. Er weilte beim ersten von neun Drehtagen in seiner aktuellen Rolle als Galopptrainer für den Kinofilm „Rock my Heart“ in Weidenpesch.

Auf der Kölner Rennbahn werden auch am 20. und vom 27. bis 29. September Szenen aufgenommen. Die Hauptrolle der weiblichen Darstellerin als Jockey hat Eva Nürnberg (bekannt vom Tatort und der aktuelle Telekom-Werbung). Diese wird für alle Renn- und Reitszenen von Rebecca Danz gedoubelt, Jockey am Stall von Christian von der Recke aus Weilerswist. Von ihm kommen auch viele Requisiten aus alten Zeiten für den Film. Der in Berlin lebende Besitzertrainer Marco Megsner ist bei der in Brandenburg ansässigen Produktionsfirma ESN beratend und unterstützend tätig und akquirierte die Pferde und Jockeys für die Szenen. Von unseren Reitern werden dann zum Kinostart im Herbst 2018 auch Alexander Pietsch, Rene Piechulek, Andreas Helfenbein, Encki Ganbat und Francesco Ladu im Rennsattel zu sehen sein.

Gleich zu Beginn dürften die Besucher eine mehr als versprechende Zweijährige gesehen haben. Denn wie die im besitz des Gestüt Haus Zoppenbroich stehende Viva la Flora als 50:10-Chance bei ihrem Debüt mit der Konkurrenz umsprang, dass machte mächtig Eindruck.

Die von Peter Schiergen vor Ort trainierte Tochter des 2008 im Oppenheim-Union-Rennen erfolgreichen Liang Kay ging unter Andrasch Starke im siebenköpfigen Feld an der Spitze locker vom Feld weg und stand gegen die Außenseiter Skarino Gold und Savile Row sehr früh als imponierende Siegerin fest. Viva la Floras Bruder war der mehr als nützliche Victorious. Der Favorit Villardo spielte nie eine Rolle und kam über den fünften Rang nicht hinaus.

Auf den weiteren Werdegang von Viva la Flora, die bisher keine Nennungen für bessere Aufgaben besitzt, darf man sicherlich gespannt sein. „Wir hatten einen guten Start. Keiner wollte vorne gehen. Sie hatte schon ganz gut gearbeitet, ob es gleich reichen würde, hatte ich nicht gewusst. Auf der geraden zog sie immer weiter und hat alles ganz toll gemacht“, kommentierte Siegjockey Andrasch Starke.

Exakt vier Jahre sind es her, da sorgte der Holländer Ferro Sensation für eine der größten Sensationen in der Geschichte der Goldenen Peitsche, dem bedeutendsten deutschen Sprintrennen in Baden-Baden. Seither profilierte sich der inzwischen zehnjährige Wallach auf deutlich niedrigerem Level zumeist auf der Sandbahn im belgischen Mons. Doch in einem 1.200 Meter-Ausgleich III meldete sich der Schützling von Daniel Klomp nun wieder zurück. Start-Ziel bekam der 99:10-Außenseiter von Adrie de Vries gegen die drei Geisler-Pferde Sunset Sail, Danuvius und Leoderprofi alles bestens eingeteilt und geriet nie in Bedrängnis.

Der Köln-Heumarer Trainer Markus Klug hatte den richtigen Riecher: Er nannte Teddilee für eine Dreijährigen-Stutenprüfung über 1.850 Meter nach. Und mit starken Reserven landete die schon mehrfach platzierte Strategic Prince-Tochter ihren ersten Karrieresieg gegen die Pilotin Pretty Woman und die spät anziehende Favoritin Amiga. Es war bereits der zweite Tagestreffer für Jockey Adrie de Vries.

„Sie war beim letzten Start schon knapp geschlagene Zweite in Dresden, besitzt ein großes Kämpferherz und hatte sich in den letzten zwei Monaten stark verbessert“, erklärte Teddilees Betreuer Markus Klug. Dieser landete mit dem aus einer langen Pause gleich locker zum Zuge kommenden Western Union (36:10) in einem 1.850 Meter-Handicap vor Red Dynamite und Southampton seinen zweiten Abend-Erfolg, für Jockey Adrie de Vries war es sogar der dritte Punktgewinn.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.400 m) überrollte der gerade erst in Bad Harzburg siegreiche Highly Favoured (71:10) aus dem Beelener Stall von Rudolf Storp (zehnter Saisontreffer) die Konkurrenz unter Daniele Porcu mit gutem Speed. Praise, der 500:10-Außenseiter Miracle S und Atlas Royal komplettierten die Viererwette, die nicht getroffen wurde. Allein in der Dreierwette gab es 47.511:10 Euro. „Wir hatten einen wunderschönen Rennverlauf. Und das Finale ist seine Stärke“, kommentierte Porcu nach seinem 39. Jahres-Erfolg. In Kürze wird in der Viererwette ein Jackpot ausgespielt.

Und nur eine halbe Stunde später verwandelte der Italiener auch einen Kistenritt auf Frank Fuhrmanns Novacovic (77:10), der Start-Ziel einen Kopf-Vorsprung vor Camberwell und Dynastie ins Ziel rettete. „Die Distanz ist eigentlich etwas zu weit für ihn, daher habe ich auch früh angegriffen. Es hat gereicht“, so Daniele Porcu. Hier belegte der als „schnellster Schecke der Welt“ bekannte Silvery Moon Platz vier. Das Indianerpferd wurde gerade vom englischen Galopper-Portal „At the Races“ zum außergewöhnlichsten Rennpferde der Welt gekürt.

Seine Klasse demonstrierte Amateur-Champion Vinzenz Schiergen im Amateurreiten (Ausgleich IV, 2.400 m), als er mit dem 29:10-Favoriten Winaldo aus dem Iffezheimer Rennstall von Gerald Geisler einen knappen Vorteil vor Dingari und der deutlich zurück auf Rang drei einkommenden Christin festhielt.

Mit einer absoluten Sensation klang der Abend aus: In einem 1.850 Meter-Handicap zeigte Stephanie Rank, die auch als Besitzerin und Trainerin zeichnet, einen Husarenritt auf dem 538:10-Riesenaußenseiter Index Waiter. Start-Ziel rettete er sich gegen Zuzu Angel und Anna Sophie ins Ziel.

Eine besondere Auszeichnung nahm Erika Mäder vor: Die Vorsitzende des Trainer- und Jockey-Verbandes verlieh Ex-Jockey Terry Hellier eine Goldene Ehrennadel mit der Zahl 1000 (für weit über 1.000 Siege).

Die nächsten Galoppveranstaltungen im Weidenpescher Park finden am Samstag und Sonntag den 24. / 25. September (Beginn jeweils um 13.30 Uhr) statt. Im Mittelpunkt steht dann der mit 155.000 Euro dotierte 54. Preis von Europa, ein Gr. 1- Rennen der German Racing Champions League-Serie.



 

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